wauwel

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1

Montag, 23. Juni 2014, 05:44

Motor überfettet im Rückenflug -Wie für Entlüftung im Rumpf sorgen?

Hallo zusammen,

ich habe das Problem, dass ein 3W-80Xi in einer 2,6m Velox in der
Rückenfluglage überfettet. Ansonsten läuft der Motor top, auch im
Messerflug.

Ich hatte daraufhin mit der Firma 3W telefoniert und diese Aussage bekommen:

“Der 80er Motor mit Tilotson-Vergaser neigt eigentlich nicht zu
dem geschilderten Problem, der Vergaser würde Lageunabhängig arbeiten.
Kommt es dennoch zu Problemen, dann müsse man sich die Druckverhältnisse
im Bereich des Vergasers anschauen. Ich sollte versuchen, durch eine
Hutze im Bereich des Vergasers, für Frischluft zu sorgen. Alternativ
könnte ich auch ein Rohr von der Motorhaube bis hin zum Vergaser
installieren. Parallel dazu ist der Motordom abschotten.“


Ursprünglich war die Verbindung von dem Motordom zum Rumpf offen und
somit drückte die, vom Zylinder vorgewärmte, Luft in den Rumpf rein.

Die Theorie mit dem unerwünschtem Überdruck klang logisch für mich, weil
ich beobachten konnte, wie sich bei Vollgas die Kabinenhaube anhob. In
diesem Moment musste also ein Überdruck innerhalb des Rumpfes herrschen.

Inzwischen habe ich den Motordom zum Rumpf hin (so gut es halt geht)
verschlossen. Außerdem habe ich ein 45mm Papprohr von der Vorderseite
der Motorhaube bis hin zum Vergaser installiert. Ein Teil vom Luftstrahl
des Propellers gelangt nun durch das Papprohr direkt in den Rumpf
hinein.

Der Referenzdruckanschluss wurde mittels einem kurzen Schlauch auf Höhe des Ansaugtrichters gebracht.

Im unteren Heckbereich der Velox hatte ich eine große Öffnung durch das
Entfernen der Folie geschaffen. Der Luftaustritt ist derzeit sicherlich
3x so groß wie der Lufteintritt.

Das Verhalten des Motors war leider unverändert, noch immer neigt er im
Rückenflug zum Überfetten. Für manche Flugarten, wie dem negativen
Harrier, ist das nicht von Vorteil.

Jetzt brauche ich einen Tipp, wie denn die Luft aus dem Rumpf austreten soll.

Die Anleitung von 3W gibt folgendes an:

„Front- und Heckvergaser benötigen permanente frische Luft.

Am leichtesten gelingt ihnen das mit einer Lufthutze.

Einfache Löcher die in der Nähe der Vergaser in den Rumpf gebohrt werden

haben den gegenteiligen Effekt: Sie saugen die Luft aus dem Rumpf vom Vergaser weg.

Führen sie also frische Luft mit einer Lufthutze in den Rumpf.

Um Überdruck zu vermeiden müssen sie diese Luft mit Löchern im Heckbereich

wieder aus dem Rumpf herausführen.“



Es müssen Öffnungen gemacht werden, aber wo genau, und wie groß sollen diese sein?

Ich schätze mal, dass durch eine zu große Öffnung das Gegenteil
entsteht, also eine (unerwünschte) Saugwirkung und damit ein Vakuum zur
Folge haben würde, oder?

Kennt jemand das Problem mit dem Überfetten und wie könnte eine Lösung aussehen?

Gruß
Thomas

grossiman

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Beruf: KFZ-Meister, spez. Karosserieinstandsetzung

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2

Montag, 23. Juni 2014, 21:12

Hallo.

Mach doch mal ein paar gute Bilder, die sagen oft mehr als viele Worte.

Und wie sieht es mit der Tankanordnung aus? Klingt irgendwie verdächtig wenn er nur im Rückenflug überfettet.

Gruß Andreas
Theorie ist, wenn man alles weiss, aber nichts funktioniert.
Praxis ist, wenn alles funktioniert, aber keiner weiss warum.
Einige verbinden beides miteinander:
Nichts funktioniert und keiner weiss warum ??? .

Mein Verein: http://www.lsc-condor.de/

3

Dienstag, 24. Juni 2014, 00:06

Bei einem Modell dieser Größe ist das zwar nicht mehr ganz so einfach zu testen, aber tritt das Problem auch im Stand in Rückenlage auf, oder nur im Flug?

opflettner

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4

Dienstag, 24. Juni 2014, 11:45

Generell ist die konstante Luftversorgung desVergasers wichtig, sie wirkt aber eigentlich Lage unabhängig. Da das Problem des Uberfettens nur im Rückenflug auftritt, wurde ich eher die Kraftstoff Versorgung über prüfen. Sollte z.b. das Tankpendel im Rückenflug über oder auf jedenfalls hoher als in der Normalfluglage in Bezug auf den Vergasereingang liegen, kann das auch ein Grund für die Uberfettung sein.
Ich frage mich eben, warum sich die Luftströmung bei Rückenflug gegenüber anderen Fluglagen so massiv andern sollte? ???
Mit den besten Grüßen aus dem Lilienthalland.
Ottopeter




