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Sonntag, 4. Dezember 2005, 21:19

Schwingungen

Hallo,

Das Modell (siehe Bild): 295cm Spannweite, S5020 Profil, 2° Verwindung, 15° Pfeilwinkel, Flügelstreckung 12, Styro-Balsa Bauweise, 1500g Gesamtgewicht, Quer/Höhenruder, Winglets.

Das Bild zeigt eine 1 sec Sequenz. Relativ deutlich zu erkennen ist, dass die Flächen um die Querachse schwingen, dass es nur so eine Freude ist. Dieses Phänomen tritt nur im Schnellflug auf - im Langsamflug fliegt das Ding so zahm, dass man am liebsten die Fernsteuerung weglegen würde.

Meine Frage an die Aerodynamiker dieses Forums: was muss ich bei meinen nächsten Modellen beachten, um dieses Problem in Griff zu bekommen?

Beim letzten Flug des heutigen Tages habe ich ein Winglet verloren. Es schien mir, als ob dies die Schwingungen verminderte. Allerdings konnte ich dank leerer Akkus diese Vermutung nicht verifizieren und deshalb schenke man dieser Beobachtung vielleicht besser gar keine Beachtung.

Für sachdienliche Hinweise und Erläuterungen bin ich dankbar.

Gruß,
Thomas
»Ausgeklinkt« hat folgendes Bild angehängt:
  • schwingung.jpg

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Montag, 5. Dezember 2005, 00:19

RE: Schwingungen

Hallo,

die Frage läßt sich mal so nicht beantworten. Grund . Keiner hier im Forum
kennt den genauen mechanischen Aufbau deines Fliegers.

1. wie dick ist die Balsaverschalung
2. Ist ein Holm eingebaut und wie liegt der in der Fläche
3. Wurde irgendwo zB GFK Matte verarbeitet


Was ist unter "Schnellflug" zu verstehen.

Jedes Flugzeug hat seine Vne und die haste schlicht überschritten....

Abfliegendes Winglet reduziert Schwingung. Ist klar da ein Winglet letztlich
eine gewisse Spannweitenvergrößerung darstellt und damit am Flügelende
mehr Aufrieb entsteht.. Wird dieser durch die Umstromung ( Winglet weg )
reduziert, reduziert sich die effektive Spannweite salopp formuliert und damit
die Torsion.

Hinzu kommt, daß das fehlende Winglet die Resonanzfrequenz höher legt und
damit indirekt die Anfachschwingungsfrequenz steigt

zu 1 es ist natürlich klar, ja dünner die Schale, desteo weicher und damit
schwingungsanfälliger der Flügel.

zu 2 hier kann ein breit angelegter Kastenholm helfen, der zudem gegenüber
der Nase entpfeilt eingebaut ist...
Als Erstmaßnahme sollte beim fertigen Flieger die Plankung entpfeilt aufgeschnitten
werden und unten wie oben ein 4mm CFK Stab eingebracht werden. Darüber
wieder Balsa zur Abdeckung. beachte bitte, daß der Stab nicht komplett nur im
Stryo liegt sondern irgendwie möglichst weit oben noch mit dem Balsa in Kontakt steht.

zu 3. Sicherlich laufen die Holzfasern der Beplankung so , wie man eine "normale"
Tragfläche ( die keine Pfleilung besitzt) aufbaut. Es fehlt somit die notwendige
Torsionsabstützung - ergo wäre nochwas zu retten , Diagonalgewebe aufzulaminieren -und wenn das zu aufwendig , wenigstens zB mal 1 -1,5 mm
Balsabrettchen 45° zur Flugrichtung noch auf die vorhandene Balsaschale zu kleben.


Nochwas anderes zu Langsamflug, welche Schränkung ist im Flügel verbaut.
Wenn diese relativ hoch ist ( also weit mahr als 2 ° ) dann ist dies natürlich nur
für langsamflug gut und beim Schnellflug tordiert der Flügel so stark , daß dieser
schneller "anfacht" als üblich...

Gruß Robert

3

Montag, 5. Dezember 2005, 08:42

Hi..

Du stellst deine Frage an die Aerodynamiker dieses Forums... in deinem Fall möglicherweise nicht die richtige Adresse, denn auf der Struklturseite hat man da mehr Angriffspunkte.
Zwar kann ich aus der Bildfolge nicht unbedingt erkennen, wie die SChwingungsform aussieht, aber ich gehe mal von den "üblichen" Flatterphänomenen aus, wie man sie eben bei schlanken Flügeln, insbesondere mit Pfeilung, beobachten kann.

