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Dienstag, 20. Juni 2006, 21:21

Schwerpunktproblem Doppeldecker !

Hallo zusammen,

ich bin nun wirklich nichtmehr als Anfänger zu bezeichnen, aber jetzt brauch ich auch mal Hilfe.
Kann mir mal jemand erzählen was ich falsch mache.

Mein aktuelles Modell ist die "Tiger Moth" von Staufenbiel, die hat so fast 1 Meter Spanweite und ist Elektrisch angetrieben. Als ich damit fertig war hab ich noch schnell alles eingestellt und dann wochenlang auf " Einflugwetter" gewartet :nuts:

Das mit dem SP war gleich so eine Sache, man soll "Ihn" zwischen 80 und 85mm hinter der Nasenleiste der Oberen Fläche setzen und denn Flieger auf dem Kopf stehend auswiegen.

Naja, ging nicht wirklich eindeutig. Entweder die Fuhre kippt nach hinten oder nach vorne :wall: also mal alles gut Glück fertig gemacht, und Erstflug bei "SAUWIND" :D

Modell Rollt an hebt nach 3m ab und Fliegt so lala, aber bei dem wind kannste eh nichts sagen, aber ich war zuversichtlich.

Letzten Samstag voll Freude auf einen Platz als Gastflieger und endlich einen Flug bei tollen Weterbediengungen, also Modell auf Wiese und ab gehts, oder doch nicht ?

Naja, nachdem die Kiste endlich in der Luft war ( Fahrwerk war schief :dumm: ) wollte ich eine Trimmrunde Ziehen und merkte das die Kiste fast nicht zu steuern war . Ich musste mit Voll gezogenem Höhenruder und Vollausschlag auf Quer irgendwie wieder landen, was zum glück auch funktionierte. :ok:

Als ich heute noch mal nach dem SP schaute hab ich mir ne Vorrichtung mit zwei Bleistifeten gebaut ( zum Auswiegen ) kippelte aber auch wider so nichtsaussagend rum. Also im Sp 2 Schraubösen befestigt und an einer Schnur baumeln lassen, selber Mist bloss anders rum. ;(

Bitte sagt mir das ich" Hohl " bin, weil sonst stell ich mich auch nicht so an.

MFG

Philipp ???
Ois easy!!! :D

2

Mittwoch, 21. Juni 2006, 07:59

Hi,

Warum so kompliziert ? - einfach mit den Fingerspitzen nach der 08/15
Methode mal auswiegen.
Ist zwar nicht so richtig professionell,aber meist gibt es Auskunft darüber,
ob der SP so halbwegs passt oder nicht.
Oder eben mit einer SP-Waage.

mfG Roland 8)

Michael67

RCLine User

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3

Mittwoch, 21. Juni 2006, 09:47

RE: Schwerpunktproblem Doppeldecker !

Hallo,

ich habe die Tiger Moth von Staufenbiel auch. Bei mir fliegt sich recht schön, allerdings nur bei keinem oder sehr, sehr wenig Wind.

Zum Schwerpunkt: Der Schwerpunkt liegt so in etwa bei der oberen hinteren eingeschraubten Flächenbefestigung. Das ist wirklich schwierig auszubalancieren, aber ich habe die Finger links und rechts an die hintere obere Flächenbefestigung gehalten, das Modell hochgehoben und "so in etwa" den Schwerpunkt grob eingestellt.

Soviel zum Schwerpunkt generell. War mir noch wichtig ist zu erwähnen: Ich habe meine Tiger Moth Mitte letzten Jahres gekauft (es sollte sich somit um die aktuelle Version der Tiger Moth handeln, es gab wohl auch mal eine frühere Version). Generell ist das Modell recht schwer und stabil gebaut, die angegebenen 500 Gramm hat mein "Baukasteninhalt" locker übertroffen. Meine Tiger Moth wiegt ziemlich exakt 1000 Gramm flugfertig. Sehr viel leichter hätte das bei meinem Modell auch gar nicht hingehauen: da das Modell hinten recht schwer ist, muß eben vorne viel Gewicht hinein. Mein Brushless-Motor wiegt zwar 105 Gramm, trotzdem mußte ich meine 4000er Lipo-Zellen (265 Gramm) ganz nach vorne unter den Motor in die Motirhaube hineinschieben, erst dann stimmt bei mir der Schwerpunkt.

Umkehrschluß: Solltest Du mit extrem leichten Komponenten oder einer anderen örtlichen Verteilung Deiner Komponenten im Modell fliegen, dann ist das Modell mit ziemlicher Sicherheit extrem schwanzlastig.

Schmeiß das Modell nicht weg, stecke die Zeit an Abstimmungsarbeit rein - es lohnt sich, denn die Tiger Moth hat einfach ein wunderschönes Flugbild und mach riesig Spaß.

