osti

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1

Dienstag, 17. Februar 2009, 14:20

Allgemeine Frage zur Segler-Auswahl

Hallo,

spiele mit dem Gedanke meinen EGE in den Ruhestand zu schicken und mir einen neuen und leistungsfähigeren Segler (wahrscheinlich E-Segler) zu holen.
Möchte ihn dann vorzugsweise in der Thermik einsetzen, weshalb er schön empfindlich auf schwache Bedingungen reagieren sollte und auch schön langsam gemacht werden kann. Bezüglich der Größe hätte ich 1,8m - 2,5m gedacht.
So und jetzt meine Fragen dazu: :shy:

1. Wann ist ein Modell besser für die Thermik geeignet, wenn es besonders leicht ist oder eine große Spannweite hat?
Grund für die Frage ist, dass wenn ich mir einen 1,8m Segler anschaue (z.b Highlight Speed) und ihn dann mit einem 2m-Segler vergleiche (z.b. Helios von Ostflieger oder Super Fips), dann sind das gut und gerne 150g und mehr Gewichtsunterschied für gerade mal 20cm mehr Spannweite?! Lohnt sich das?
Könnte es sein, dass der einzige Vorteil von großen Spanweiten der ist, dass man damit höher kann (wegen Sichtbarkeit) und deswegen länger in der Luft ist oder reagieren die auch besser auf Thermik als z.b. ein kleiner HLG??

2. Lohnen sich bei der 2m-Klasse Wölbklappen? Damit kann man zwar das Profil verwölben um langsamer zu fliegen und damit besser auf geringste Thermik reagieren, aber steht da der Gewichtszuwachs für weitere Servos und der größere Widerstand durch die Servoabdeckungen nicht in einem Missverhältnis zum Nutzen??
Der Vorteil der Butterfly-Stellung dürfte sich ja bei so kleinen und lansamen Seglern in Grenzen halten...
Hab z.b. gesehen, dass CHK beim Super Fips Elektro grundsätzlich von Wölbklappen abrät (und die auch nicht anbietet, wenn's ein E-Segler ist), weil dann das Gewicht zu hoch wäre.

Hoffe ihr könnt mir ein wenig helfen... :ok:

Gruß Martin

migru

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2

Dienstag, 17. Februar 2009, 17:27

Hallo Martin,

die Spannweite 1,8m oder 2,5m ist fast Geschmacksache. Wichtig ist - für gute Thermikeigenschaften - eine niedrige Flächenbelastung des flugfertigen Seglers oder E-Seglers

Ein kleinerer Segler ist meist leichter und durch die kleiner Spannweite kannst du meist enger kreisen, womit du gute Chancen hast, auch in niedriger Höhe (unter 20m) Thermik auszukurbeln.

Mit einem größeren Segler kannst du in größerer Entfernung und auch größerer Höhe fliegen (Sichtbarkeit).

Ein reiner Thermiksegler (ob mit oder ohne Antrieb) ist meist gewichtsoptimiert, also sehr leicht und fliegt in der Regel auch entsprechend langsam. Wölbklappen würden hier wenig Sinn machen. Wölbklappen brauchst du, wenn der Segler möglichst universell einsetzbar sein soll: also Thermik- und Kunstflug oder um mal etwas schneller fliegen zu können.

Bei einer Spannweite von z..B. 2m auf 50g zu achten ist eher eine Glaubensfrage. Da kommt es eher auf die Fähigkeiten des Piloten an.

Da ich auf z.B. nie mehr auf mein Vario verzichten würde (mit dem Ding habe ich meine Flugzeiten vervielfacht :D ), nehme ich nur noch Flieger, in die mein Vario reinpasst.
Gruß
Michael

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »migru« (17. Februar 2009, 17:27)


Minihawk

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3

Dienstag, 17. Februar 2009, 19:58

Ich würde einen Thermiksegler nie mehr ohne fähige Landehilfen haben wollen. Also entweder Schemp-Hirth-System oder Endfahnen-Klappen, die nach oben und unten rausdrehen.
Liebe Grüße
Hartmut

migru

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4

Dienstag, 17. Februar 2009, 20:05

Kann ich nur zu 100% zustimmen, Hartmut :)
Gruß
Michael

Madmao

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Mittwoch, 18. Februar 2009, 10:58

Hallo zusammen,

Wölbklappen lohnen sich flugtechnisch nur, wenn auch das Profil wölbklappentauglich ist.