Beim "normalen" Flügel ohne Pfeilung kann man der Flatterei mit folgenden Massnahmen begegnen:

-Versteifung des Flügels auf Torsion (und Biegung)
-Vorverlegen des sektionalen Schwerpunktes (NICHT des MODELLSCHWERPUNKTES, sondern des Schwerpunktes JEDER Flügelsektion - sprich: das Profil vorne schwerer und hinten leichter gestalten)
-Auswahl von Profilen mit "stabilisierender" cm-alpha-hysteresekurve. Da man diese Kurve aber meist nicht kennt sondern nur den statischen cm-alpha-zusammenhang scheidet das meist aus.

Beim gepfeilten Flügel kommt jetzt noch erschwerend hinzu, dass man eine starke Kopplung zwischen Biegung und Torsion hat.
Es ist deshalb entscheident, einen torsionssteifen Flügel zu bauen (z.b. durch Gewebe +-45°).
Ausserdem ist eine gängige Massnahme, den Holm zu "entpfeilen", d.h. der Holm (oder bei holmlosen Flügeln die Torsionsneutrale Biegelinie) sollte etwas weniger Pfeilung haben als die t/4-linie des Flügels. Dadurch wird in dem Moment wo eine hohe Biegelast auftritt der Aussenflügel eher nach unten tordiert und die Biegelast aus dem Flügel weiter nach innen verlagert. Im Schwingungszyklus wirkt das dann der SChwingung entgegen, der Biege-Torsionskopplung wird entgegengewirkt.

natürlich kann dein Flatterproblem auch aus den Rudern kommen, deshalb:
-Ruderschwerpunkt nach vorne legen (Massenausgleich, Tab etc.)
-Spielfreie, steife Anlenkung

grüssle

andi

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »___...._____.« (5. Dezember 2005, 08:44)


Peter_K

RCLine User

Wohnort: Kirchheim/Teck

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4

Montag, 5. Dezember 2005, 09:55

Wenn die Schwingung in der Mitte ist:Schau mal, ob deine Steckung spielfrei und stabil genug ist ... evtl hilft ein Wechsel von kohle oder GfK-auf Stahl usw... da war kürzlich nochmal ein Thead zu dem Thema, ich weiß aber nicht mehr ob hier oder im "Nachbar-Universum" RC-Network :D
Schöner Gruß von der Teck

Peter

Abdrehfaktor

RCLine User

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5

Montag, 5. Dezember 2005, 16:54

Hi!

Geht es hierbei um Flattern (Torsion) oder um schnelle Anstellwinkelsprünge?

Falls letzteres der Fall ist, könnte es an einer Laminarblasenhysterese liegen.
Versuche in diesem Fall mal einen provisorischen Turbulator recht weit vorne (20-30%) und berichte das Ergebnis.

Ciao,

Julez

Edit: Jo! habe soeben festgestellt das das Profil selbst bei Re300000 @ 0° noch ne derbe Blase zieht.
Ein Turbulator wäre also bei 40-50% sowieso zu empfehlen.
»Abdrehfaktor« hat folgendes Bild angehängt:
  • s5020blase.gif

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Abdrehfaktor« (5. Dezember 2005, 17:10)


6

Montag, 5. Dezember 2005, 19:10

RE: Schwingungen

Hallo Thomas,

Zitat

Original von Ausgeklinkt
Das Modell (siehe Bild): 295cm Spannweite, S5020 Profil, 2° Verwindung, 15° Pfeilwinkel, Flügelstreckung 12, Styro-Balsa Bauweise, 1500g Gesamtgewicht, Quer/Höhenruder, Winglets.

...und auch noch mit E-Antrieb 8( ?

Das hört sich sehr nach unverstärktem Flügel an. Dann hilft nur eins, den gesamten Flügel mit Diagonalgewebe und stellenweise UD-Gelege überziehen...
...am besten 'n Holmsteg einbauen ???
Gruß Eckart

Recycling lebt vom Wegwerfen!

Abdrehfaktor

RCLine User

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Beruf: Werkzeugmechaniker-Facharbeiter und jetzt Studi

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7

Montag, 5. Dezember 2005, 21:18

RE: Schwingungen

Zitat

Original von Eckart
...den gesamten Flügel mit Diagonalgewebe und stellenweise UD-Gelege überziehen...
...am besten 'n Holmsteg einbauen

:D
Neue Fläche bauen...
http://www.aerodesign.de/design/positivbauweise.htm

Mike Laurie

RCLine User

Wohnort: E 4 ELEKTRO

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8

Montag, 5. Dezember 2005, 23:12

weils n Nurflügler ist also n neues Modell :w