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Samstag, 20. August 2016, 14:26

Höhenruder bei Schaumwaffel falsch eingebaut - beste Ausrichtung?

Hi,

ich hatte ja schonmal nachgefragt, was wohl am besten für meine bessere Hälfte zum Einsteigen wäre (siehe Suche Einsteigerschaumwaffel, Nurflügler?)
Nachdem ich 7mm Depron Platten in 1300mm Breite im Baumarkt gesehen habe, habe ich daraus sofort eine Tragfläche gebastelt. Einen NAZE32 kompatiblen Flugcontroller ist auch schon drin und stabilisiert auch schon das Höhenruder, und zwar sehr gut.

Das Problem ist nun Folgendes:
Ich hatte wahnsinnige Schwierigkeiten den Schwerpunkt korrekt einzustellen, da das Teil ständig mit der Nase nach unten wollte. Nachdem der Akku dann SO weit hinten war, dass der Schwerpunkt hinter der Hälfte der Tragfläche war, habe ich bemerkt, dass ich das Höhenruder falsch eingebaut habe. Beim Ausschneiden der Auflagefläche muss ich wohl geschielt haben...

Nun ich hab dann volle Trimmung nach oben gegeben, und das Teil flog dann (Schwerpunkt ist auf etwa 1/3 ab Vorderkante Tragfläche eingestellt).

Da das natürlich so nicht bleiben kann, will ich das korrigieren. Früher™ habe ich immer ein Lineal durch die Mitte der tragflächenvorder- und Hinterkante gelegt, da ich keine Ahnung hatte, was für ein Profil ich da vor mir hatte. So ist das nun auch. Da ich nun nur einmal schneiden möchte, ist die Frage, ob ich mit diesem Verfahren ein gutes Ergebnis bekommen werde oder nicht? Der Motorsturz ist zudem in etwa 2° nach unten.

Wäre nett, wenn sich das mal jemand ansehen könnte.


Schöne Grüße und Danke.

Die Linien sind jeweils parallel

comicflyer

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2

Samstag, 20. August 2016, 15:16

Hi LL,
bei so einem Zweckflieger würde ich das korrigieren, in dem ich seitlich am Rumpf neue
Flächenauflagen mit entsprechender EWD anklebe. 1,5° - 2° sollten reichen...
Oder vorne unter die Fläche einfach mal was drunterlegen?
Obwohl, wenn ich Dein Flächengummi sehe, würde ich schon seitliche Verstärkungen drankleben
und da sofort Dübel für Flächengummis rein.

Um so etwas auszumessen gibt es EWD-Waagen. MeineRobart begleitet mich schon ~30 Jahre.

Zur Erklärung:
EWD = Einstell-Winkel-Differenz (Konstruktionsmerkmal!)
Diese Differenz wird iA zwischen den Sehnen von HLW-Profil und Tragflächenprofil errechnet.
Die Tragfläche sollte dabei positiv eingestellt werden, dh mit der Vorderkante hoch.
Ausnahme: Doppeldecker! Da ist oftmals die obere Fläche (leicht) negativ eingestellt.

Manche rechnen auch die Winkel von Fläche und Leitwerk auf die Rumpflängsachse zurück und nehmen dann
da die Differenz. Da ein Rumpf aber recht wenig aerodynamische Enflüsse hat, nehme ich den kurzen Weg.
Zumal auch eine EWD-Waage nicht dafür gedacht ist, sie am Rumpf anzulegen/anzuhalten.

Einstellwinkel wird auch von "Profis" oft mit Anstellwinkel verwegbuchselt.
Anstellwinkel ist der senkrechte Winkel zwischen Rumpflängsachse und Flugbahn. Das ist ein dynamischer
Winkel und kein Konstruktionsmerkmal.

CU Eddy
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3

Samstag, 20. August 2016, 15:32

Aber wenn ich was unterlege, dann stimmt ja der Motorsturz nicht mehr?
Das mit der Waage ist eine gute Idee, werde ich mir aber selber basteln (Elektronische Wasserwaage und ein paar Aluprofile sollten das tun).



Wegen den Flächengummis, innen ist ein Kasten aus Holz mit 2K Kleber, da geht nix kaputt.

comicflyer

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4

Samstag, 20. August 2016, 15:50

Der Motorsturz ist zudem in etwa 2° nach unten.

Einfach 1-2 U-Scheiben unter den Motor legen und damit hochkippen?
Evtl. auch Leitwerk rausschneiden und richtig einkleben?
Ich weiss von hier aus nicht, was einfacher ist...

CU Eddy
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ChForrer

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5

Sonntag, 21. August 2016, 12:35

Hallo

Ich würde zuerst einmal mit unterlegtem Flügel ein paar Runden drehen, um zu sehen wie viel es braucht (Motorsturtz kommt dann später); und erst dann wenn es soweit passt schauen wie das dauerhaft umgebaut werden kann :ok:



Gruss und viel Erfolg

Christian
Konstruieren > bauen > fliegen, das ist eines meiner Hobbys

Meine Homepage: RC-Modellflug, VFR und Archäologie

Hilmar

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6

Mittwoch, 7. September 2016, 09:36

Aber wenn ich was unterlege, dann stimmt ja der Motorsturz nicht mehr?
Das Einfachste ist, wenn Du als Basis die Höhenruderebene betrachtest.

Wenn das Höhenleitwerk per Definition 0° besitzt, sollte der Flügel dazu um die von Eddy genannten 1,5 bis 2 Grad angestellt werden.
Und wenn Du nun die EWD am Flügel änderst, dann ändert sich der Motorsturz nicht, weil Du ja das Höhenleitwerk nicht änderst. Vorausgesetzt, Du misst den Motorsturz-Winkel in Bezug zum Höhenleitwerk und nicht etwa zum Flügel!



Der Motorsturz kann nun so ganz grob zwischen 2 und 5° betragen, aber das hängt von der Modellauslegung, dem Flügelprofil und auch der EWD ab.
Zum Verständnis der groben Zusammenhänge:

Man stellt den Motor nach unten zeigend ein, damit er den Mehrauftrieb bei Fahrtzunahme kompensiert oder zumindest vermindert - je nach persönlichen Vorlieben.
Wenn bei Vollgas das Modell plötzlich einen Looping macht, dann hat man offensichtlich zuwenig Sturz vorgesehen. Andersherum darf das Flugzeug bei einem Gasstoß auch nicht nach unten abtauchen. Ein leichtes Steigen ist meist angenehm, und beim Kunstflugzeug sollte sich gar nichts ändern.

Beim Hochdecker kommt noch die Einbauposition des Motors hinzu, da er tiefer liegt als der Flügel. Es ergibt sich bei Fahrtzunahme ein Drehmoment des Modells nach oben, was ebenfalls durch den Sturz gemindert wird. Daher benötigen in der Regel Mittel- und Tiefdecker weniger Sturz als Hochdecker.


Herzlichst
Hilmar.
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