Zum Landen ist es natürlich sehr angenehm, die Krähe machen zu können, vor allem, wenn wenig Platz zum Landen da ist.

Gruss

Florian
Mein Hangar: Erwin XL, Erwin5 DS, Sunbird, FunCub, Valenta Flash

Schulhangar: EasyGlider Pro, EasyStar 2

Steuerung: DX18T

Junior Steuerungen: Spektrum DX5, Spektrum DX6 V2

bee666

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6

Donnerstag, 19. Februar 2009, 22:59

RE: Allgemeine Frage zur Segler-Auswahl

Ich kenne deine Flugfähigkeiten nicht, aber ich will nicht mehr auf WK verzichten - nur des langsamen Landens wegen. In der Luft passiert deinem Flieger nix, aber die Landung ist arschgefährlich. Wenn ich das für 100gr zusätzlich besser im Griff habe, ist mir das die Sache Wert.

Ich habe ausserdem gelernt, dass bei gleicher Spannweite und Gewicht das Profil des Flügels *unglaublich* die Flugeigenschaften beeinflusst.

Und last but not least, wenn du den Helios in der Auswahl hast, den kann ich nur 100% empfehlen, der ist sauschön und fliegt lammfromm. Und einen Flieger mit E und WK für 1100 gr kriegst du nicht so schnell woanders ;-)
Gruss, Bee

http://rqq.free.fr

osti

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7

Freitag, 20. Februar 2009, 12:38

Danke für die Antworten und Tipps! :ok:

Naja was meine Landefähigkeiten angeht, kann ich die nur schwer beurteilen, wenn es um das Landen mit einem "richtigen" Segler geht. Den EGE bekomm ich immer ordentlich runter, mit und ohne Spoiler; diverse Motorflieger (Scale und Kunstflug) bis 1,25m Spannweite hab ich auch immer heil runtergebracht und mein Heli hat bisher auch noch keinen Schaden beim Landen genommen, aber der fällt hier ein wenig aus dem Rahmen.

Wie sich jetzt so ein richtiger Segler mit 1,8m+ Spannweite beim Landen anfühlt, weiß ich nicht, aber ich dachte immer, dass es nicht so schwer wäre, weil die meistens auch nicht ganz so schnell fliegen.

Den Helios habe ich auch in meiner Auswahl (und finde ihn auch optisch am besten), aber bei dem bin ich mir so garnicht sicher. Der ist nämlich, wenn ich wie die meisten bei 850g aufwärts lande, ganze 250g schwerer als der Megalight (und bei 1100g wie du schreibst, sehr viel schwerer). Zudem bietet mir der Megalight die durchgängigen Querruder, die ich als Wölbklappen nutzen kann und hätte dann bis auf die Butterflystellung den positiven Effekt der WK bei wesentlich geringerem Gewicht.
Naja, und da ich eher in der Thermik fliegen will, kommt mir das langsamere Profil des Megalight (S4083) im Gegensaz zum SD7037 vom Helios auch zu Gute.
Wenn der Helios aber trotz ordentlich höherem Gewicht und trotz des "schnelleren" Profils, aufgrund seiner 20cm mehr Spannweite und den WK besser in der Thermik geht würde ich sofort den nehmen...

@bee666: Wäre super, wenn du etwas zum Geschindigkeitsereich des Helios schreiben könntest und zum Thermikverhalten...

