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ncodernet

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1

Montag, 19. Oktober 2020, 22:28

Trapezförmige Tragfläche - Holm, Profil, Schränkung?

Hallo liebe Konstrukteure und Aerodynamik-Experten


ich versuche mich gerade an meiner ersten Eigenkonstruktion - dazu demnächst mehr im Bereich Slow- und Parkflyer.
Das Vorbild hat eine asymmetrische Trapezform - und ich frage mich, was das für die Lage des Holms, das Profil, Schränkung usw. bedeutet.

Um das Problem zu verdeutlichen, habe ich mal eine Zeichnung gemacht (Flugrichtig oben, Holm bzw. dickste Stelle des Profils in rot.

Alles ist ganz einfach, wenn der Flügel rechteckig ist (a): das Profil bleibt gleich und der Holm ist rechtwinklig zum Rumpf.
Ist Trapez "holmsymmetrisch", d.h. nimmt die Tiefe vor und hinter dem Holm um den gleichen Faktor ab, ist der Holm auch noch "gerade" und das Profil wird lediglich kleiner (b).

Schwieriger wird es bei einem asymmetrischen Trapez (c und d): halte ich den Holm rechtwinklig zur Flugrichtung, ändert sich das Profil: in (c) ist am Randbogen die dickste Stelle in der Mitte und nicht mehr am ersten Drittel.
Bei einigen Konstruktionen von Hilmar Lange mit gekrümmter Platte wurde das absichtlich gemacht, um eine Schränkung zu erzeugen. Aber klappt das auch mit einem "richtigen" Profil?

Oder ich gebe dem Holm eine negative Pfeilung (d) - konstruktiv sehr unpraktisch.

Mein Vorbild hat etwa Form (e). Für ein korrektes Profil müsste ich dem Holm eine Pfeilung geben, was ich gerne vermeiden würde. Bei geradem Holm entsteht ein ganz komische Profil und evt. eine Schränkung in die faslche Richtung (außen größere EWD als innen.
Das sollte man vermutlich vermeiden.

Vielen Dank,
Reiner.
»ncodernet« hat folgendes Bild angehängt:
  • trapezfluegel.png

2

Dienstag, 20. Oktober 2020, 08:56

Ich würde mich da am Vorbild orientieren. Da wurde das Problem ja schon gelöst.
Gruß Bernd

ncodernet

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3

Dienstag, 20. Oktober 2020, 22:06

Ich würde mich da am Vorbild orientieren. Da wurde das Problem ja schon gelöst.
Leider nicht, denn das Original der ATL 100 ist auch noch nicht fertig.
Es gibt ein paar schöne Renderbilder




und eine Dreiseitenansicht:



Aber dass es das Flugzeug in echt noch nicht gibt, finde ich ja gerade so spannend.

comicflyer

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4

Dienstag, 20. Oktober 2020, 22:17

Hi Reiner,
naja, eigentlich folgt ein Holm immer der dicksten Stelle im Profilstrak, weil dadurch die maximale Bauhöhe genutzt
werden kann und man damit die größtmögliche Stabilität erhält.
Man kann natürlich auch anders bauen und der Holm erhält dann nur die entsprechende Bauhöhe und verjüngt sich zB.

CU Eddy
Die meisten Menschen wollen lieber durch Lob ruiniert, statt durch Kritik gerettet werden.

Wer meint, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »comicflyer« (20. Oktober 2020, 22:26)


Yoshio

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5

Mittwoch, 21. Oktober 2020, 10:48

Hallo Rainer,

suche mal nach der Do-328 od. auch der Do-228. Beide Flieger haben einen ähnlichen Flügel wie der von Dir gezeigte.
Bei Dornier "umging" man dieses Problem in dem man die Flügelbehäutung mit "Stringern" versehen hat. Dadurch konnte man sich eine Holm im klassischen Sinne sparen. Die Flügel haben aber trotzdem eine sog. "centre wing box".
Auf die Schnelle konnte ich leider nicht viel finden, aber hier mal ein Link der Dir ev. weiter hilft!?

Do-228

In diesem Sinne, Holm und Rippenbruch,

Johannes
Mit fliegerischen Grüßen,

Johannes
Bujinkan Busshin Dojo Augsburg

ncodernet

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6

Mittwoch, 21. Oktober 2020, 19:31

Danke Johannes - das hilft mehr sehr weiter. Man sieht schön, dass sie eine Art Holm haben, der aber nicht an der dicksten Stelle der Fläche startet, sondern in der Mitte. Ich könnte das genauso machen - also einen Schalenflügel aus Depron mit einem Holm in der Mitte - brauchten aber ein paar Rippen im Bereich davor. Lutz Näkels Skyvan brauchte keine Rippen, da der Holm die dickste Stelle "markiert".

