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Mittwoch, 9. September 2015, 09:11

Bormatec Q - Klappnuri mit 80 cm Spannweite

Den Bormatec Q gibt es nun ja schon ein paar Jahre zu kaufen und das Konzept des Q´s hatte mich immer schon interessiert. Nur der Preis den Bormatec für diesen kleinen Wing aufruft hatte mich bis dato daran gehindert den Q einmal zu testen. Vor ein paar Tagen wurde ein zwar gebrauchter, aber noch nie geflogener Bausatz in der Börse eines Nachbarforums angeboten und ich konnte diesen Bausatz für einen akzeptablen Preis erwerben.

Hier ein kurzer "Baubericht" in Form von ein paar Sätzen. Von einem Baubericht zu sprechen ist eigentlich schon vermessen da der Q schon fertig montiert geliefert wird. Der Bau beschränkt sich im wesentlichen auf den Einbau von Antriebsstrang und den RC-Komponenten.

Als erstes war zu entscheiden wie der Q motorisiert werden sollte. Dazu galt es zu überlegen wofür dieser Flieger eigentlich genutzt werden sollte. Durch sein kleines Transportmaß ist der Q dazu prädiestiniert als Immer-dabei-Flieger, Urlaubsflieger etc. verwendet zu werden.

Ich möchte den Q als leichten, kompakten Kameraflieger für die Sichtfliegerei nutzen den ich auch in der Transportbox meines ATV´s locker verstauen kann, was auf Grund des Packmaßes problemlos möglich ist. Bisher hatte ich den Eagle Eye Mini von Joost dafür verwendet. Dieser mußte dafür aber immer kpl. zerlegt und am Flugareal angekommen wieder montiert werden, was doch einige Minuten jeweils in Anspruch nimmt. Zudem ist der EEM doch ein ziemlicher Krawallbruder was ihn nicht gerade ideal macht für den Einsatz als Kameraflieger in lärmempfindlichen Bereichen.

Um den Q möglichst leicht zu halten sollen als Kameras bereits vorhandene Key Cam #16 v1 oder v2 zum Einsatz kommen, deren Video- und Fotoqualität reicht für den angedachten Einsatzbereich aus. Zudem sollte der Q, trotz Pusherantrieb, möglichst leise sein und schon mit kleinen LiPo´s möglichst lange Flugzeiten erreichen können. Die von mir für Nuris in der Grössenordnung um 1m Spannweite dafür favorisierten Motore der 40-50 Gramm Klasse mit ca. 1400-1500 KV schieden daher von vorne herein aus. Also fiel die Wahl auf einen 24Gramm Hextronik, 1300 KV welcher an 3S mit einer GWS HD 8040 gut 400 Gramm Schub abliefert. So ein Motor werkelt auch in meinem Specter und der hat ein Abfluggewicht von ca. 450 Gramm und der Hex 1300 kommt damit noch ganz gut zurecht.

Auch hoffte ich mit diesem relativ leichten Motor evtl. mit einem 3S 850er oder 1000er LiPo den Schwerpunkt hinzubekommen um möglichst die angepeilten 300 Gramm Abfluggewicht nicht allzu stark überschreiten zu müssen, was sich aber letztendlich nicht realisieren ließ, leider.

Die vom Hersteller vorgesehene Servoposition halte ich für keine gute Wahl, aber was solls die Servoausschnitte waren bereits vorhanden und zudem noch auf der Unterseite der Tragfläche angebracht. Also werden die Servos so wie vorgesehen verbaut, es kamen jedoch MG-Servos zum Einsatz da durch diese Servoposition ein erhöhtes Schadensrisiko besteht, die 10 Gramm Mehrgewicht müssen sein denn ich habe keine Lust ständig die Servos wegen Zahnkarries wechseln zu müssen. Ruderhörner und Anlenkungsgestänge waren vom Vorbesitzer bereits verbaut gewesen. Also Servos einkleben und die Servokabel in den Rumpf einführen.

Der Motorspant war ebenfalls schon vom Vorbesitzer verbaut gewesen und mit M3 Einschlagmuttern für Motorenkreuze von 28er Motoren versehen. An diesem Motorhalter 4 neue Löcher gebohrt und den Motorhalter des Hextronik Motors mit 4 Servoschrauben festgeschraubt.

Regler reicht ein Turnigy Plush 12 Ampere locker aus für den 1300er Hex. Also Motor und Regler mit 2mm Goldies versehen und den Regler im Rumpfinneren verbaut.