Gruß Martin

8

Freitag, 20. Februar 2009, 23:23

Meiner Meinung nach soll das gewicht zum Konzept und vor Allem zur Einsatzart passen. Für meine Zwecke ist das Gewicht als vorrangiges Leistungsmerkmal nicht ausreichend. Für die meisten Flugmanöver braucht man etwas Energie, und die kommt vom Gewicht. Bei der Landung, speziell im Landeanflug, stört die Energie und wird daher durch Störklappen, Butterfly-Stellung etc. vernichtet.

Unter 2 m Spannweite ist es schwer, gute allround-EIgenschaften zu bekommen. Das hat mit der Reynoldszahl zu tun, das Verhältnis zwischen Auftrieb und Widerstand wird schlechter, wenn der Flieger kleiner wird.

Wenn die Thermik einsetzt und gefunden wird, gehts es hinauf, 200 Gramm mehr oder weniger:egal. Ebenso im Hangaufwind. Und wenn es "säuft" dann geht es eben runter, auch mit den Leichtgewichten. Sicher kann man mit wenig Gewicht langsamer fliegen...aber wer will das schon ?? :evil:

PS: das soll ein eher provokatives´Gedankenspiel gegen die uns schon verinnerlichte Sucht, Gewicht zu sparen, sein. Natürlich hat ein zu schwerer Flieger ganz entsetzliche Flugeigenschaften.
lG Gerald aka greenx

Zitat

"Das Gefährliche am Fliegen ist die Erde" (Wilbur Wright)

www.modellflug-buch.com
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cebudom

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9

Samstag, 21. Februar 2009, 00:01

Zitat

Original von migru
Da ich auf z.B. nie mehr auf mein Vario verzichten würde (mit dem Ding habe ich meine Flugzeiten vervielfacht :D ), nehme ich nur noch Flieger, in die mein Vario reinpasst.

wtf ist ein Vario ?

10

Samstag, 21. Februar 2009, 00:35

Ein Vario zeigt dir über Funk an ob der segler steigt oder sinkt.
Tiefer kontinuirlicher Ton sinken, hohes piepsen steigen.

Boris

cebudom

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11

Samstag, 21. Februar 2009, 01:04

boah sachen gibts!
gib mir mal paar links will mich mal einlesen :)
wie schautn so ein ding aus?

migru

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12

Samstag, 21. Februar 2009, 06:30

Hallo cebudom (hast du auch einen richtigen Namen?),

hier kannst du dich mal einlesen:
http://www.picolario.de/picolario_talk/picolario_talk.htm
Gruß
Michael

osti

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13

Montag, 23. Februar 2009, 17:18

@greenx: Danke für deine Beitrag, so hab ich es bisher noch garnicht betrachtet. Ein bisschen Mehrgewicht kann wohl doch nicht schaden, jedenfalls beim Allrounder nicht.

@all: Auch wenn es jetzt offtopic ist: Wenn ich beim E-Segler noch Wölklappen ansteuere bekomme ich doch ordentliche Probleme mit dem BEC? Wie lös ich denn das am besten? Einen extra Empfängerakku und wenn ja, was für einen. Habe mittlerweile nur noch lipos, ich weiß aber nicht ob die als Empfängerakku geeignet sind, weil die ja eine etwas "unbequeme" Nominalspannung von 3,7V haben...

Gruß Martin

Minihawk

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14

Montag, 23. Februar 2009, 18:48

Bei einem Segler ist das BEC echt sehr angenehm, selbst wenn es ein externes ist. Ich halte von zusätzlichen Batterien nix, denn die muss man auch laden. Externe BECs lassen meist größere Ströme zu, da deren Regler getaktet arbeiten.
Liebe Grüße
Hartmut

osti

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15

Montag, 23. Februar 2009, 19:03

Danke für die schnelle Antwort. hab mich gerade auch ein wenig in das Thema eingelesen und denke das ein externes EC genau das richtige ist...

cebudom

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16

Montag, 23. Februar 2009, 20:49

ehm was ist ein externes BEC ?

bee666

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17

Montag, 23. Februar 2009, 20:54

Hi,

zum Geschwindigkeitsverhalten des Helios: der ist so langsam, dass er in der Luft fast steht. Er kann allerdings auch Loopings etc. Die 1100 gr sind wohlgemerkt mit Elektro. Ich hatte vorher nur Flieger die in der selben Spannweite auf 1500-1600 gr Abfluggewicht kamen - die waren wesentlich flotter (2flott4me). Ein 2-m-flieger mit Elektromotor und nur 860 gr - das möchte ich sehen. Evlt. der Climaxx Compact von Höllein...