7

Mittwoch, 21. Oktober 2020, 22:29

So wird das Original sicher auch nicht erscheinen, dafür ist das Höhenleitwerk viel zu groß.
Gruß Bernd

8

Donnerstag, 22. Oktober 2020, 09:53

Hallo Reiner,
vielleicht kann ich dir mit ein paar Fotos meiner aktuellen Eigenkonstruktion dienen.
Es handelt sich um eine Do-R4 NAS (Superwal) im Maßstab 1:11, d.h. mit 2,60m Spannweite.

Ich habe der Tragfläche zwei Holme aus 6mm-Depron - im Wurzelbereich aus 6mm-Pappel - spendiert. Als Holmgurte habe ich CFK-Rovings mit 24 Std-Epoxi auf die Ober- und Unterseite der Holme laminiert.
Schon ohne Beplankung war das Tragflächenskelett sehr biegesteif. Als Beplankung habe ich 3mm Depron verwendet. Damit ist die Fläche absolut biege- und torsionssteif.

Die Tragfläche meiner auf meinem Avatarbild zu sehende Nieuport VIH (2m Spannweite) ist mit Ausnahme der Beplankung genauso konstruiert. Anfangs hatte ich die Flächen mit 0,8er Spaltdepron und einer Lage Ponge 5-Seide beplangt. Damit war sie so steif, dass ein 12kp-Servo sie nicht verwinden konnte.

Ich wünsche dir, dass du eine gute Lösung findest.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang
»braun.wolfg« hat folgende Bilder angehängt:
  • Flügelmittelteil  02.jpg
  • Flügelmittelteil  03.jpg
  • Flügelmittelteil 04.jpg
  • Flügelmittelteil  05.jpg
  • Holme 03.jpg
  • Holme 04.jpg
  • P1470359.jpg
  • P1470360.jpg

9

Donnerstag, 22. Oktober 2020, 18:13

Hallo Reiner,
hier noch ein Beispiel für die Positionierung zweier Holme bei einem asymmetrischen Trapezflügel (2m Spannweite).
Die Holme bestehen aus 3mm Depron, die Gurte sind 3mm x 1mm CFK-Profile.
Da die Tragfläche verspannt ist genügt eine Holmbrücke. Ohne Verspannung hätte ich die Holm genauso dimensioniert, positioniert und zwei Holmbrücken vorgesehen.
Btw: Der fertige Flügel ist wesentlich stabiler, als das Foto vermuten lässt.

Bei deiner geplanten Konstruktion würde ich wahrscheinlich auch zwei parallel zueinander liegende Holme vorsehen
- den vorderen so, dass er in die Mitte der vorderen Krümmung des Randbogens münden würde
- den hinteren so, dass er zugleich als Anschlag für die Querruder dienen würde.

Welche Spannweite soll der Flieger denn haben? Leichter wird's mit einem durchgehenden Flügel. Ansonsten brauchst du eine Holmbrücke. Leicht zu konstruieren, bringt aber mehr Gewicht.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang
»braun.wolfg« hat folgende Bilder angehängt:
  • Tragfläche Nieuport VI H 020.jpg
  • Tragfläche Nieuport VI H 009.jpg

ncodernet

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10

Donnerstag, 22. Oktober 2020, 18:16

Danke Wolfgang - sehr coole Lösung. Deine Fläche ist zwar rechteckig, da aber deine Holme eh nicht an der dicksten Stelle der Fläche liegen, könnte ich genau das gleiche mit einem mittig liegenden Holm machen. Ich würde vermutlich nicht so viele Rippen herstellen und evtl. nur als Halbrippen vor dem Holm, das die Profiltreue bei so einem kleinen Modell nicht so wichtig ist. Eine andere Frage: hast du eine Schränkung eingebaut, d.h. die Fläche verdreht?

11

Donnerstag, 22. Oktober 2020, 18:41

Deine Fläche ist zwar rechteckig,


Da warst du etwas schneller als mein zweiter Beitrag mit der Trapezfläche.

Eine andere Frage: hast du eine Schränkung eingebaut, d.h. die Fläche verdreht?


Die Tragflächen beider Modelle haben eine geometrische Schränkung, jeweils etwa 3 Grad.

Bei der Trapezfläche habe ich die Verschränkung per Seilverspannung realisiert (Das Modell ist mit einer Tragflächenverwindung ausgestattet)
Bei der Fläche des Superwals habe ich zum Beplanken die Endleiste so unterlegt, dass sich die Schränkung ergab.

Nochmal. Welche Spannweite soll dein Modell haben?

ncodernet

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12

Donnerstag, 22. Oktober 2020, 21:46

Danke nochmal Wolfgang. Das passt alles sehr gut. Der Bauthread sollte eigentlich hiersein. Dort stehen auch die genauen Daten - das Modell wird recht klein. Sorry für die Verwirrung. Vielleicht machen wir in dem Thread unter Slow- und Parkflyern weiter?