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Samstag, 17. Mai 2008, 14:33

Horten Nurflügel, brauche Hilfe

Hallo,
Ich finde diese Hortenflügel superinteressannt :ok: ,
aber ich habe immer wieder was von Verwindung der Flügel gehört, aber was heißt das?
Das die Flügel "verdreht" sind? und in welche richtung? Könnt ihr mal ne Skizze machen, wie da Schritt für Schritt die Traglächenrippen angeordnet sind?
Danke.

Heinz Stanek

RCLine User

Beruf: Steintechniker

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2

Samstag, 17. Mai 2008, 19:22

RE: Horten Nurflügel, brauche Hilfe

Hallo Dietrich,
hier auf diesem Forum wirst du keine Infos finden, die dich weiter in das Thema führen.
Hier sind mehr Zagis, EPP-funs und ähnliche Modelle zuhause.

Ich schaue interessehalber hier noch rein.

Die Aerodynamiker, Praktiker und wirklichen Hortenfans findest Du hier nicht.

Geh auf RC-Networt.

Da wird dir geholfen.
Grüße von Heinz

mmann77

RCLine Neu User

Wohnort: Mainz

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3

Samstag, 17. Mai 2008, 20:19

@Dietrich. Ja unter der Verwindung eines Flügels versteht man tatsächlich die Verdrehung der Flügelspitzen im Verhältnis zur Flügelwurzel. Das heißt der Anstellwinkel wird in Richtung Flügelspitze reduziert. Dies wird nicht nur bei den Nurflüglern der Geb. Horten gemacht, sondern auch bei den klassischen Flächenfliegern. Hier jedoch in einem viel kleineren Maße. Bei den klassischen Flächenfliegern mit Leitwerk wird die Tragfläche verwunden, um den Anstellwinkel an der Flügelspitze zu reduzieren und damit die Abrissneigung der Strömung zu senken, ein Strömungsabriss am Außenflügel hat aufgrund des großen Hebelarms eine starke Auswirkung auf das Flugverhalten. Mit der Verwindung reißt die Strömung zuerst am Innenflügel ab, was jedoch nicht so kritisch ist. Die Horten Brüder haben jedoch herausgefunden, das eine starke Flächenverwindung bei Nurflüglern stabilisierende um die Hoch- und Längsachse wirkt. Dabei wird an den Flügelspitzen Abtrieb erzeugt, woduch eine glockenförmige Auftriebsverteilung entlang des Flügels entsteht. Diese Auftriebsverteilung wirkt stabilisierend und daher hann auf Seitenruder bzw. Winglets verzichtet werden.

4

Montag, 19. Mai 2008, 00:20

>>>>Dabei wird an den Flügelspitzen Abtrieb erzeugt, woduch eine glockenförmige Auftriebsverteilung entlang des Flügels entsteht. Diese Auftriebsverteilung wirkt stabilisierend und daher hann auf Seitenruder bzw. Winglets verzichtet werden.

Heißt das , das die Flügelnasen außen mehr nach unten zeigen als innen?
Allerdings kann ich mir nichts unter "glockenförmig" vorstellen, aber das Prinzip habe ich glaub ich verstanden. :ok:

Peter_K

RCLine User

Wohnort: Kirchheim/Teck

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5

Montag, 19. Mai 2008, 07:38

Ganz genau, die Nasenleiste zeigt außen mehr nach unten als an der Wurzelrippe. Beim typischen Horten beträgt die Verwindung ca. 17°, das ist sehr viel. Zum Vergleich: Pfeilnurflügel mit Winglets haben ca 2 -7° Verwindung, je nach Profil und Pfeilwinkel.

Es gibt jedoch ein Horten-Modell, das ohne geometrische Schränkung auskommt: die Stealth400 , den Bauplan findest du auf meiner HP bei den Bautipps. Bei dieser ist die Unterseite ganz gerade und nicht verwunden. Allerdings ändert sich das Profil sehr stark von der Wurzel- bis zur Außenrippe, was einer aerodynamischen Schränkung gleichkommt. Zusätzlich sind die Ruder noch entsprechend geformt, so dass auch hier eine glockenförmige Auftriebsverteilung (wenn man den lokalen Auftrieb des Flügels entlang der Spannweite in ein Diagramm eingibt, gibt das eine glockenförmige Linie) entsteht.

Meistens werden die geometrische und aerodynamische Schränkung gleichzeitig angewandt, d.h. ein tragendes Profil an der Wurzelrippe wird auf ein nicht tragendes (vollsymetrisches) oder sogar auf den Rücken gedrehtes Profil an der Außenrippe gestrakt, welche zusätzlich noch verwunden wird. Da hierbei immer mind. 10% Auftrieb vernichtet werden um die Winglets einzusparen, findet man praktisch keine echten Horten unter den leistungsbetonten Nurflügeln. Doch Leistung ist nicht alles, die Optik ist ja auch ein Aspekt ... und da hat jeder seinen eigenen Geschmack.

Das Schwierige ist, dass man die Auftriebsverteilung so auslegen sollte, dass einerseits der Abtriebsanteil groß genug zum stabilisieren ist aber andererseits nicht zu viel Gesamtauftrieb vernichtet wird, damit das Modell sich noch einigermaßen in der Luft halten kann. Das heißt, man sollte wissen, welches Profil wann und wo auf ein anderes Profil gestrakt wird und um wieviel Grad es jeweils verwunden wird, um die optimale Glocke zu erreichen. Das ist nicht ganz einfach, darum ist die Auslegung einer Horten eher schwieriger als bei den anderen Flugzeugtypen, obwohl der Flügel so einfach aussieht.
Schöner Gruß von der Teck

Peter

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Peter_K« (19. Mai 2008, 08:04)


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Montag, 19. Mai 2008, 19:08

@ peter: :ok: :w , super erklärt, danke!