Wage deinen Kopf an den Gedanken,
den noch keiner dachte.
Wage deinen Schritt auf die Straße,
die noch niemand ging.
Auf dass der Mensch sich selber schaffe,
und nicht gemacht werde
von irgendwem oder irgendwas.
Schiller

viperchannel

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5

Dienstag, 24. Juni 2014, 11:56

Klingt für mich auch nach zu tief eingebautem Tank. Wenn dein Modell gerade steht so dass die Motorwelle paralell zum Boden ist (Also Heck anheben) liegen dann Tank und Vergaser auf einer Höhe? Und liegt der Tank paralell zur Motorwelle oder ist er in irgend eine Richtung geneigt? Wie sieht deine Tankbelüftung aus?

Was 3W dir beschrieben hat sind Lösungsansätze zum generellen Überfetten des Motors. Z.B. bei hohen Fluggeschwindigkeiten. Die hast du im Harrier mit Sicherheit nicht. Wenn ich deine Problembeschreibung richtig verstehe, läuft der Motor super, egal bei welcher Geschwindigkeit und in welchem Drehzahlbereich, solange du in Normallage bist.

Wenn du nun in Rückenlage fliegst überfettet er. Aber an der ein uns ausströmenden Luft ändert sich ja nichts.
Gruß Frank!

wauwel

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6

Sonntag, 13. Juli 2014, 09:36

Hallo zusammen!

Sorry für die späte Reaktion meinerseits, ich hatte diesen Thread dummerweise nicht abonniert und hatte somit Eure Beteiligung nicht bemwerkt.
Vielen Dank für die Hilfestellung Euerseits. Zwischenteitlich war ich nicht untätig und habe viele Sachen probiert.

Das Problem mit dem Überfetten ist (endlich) behoben. Entscheidend war noch die richtige Größe der Entlüftung.

Ist diese zu groß, dann entstand ein Unterdruck im Rumpf, ist diese zu
klein, dann entstand ein Überdruck –beides führte bei mir, warum auch immer, zum Überfetten des
Motors.


Eine gute Hilfe war das Telemetriemodul mit Höhenmessung, damit konnte ich die Druckverhältnisse gut beobachten.

Der Motor läuft nun perfekt


Gruß

Thomas

opflettner

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7

Montag, 14. Juli 2014, 15:26

Also hättest Du im Rückenflug andere Strömungsverhältnisse bei der Rumpf Entlüftung wie im Normalflug?
Mit den besten Grüßen aus dem Lilienthalland.
Ottopeter




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den noch keiner dachte.
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Auf dass der Mensch sich selber schaffe,
und nicht gemacht werde
von irgendwem oder irgendwas.
Schiller

8

Montag, 14. Juli 2014, 19:30

Bei einer Entlüftung auf der Unterseite ist das zumindest denkbar. Was sagen die Messwerte?

wauwel

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9

Donnerstag, 17. Juli 2014, 16:54

Inzwischen sind die Druckverhältnisse innerhalb des Rumpfes gleichbleibend und somit arbeitet der Vergaser auch konstant.
Mittlerweile übermittelt mir der Motor im negativen Harrier das gleiche Gefühl der Sicherheit wie ein Elektromotor -perfekt.
Ich selber konnte mir anfangs nicht vorstellen, dass eine
Änderung der Fluglage auch eine Änderung der Strömungs- und damit eine Änderung
der Druckverhältnisse innerhalb des Rumpfes nach sich ziehen kann. Erst ein
Telefongespräch hat mich auf diese Möglichkeit gebracht. Laut 3W ist das stark
abhängig vom Modell (Motorhaube, Rumpfform usw.). Eine kleine Winkeländerung des Rumpfes in Rückenfluglage
kann eine Änderung der Strömungsverhältnisse am/im Rumpf zu Folge haben. Ein paar Anwender haben z.B. nur in Messerfluglage diese Probleme.
Die Wirkung ist dieselbe: Kann diese Druckschwankungen die Regelmembrane des Vergasers nicht ausgleichen, dann kommt es zu
eines Änderung des Gemisches -in der Regel zum Überfetten.


Der Betreiber eines Verbrennungsmotors (gleichen Typs) kann z.B. in einer Extra ganz andere Erfahrungen machen
als in einem anderen Modell.
Laut Google bin (war) ich nicht der Einzige, welcher Probleme mit dem Motor in
einer Velox hatte.


Ein weiteren Vorteil hat die Rumpfansaugung noch: Das Betriebsgeräusch des Motors wird deutlich leiser.

10

Donnerstag, 17. Juli 2014, 17:24

Nachvollziehbar. Aber ich hätte nicht gedacht, dass es sich so stark auswirkt.

11

Montag, 22. Juni 2015, 16:28

Hallo
Ist ja nun behoben, nur ein kleiner Einwand.
Bei einem Benzinmotor ist die Einbauhöhe und die Entfernung des Tanks nicht relevant. Nur das erste ansaugen dauert halt etwas länger.
happy landings
Fritz