Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: RCLine Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Mittwoch, 13. Mai 2020, 20:06

Reparaturtipps Styro/Balsa (Staufenbiel Cougar)

Hi, mein Cougar ist abgestürzt. Das Höhenruderservokabel hat sich während des Fluges zwischen Ruderhorn und Rumpf eingeklemmt und so das Servo blockiert.
An den Flächen ist die Aufnahme (die Schraubenhülse) für die Schrauben herausgebrochen. Soll ich hier ein Ersatzholzstück anfertigen oder lieber einfach mit Epoxy füllen und kleben ? Wie kann ich die Verbindung von dem neuen Material zu den Tragflächen herstellen so das es stabil genug wird ?

Ein kleineres Problem ist der Kratzer am Rumpf. Was und wie würdet ihr hier machen ? Ich glaube der Schaden ist nur optisch. Das GFK selber scheint mir unbeschädigt zu sein.

Der Cougar ist mein erster Nicht-Elapor Flieger und ich habe keine Ahnung wie man diese Reparatur am besten macht.

An den Bildern sind die Schäden gut zu sehen.

Vielen Dank für Eure Hilfe

Schaden an Tragflächenbefestigung
... aus Sicht vom Rumpf
Schaden am Rumpf

Hilmar

RCLine User

Wohnort: NRW-48149 Münster

Beruf: Designmodellbauer / Fachredakteur Bauplanmodelle bei FlugModell

  • Nachricht senden

2

Donnerstag, 14. Mai 2020, 15:20

Hallo Gunther,
das ist kein Beinbruch.

Am Flügel würde ich so vorgehen:

- Wurzelrippen komplett entfernen (dafür die Folie zumindest teilweise, z. B. als 5 cm breiten Streifen entfernen)
- den Bereich um die Ausrisse als viereckige Aussparung entfernen, oder besser noch: halbkreisförmig.
- passgenaue Füllstücke aus hartem Balsa herstellen, aber so dass die Maserung in Flugrichtung liegt
- neue Wurzelrippen aus Flugzeugsperrholz herstellen und davor leimen oder harzen
- Bohrungen neu setzen, für Verschraubung sowie Torsionsstifte
- Torsionsstifte einsetzen
- Folieren


Der Rumpf scheint hinten ja noch seine ursprüngliche Form zu besitzen, also passt die EWD noch. Wenn das stimmt, ist die Reparatur in Form von Laminieren in Verschäftungstechnik gut machbar.
Stefan Hartmann hat so eine Reparatur in FMT 03/2020 an seiner ASW 27 beschrieben.

Alternativ findest Du das Prinzip beim R&G Wiki auf dieser Seite , wenn Du runter scrollst zu "Reparaturen von FVK-Bauteilen".



Herzlichst
Hilmar.
Bauplanbibliothek online: www.lange-flugzeit.de
Flugvideos, Bautipps und mehr: Youtube-Kanal

3

Donnerstag, 14. Mai 2020, 21:43

Hallo Hilmar,
vielen Dank für deine Anwort. Da bin ich ja gleich an einen Profi geraten. Ich denke ich habe deine Schritte verstanden, wenn es auch 10 Nummern aufwändiger ist als ich dachte. Ich werde mir jetzt erst einmal eine Stückliste machen und das Material besorgen, und in der Zwischenzeit alles durchdenken und planen. Danke nochmal für die Beschreibung der Schritte und der Links! Gruß, Gunther

Hilmar

RCLine User

Wohnort: NRW-48149 Münster

Beruf: Designmodellbauer / Fachredakteur Bauplanmodelle bei FlugModell

  • Nachricht senden

4

Freitag, 15. Mai 2020, 10:54

Hi Gunther,

im Prinzip könnte man auch mit Baumwoll-eingedicktem Harz alles ordentlich auffüllen und dann die Löcher neu setzen.
Trotzdem ging meine Empfehlung mehr in die sorgfältige Richtung, um möglichst nah an einen sinnvollen Ursprungszustand zurück zu gelangen.
Meine oben vorgeschlagene Holzbau-Vorgehensweise ist dann hinterher nämlich nicht mehr als Reparatur anzusehen, weil es baulich korrekt ist.

Der Kotflügel wird sozusagen nicht gespachtelt und teillackiert, sondern komplett ausgetauscht.


Herzlichst
Hilmar.
Bauplanbibliothek online: www.lange-flugzeit.de
Flugvideos, Bautipps und mehr: Youtube-Kanal

5

Freitag, 15. Mai 2020, 22:15

Hi Hilmar, ich schau mir den Schaden jetzt nochmal an nachdem ich deine zwei Ansätze kenne und brüte dann noch ein bischen. Generell mach ich immer alles unnötig aufwändig und kompliziert und versuche mir das etwas abzugewöhnen, auf der anderen Seite wäre die aufwändige Variante viel interessanter. Ich hätte gedacht das die Harz Variante nicht stabil genug ist, aber wenn du denkst das das ausreichend ist ? Wäre natürlich um einiges schneller durchzuführen und Harz und Baumwollflocken hätt ich im Keller. Danke nochmal.

6

Samstag, 16. Mai 2020, 11:10

Dann fehlt vielleicht nur noch Thixothropiermittel (Verdicker), um das , vorher angerührte, Harzgemisch am Platz zu halten. Natürlich nicht zuviel davon einrühren, sonst fließt das Harzgemisch nicht mehr tief genug in das Glasgewebe hinein. Versuch macht klug!
mit besten Grüßen aus dem Bergischen Land

Hans-Dieter