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Sonntag, 22. Februar 2004, 14:55

Stromaufnahme im Flug? Wieviel niedriger als im Stand?

Hallo,

weiß jemand aus Messung oder Erfahrung um wieviel Prozent
sich die Stromaufnahme im Flug gegenüber der im Stand verringert?

Habe eine "Chipsledde" (Colorado 21W) die eine 9x4,7 APC
an 3Lipolys (1200erKokam) mit gut 7000U/min antreibt
und dabei im Stand ca. 5,5A zieht.

Die 1200erKokam sind aber nur bis 4A wirklich hochstromfest (ca. 90% entnehmbare Kapazität).
Bei 6A sind es nur noch ca. 50%.

Bis jetzt habe ich es noch nicht geschafft, nonstop mit
Vollgas zu fliegen und die Zeit zu stoppen, um so vielleicht
die Stromaufnahme zu errechnen.....

Kann jemand helfen?


Gruß Klaus

2

Montag, 23. Februar 2004, 16:41

RE: Stromaufnahme im Flug? Wieviel niedriger als im Stand?

In einem anderen Modellbau-Forum wird die Meinung vetreten,
daß die Stromaufnahme im Flug etwa 10-20% unter der
im Stand liegt.

Was sagen die Experten hier? Kommt das hin?


Gruß Klaus

3

Montag, 23. Februar 2004, 16:49

RE: Stromaufnahme im Flug? Wieviel niedriger als im Stand?

Hallo

Ich bin zwar kein Experte, aber ich kann aus Erfahrung sagen, dass bei Günni Props die Stromaufnahme im Flug merklich geringer ist als im Stand. Da kommen am Speed400 Werte von ca. 11-13A im Stand und nurnoch (übern Megabreiten Daumen ;) ) ca. 8-9A im Flug vor.
Nachweis: Mit 12A Dauer müsste der Motor nach 5 Minuten Sauervollgas durchgebrannt sein, er hält aber locker 30x solang, bevor die Leistugn in die Knie geht. Man kann auch deutlich länger Dauervollgas fliegen, als bei 12A rechnerisch möglich wäre.
Liegt daran, dass sie die Steigung bei den Günnis unter Last "rausdreht".
Bei Slowfly Props soll es zu sehr ähnlichen Erscheinugnen kommen.

Matthias

clystron

RCLine User

Wohnort: Vorarlberg/Österreich

Beruf: Softwareentwickler

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4

Montag, 23. Februar 2004, 16:56

Der Strom geht im Flug normalerweise zurück gegenüber dem Stand weil der Propeller anders angeströmt wird. Je grösser die Steigung um so mehr geht der Strom zurück mit steigender Geschwindigkeit. Wenn das Modell genau mit der Strahlgeschwindigkeit des Antriebs fliegt müsste der Strom gegen den Leerlaufstrom des Motors gehen. Wirds schneller beginnt das Ganze zu bremsen und geht in den Generatorbetrieb ;)

Ausnahmen sind Props mit extremen Steigungen, da kanns sein dass die Strömung im Stand abreisst, der Prop keine Leistung bringt und folglich der Motor auch nicht so viel schluckt wie im Flug.

Das gilt auch für Props die sich im Flug nicht verformen.

mfG
Wolfgang
There are 10 types of people in the world: Those who understand binary, and those who don't...

5

Montag, 23. Februar 2004, 16:59

RE: Stromaufnahme im Flug? Wieviel niedriger als im Stand?

Das ist ja schon mal ein Anhaltspunkt, Danke.

Ich habe es leider noch nicht geschafft, Dauer-Vollgas zu fliegen
bis der Akku leer ist.
Irgendwo habe ich -glaub ich zumindest- mal gelesen,
daß die Stromaufnahme im Flug um ca. 30% sinkt.
Das käme ja Deinen Erfahrungen recht nahe.

Werde wohl auf gutes Wetter warten und meine Mühle
mit Vollgas über die Felder jagen, bis der Steller
den Motor abregelt.....

Klaus

MarkusM

RCLine User

Beruf: Zivildienstleistender

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6

Montag, 23. Februar 2004, 19:25

RE: Stromaufnahme im Flug? Wieviel niedriger als im Stand?

Zitat

Original von Klausxtreme
In einem anderen Modellbau-Forum wird die Meinung vetreten,
daß die Stromaufnahme im Flug etwa 10-20% unter der
im Stand liegt.



parkflyer.de :D

strom sollte geringer sein als im stand, da ja das modell eine gewisse geschwindigkeit hat und nicht steht (bezieht sich auf den normalen gradeausflug)
Glücklich ist, wer vergisst, was nicht zu ändern ist :w

Ecky

RCLine User

Wohnort: Fürstentum Büdingen

Beruf: Dipl.Ing.(FH) Biotechnologie

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7

Montag, 23. Februar 2004, 22:21

RE: Stromaufnahme im Flug? Wieviel niedriger als im Stand?

Also, Motocalc rechnet das in etwa so:

Gruß, Ecky
[size=1]Yoda of Borg am I, grammar irrelevant is.

.[/size]

8

Montag, 23. Februar 2004, 23:08

folgend ein Beispiel (Direktantrieb, Günniprop):

Und noch ein paar Werte zum rechnen:

Am Boden: 0m/s / 15200U/min 12,8A
Steigflug: 17m/s / 15800U/min / 11,1A
Stechflug: 32m/s / 19500U/min / 7,3A
Geradeausflug: 23m/s / 16700U/min / 9,2A

Gruß Dietrich

Jürgen N.

RCLine User

Wohnort: CH 8604 Volketswil

Beruf: war einmal...

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9

Dienstag, 24. Februar 2004, 09:15

Vor vielen, sehr vielen Jahren wurden in FMT ein halbes Dutzend Antriebe im Stand und bei "Fluggeschwindigkeit" aus dem fahrenden Auto vermessen.
Der grösste Unterschied war etwa 15%, meist weniger als 10% weniger Stromaufname.
Gruss Jürgen

Flurnügler

RCLine User

Wohnort: Früher Dortmund, dann Regensburg, jetzt Schwabach bei Nürnberg !

Beruf: Elektronik-Ing

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10

Dienstag, 24. Februar 2004, 10:23

Für diese Fragestellung hatte ich mal ein Programm geschrieben.
http://hometown.aol.de/stburra/Flugmodell/Mot_prop.zip
Als Fluggeschwindigkeit kann man etwa das 1.5 bis 2-fache der Minimalgeschwindigkeit annehmen, die sich aus der Flächenbelastung ergibt.

Der Strom ist proportional zur Zugkraft. Damit ist das Verhältniss von Zugkraft im Flug zu Standschub in etwa der gesuchte Wert. Großer Propeller mit kleiner Steigung bringt viel Standschub, aber starkes Nachlassen bei Geschwindigkeit. Bei kleinem Propeller mit großer Steigung läßt der Schub und somit der Strom weniger nach. Der große Propeller hat einen besseren Wirkungsgrad.

Das Ganze ist also eine Frage nach der optimalen Anpassung des Propellers an den Motor. Und da kann dieses Programm weiterhelfen.
Wo keine Strömung ist, kann auch nix abreißen

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