Und laut http://www.aerodesign.de/profile/profile_n.htm ist das SD7037 ja ein ausgezeichnetes Thermik (und langsames) Profil.

Mir kommt das sehr entgegen, da ich ein gemütlicher Feierabendsflieger bin.

(Da es mein eigenes Modell ist: ) ich kann den Helios als langsamen Thermikflieger uneingeschränkt empfehlen.

Cheers, bee.
Gruss, Bee

http://rqq.free.fr

Minihawk

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18

Montag, 23. Februar 2009, 22:27

Bzgl. BEC: BEC ist ein AKüfi (Abkürzungsfimmel) und heisst "Battery Elimination Circuit", übersetzt "Batterie-Entfernungs-Einheit". Es ist bei vielen Reglern (vorallem Reglern mit geringer Leistung (unter z.B. 60A)) enthalten. Es versorgt den Emfänger und die Servos mit Strom aus dem Flug-Akku, ein separater Empfänger-Akku wird dann überflüssig.

Der Stromverbrauch von vier Servos wird vom BEC des Reglers normalerweise problemlos gemeistert, aber mit Wölbklappen sind es schon sechs Servos, da kann das eine Ampere, was das BEC leifern kann, schon zu wenig sein. Auch ist die maximale STromstärke von der Akkuspannung abhängig, je mehr Spannung der Akku hat, desto schwerer tut sich das "Standard-BEC" damit, die 5V für den Empfänger und Servos zur Verfügung zu stellen.

Da bieten sich externe BEC-Schaltungen an. Diese haben spezielle Elektronik, um viel Strom auch bei hohen Akku-Spannungen liefern zu können.
Liebe Grüße
Hartmut

19

Montag, 23. Februar 2009, 22:33

Zitat

Original von cebudom
ehm was ist ein externes BEC ?


Bei den meisten Flugreglern ist eine elektronische Schaltung integriert, die vom Antriebsakku "Saft" für den Empfänger abzweigt, und zwar in einer für den Empfänger geeigneten Spannung (4,8-6 Volt) und Stromstärke (1,5-3 Ampere).

Hat man einen Regler, der diese BEC - Funktion (battery eliminating circuit) nicht hat, brauch man entweder eine eigene Empfängerstromquelle (also einen Akku, der 4,8-6 Volt Spannung aufbringt), kurz: Empfängerakku.

Oder man schließt zwischen dem Antriebsakku und dem Regler ein externes BEC an, welches in der Regel mehr Servos versorgen kann, weil höhere Ströme möglich sind. Dafür wird der Antriebsakku auch schneller leer. Oft werden externe BEC's auch als UBEC's verkauft, keine Anhung was das U heisst....

edit: war zu langsam...
lG Gerald aka greenx

Zitat

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »greenx« (23. Februar 2009, 22:37)


osti

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20

Montag, 23. Februar 2009, 23:01

@bee666: Naja, ob 860g bei einem 2m-Segler der für die Thermik bestimmt ist so etwas seltenes ist, würde ich mal bestreiten. Die meisten Thermik-Segler mit 2m Spannweite haben etwa 440g Leergewicht und da sollte man voll ausgestattet gut auf 800g kommen. Beim Superfips sind 750-850g die regler trotz Elektro-Antrieb.

Ich hab mich auch schon gewundert, warum die meisten Helios etwas schwerer sind, aber das liegt wohl daran, dass sehr viele Piloten ihren Schwerpunkt auf senkrechtes Steigen legen und deswegen "ordentliche" Antriebe verbauen.
Ich bevorzuge da eher "gemächlicheres" Steigen und somit auch leichtere Antriebe...

Gruß Martin