Viel Erfolg
Michael

4

Mittwoch, 21. Juni 2006, 10:57

Danke für die ersten Antworten.

@Roland,

das mit den Fingerspitzen ist schon klar, aber eben bei der Tiger Moth nicht ganz so einfach, weil du den Akku auf ca. 5-6 cm verschieben kannst ohne das sich was ändert.


@Michael,

wegwefen kommt nicht in Frage. Die Kiste wird schon noch Abgestimmt, aber mir gehen langsam die Ideen aus das man mal den SP exakt hat. ???

Ich habe ein Abfluggewicht von 1024g mit 8X1100mAH GP und einem PJS Motor, die Gewichtsverteilung müsste ganz gut passen da ich den Motorträger selbst gedreht habe ,und der Motor somit soweit wie mölich vorne ist.
Nur wie oben bereits erwähnt, kann ich den Akku wirklich um 5-6cm Verschieben ohne Eindeutigkeit festzustellen :angry: .

Michael kannst du mir etwas über deine Luftschraube, und vorallem über deine Ruderausscläge sagen.

MFG Philipp
Ois easy!!! :D

Michael67

RCLine User

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5

Mittwoch, 21. Juni 2006, 17:24

Hallo,

meine Luftschraube ist eine 9*6 APC Slow Fly. Der Motor ist ein MP Jet Brushlessmotor mit einem 1:3 Getriebe. Ich glaube, der Motor heißt MK2520 oder so ähnlich.

Der Motor geht ohne Getriebe auch in einem kleinen Pylonmodell recht gut, da er hoch dreht (ohne Getriebe). Den hatte ich noch übrig, deshalb habe ich ihn für die Tiger Moth verwendet, außerdem macht das Getriebe ein ganz nettes Geräusch, das zum Flieger irgendwie passt.

8 GP1100 dürften so um die knapp 190 Gramm wiegen. Wenn Du die ganz nach vorne (aber wirklich ganz vorne bis ans vordere Ende der Motorhaube) schiebst, dann dürfte Deine Moth wahrscheinlich immer noch schwanzlastig sein, sofern Dein Motor in etwa 100 Gramm wiegen sollte.

Grund: Mit meinem Motor (knapp über 100 Gramm und 10 GP 1100 (wiegen 230 Gramm) hat der Schwerpunkt noch nicht ganz gestimmt, das gute Stück war noch ein wenig hecklastig. Mit etwas Blei unter der Motorhaube ging es dann aber. Deshalb habe ich auf meine 265 Gramm Lipozellen umgestellt, jetzt passt der Schwerpunkt und das Bleistück entfällt auch.

Zu den Ausschlägen (nur näherungsweise, denn sitze gerade mehrere km vom Flugzeug entfernt):
Quer nach oben: Bei mir recht viel, so viel wie möglich.
Quer nach unten: Halb so viel wie nach oben (über Differenzierung der QR). Die Reduzierung auf die Hälfte halte ich für recht wichtig.
Expo: habe ich auf 25% eingestellt.
Aber das sind nur die Maximalausschläge, die benötigt man nur, wenn man untypische Rollen mit dem Modell fliegen will. Für´s normale Fliegen genügen auch deutlich kleinere Ausschläge.

Zum Fliegen stelle ich die Querruder (da 2 Servos verbaut sind) gerne mal ein wenig nach oben, damit wird das Modell nochmals ein wenig langsamer.

Seite: Links und rechts jeweils ca.30-35 Grad.

Viele Grüße
Michael
PS: Probier mal den Link, da ist die Moth im Flug drauf, sofern Heinz den Film wieder online gestellt hat: www.hpag.gmxhome.de/videos/WOS3.wmv

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Michael67« (21. Juni 2006, 17:29)


6

Mittwoch, 21. Juni 2006, 21:28

RE: Schwerpunktproblem Doppeldecker !

Zitat

Ich musste mit Voll gezogenem Höhenruder und Vollausschlag auf Quer irgendwie wieder landen, was zum glück auch funktionierte.
Das kann aber nicht am Schwerpunkt gelegen haben, da war sicher irgendwas schief / verzogen :shy:

Michael67

RCLine User

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7

Donnerstag, 22. Juni 2006, 09:56

RE: Schwerpunktproblem Doppeldecker !

Hallo,

nochmal zum Thema Schwerpunkt: Ich habe oben geschrieben, dass ich meine Akkus ganz nach vorne geschoben habe. Damit meine ich wirklich "ganz nach vorne", d.h. direkt nach den ca. 1,5mm Motorhauben-Materialstärke kommt DIREKT dahinter der Akku - er sitzt somit genau unter dem Motor. Nicht, dass es hier Mißverständnisse gibt.