Als Empfänger kommt ein bewährter, alter Orange RX 610 mit Satelit zum Einsatz, dessen Reichweite reicht locker für den Sichtflugbereich des Q´s.

Nachdem nun all diese Teile verbaut waren wurden es spannend und der Q mußte auf die Schwerpunktwaage und da gab´s dann ein böses Erwachen. Keine Chance mit 3S 850 oder 1000er LiPo den CG auch nur annähernd zu erreichen. Es bedurfte mindestens eines 1300er LiPo´s und selbst dann brauchte es noch 18 Gramm Ballast an der Rumpfspitze um den CG lt. Werksvorgabe zu erreichen. Nuja ist so und kann man nicht ändern, hat allerdings den Vorteil das diese 18 Gramm Ballast ziemlich genau dem Gewicht einer 16er Key Cam entsprechen. Das Abfluggewicht summierte sich letztendlich auf stolze 355 Gramm zusammen, war wohl nix mit knapp über 300 Gramm. :(

Sobald der Vogel eingeflogen ist wird eine Wechselrumpfspitze gebastelt in die dann die Aufnahme für eine KeyCam integriert wird und jut isses.

Nachdem der Q ausgewogen war wurden die Ruderauschläge genau auf die Werksempfehlungen eingestellt und somit war der Q fertig um gemaidet zu werden.

Zusammenfassend ist zum Bau zu sagen das dieser relativ schnell von der Hand geht und es keine grösseren Ungereimtheiten dabei gibt. Was ich bei einem kpl. Neuaufbau anders machen würde ist das Verlegen der Servos auf die Oberseite der Tragfläche und die Servoposition mehr Richtung Mitte der Querruder auszurichten um eine zentralere und damit bessere Krafteinwirkung auf die Ruderflächen zu erreichen. Ich denke dies wäre speziell bei stärkeren Antrieben zu empfehlen, bei meinem "Light-Setup" sollte es aber auch so gehen?

Der relativ grosse Vorfertigungsgrad des Bausatzes ist zum Einen ein Segen zum Anderen aber auch in gewissem Maße ein Fluch, warum?

Wie gesagt das Ding ist bereits kpl. zusammengebaut und damit entsprechend sperrig und unhandlich beim Verbau der Komponenten und man muß schon aufpassen das man mit dem damit verbundem ständigen hin- und herdrehen der Kiste nicht irgendwelche Teile unabsichtlich beschädigt. Bei einem normalen Bau kann man sich die beste und logischte Vorgehensweise vorher zurecht legen, hier ist man vor vollendete Tatsachen gestellt und muß kucken wie man´s am besten hinbekommt.

Gestern nun war der Tag des Maidenfluges gekommen und alles hat auf Anhieb gut geklappt. Dies war mein erster Maidenflug wo das Modell keinen einzigen Trimmklick benötigte nachdem es in der Luft war. Alles paßte auf Anhieb, kein Grund irgend etwas zu ändern. Lediglich die Queruderausschläge könnten noch etwas erhöht werden, denn Rollen gehen etwas zäh. Aber Rumtollerei ist auch nicht der angedachte Einsatzzweck, dafür habe ich in dem Bereich den Bonsai und den Tek Sumo.

Der Q läßt sicht völlig easy starten, man kann damit schön entspannt und gemütlich durch Luft zockeln und er ist bis ca. 2/3 Gas wirklich leise für einen Pusherantrieb und hat einen geringen Energieverbrauch (Dauer des Maidenfluges 12:20 Min, dann nachgeladen 386 mAh).

Mein Fazit:

Nicht alles Gold was glänzt, aber kleines Packmaß mit sehr schnellem Auf- und Abbau vor Ort und ein ausreichend agiler Kameraflieger. Ich denke man sollte den Q so leicht wie möglich halten dann macht er auch eine Menge Spaß. In diversen FPV-Foren kann man von Exemplaren mit einem Abfluggewicht von teilweise über 700 Gramm lesen, das damit dann keine wirklich Flugfreude aufkommt sollte klar sein, also hier ist weniger mehr. Evtl. eine KC #16 v2 oder v3 auch als FPV-Kamera nutzen und einen Minisender drauf, das sollte es dann aber auch gewesen sein. Der Q ist keine Longrange FPV-Kiste, wer in dergestalt vergewaltigt braucht sich nicht über mangelnde Flugperformance wundern.

Das Maidenvideo (mit einigen Detailaufnahmen des Q´s):


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