Viele Grüße
Michael

gugelhopf

RCLine User

Wohnort: Schwarzenburg, Schweiz

Beruf: Maschinenbaustudent

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8

Donnerstag, 22. Juni 2006, 10:32

Zitat

Original von Rennbrot
das mit den Fingerspitzen ist schon klar, aber eben bei der Tiger Moth nicht ganz so einfach, weil du den Akku auf ca. 5-6 cm verschieben kannst ohne das sich was ändert.


Hi Phillipp

Doch, da ändert sich was ;)

Problem beim auswiegen über kopf ist, dass der Modellschwerpunkt ÜBER dem Haltepunkt zum auswiegen liegt. Das modell wird instabil (wie ein Besen auf der Fingerspitze balanciert) und kippt entweder nach vorne oder nach hinten weg.


Versuch mal den Aufbau auf dem angehängten Bild

Die Roten Klötze sind selbstgebastelte Stützen, der Klotz links liegt an der Stelle unter der Fläche, wo du sonst die Finger zum Auswiegen hintätest, der hintere ist so bemessen, dass das Modell parallel zum Tisch liegt.
Der Schwerpunkt passt, sobald sich das Heck gaaaaaanz sanft von selbst vom rechten kKotz abheben will.


Gruss Fabian
»gugelhopf« hat folgendes Bild angehängt:
  • auswiegen.jpg

Gewurtz

RCLine User

Wohnort: D-34560 Fritzlar Danziger Straße 9

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9

Donnerstag, 22. Juni 2006, 10:32

Hallo,

hast du denn mal die EWD überprüft? Die obere Fläche sollte 0 oder -0,5° haben und die untere so um die 1-1,5°. Der SP liegt bei solcher Flächenkonfiguration (postive Staffelung) in der Regel an der Vorderkante oder kurz dahinter bei der unteren Fläche.
Wenn die Motte damit nicht fliegt, ist was anderes faul.

positve Staffelung: obere Fläche 0° oder negative EWD
untere Fläche immer positve EWD (je nach Profil so um die 1-1,5°

neutrale Staffelung: beide Flächen gleiche EWD
negative Staffelung: zB Staggerwing obere Fläche positve EWD
untere Fläche 0-negative EWD

Mit dieser Grundeinstellung fliegt jeder DD
Gruß Gerhard

Hasta la victoria siempre (Che)

HP des MFV-Colibri-Fritzlar

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Samstag, 24. Juni 2006, 16:00

Hallo zusammen,

das waren jetzt mal SUPERTIPPS, vorallem den mit den Glözchen unterlegen.
Die EWD und Rest stimmen eigentlich, nur eben der SP machte Probleme.

Ich werde das jetzt mal alles antesten, und nach dem nächsten Flug geb ich nochmal bescheid.

Danke für die Hilfe ,

Philipp :D
Ois easy!!! :D

Michael67

RCLine User

Wohnort: Stuttgart

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11

Samstag, 12. August 2006, 10:36

Hallo Philipp,

fliegt das Fliegerchen inzwischen?

Viele Grüße
Michael

12

Samstag, 3. Oktober 2009, 18:27

Auch wenn dieser Thread schon Asbach-Uralt ist, hoffe ich dennoch auf ein bisschen Hilfe.
Hatte mir auch vor 3 Jahren die Tiger Moth V2 gekauft. Und auch ich hatte die massiven Schwerpunktprobleme. Musste durch den leichten Brushless in Verbindung mit einem LiPo unglaubliche 140g in die Nase packen. Das war beim Erstflug aber nicht wirklich das Problem. Bei mir zog die Motte bei Vollgas voll nach links was den Start schon fast zu einer Mission Impossible werden ließ. In der Luft war es auch nicht besser. Die Querruderwirkung nach rechts war fast wirkungslos. Bei Motor aus flog das Modell schön gerade. Ergo, der Seitenzug stimmt nicht. Nachdem ich beim laden den Lipo in einem Moment der Unachtsamkeit (man kann auch sagen ich habe gepennt) zerschossen hatte, landetet die Motte aus Frust ersteinmal auf den Schrank. Da ich sie jetzt aber wieder reaktivieren möchte komme ich jetzt zu meiner Frage. Hatte von euch jemand ähnliche Probleme oder hat von vornherein einen anderen Motorzug eingebaut?
Ich habe meinen gut und gerne vom Originalzustand verdoppelt. Hatte aber durch das LiPo-Missgeschick vorerst noch keine Gelegenheit zum testen.
Auch wenn ich sicherlich schon lange nicht mehr zu einem Anfänger zähle, lässt mir dieses Modell langsam graue Haare wachsen. :dumm: