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1

Dienstag, 26. Oktober 2004, 07:43

Negative V-Form beim Nuri

Moin!
Was bewirkt eigntlich eine nevative V-Form beim Nuri?Mit positiver fliegt er ja stabiler,dann mit negativer instabil?
Gruß Simon
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Stehende9

RCLine User

Wohnort: A-8250 Vorau

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2

Dienstag, 26. Oktober 2004, 10:07

Hallo Simon,

eine negative V-Form wirkt beim Nuri so wie bei einem Normalmodell destabilisierend - allerdings hat eine Pfeilung der Tragfläche selbst eine stabilisierende Wirkung ähnlich einer positiven V-Form. Manche Pfeilnurflügel fliegen daher mit negativer V-Form, damit die Stabilität nicht zu gross wird.

Gruss Franz

3

Dienstag, 26. Oktober 2004, 14:02

damit man besser Rückenflug machen kann ;)

scnr

Albert

RCLine User

Wohnort: A-1170 Wien

Beruf: EDV-Consultant

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4

Dienstag, 26. Oktober 2004, 15:37

Servus Simon,
die bei den Nuris üblichen Winglets erhöhen die (aerodynamische) V-Form,
drum muß man eine negative geometrische V-Form einbauen, wenn man eine
eine vernünftige Rollrate haben will.

LG
Albert Öttl
Wien

5

Dienstag, 26. Oktober 2004, 17:32

Also muss ich mir bei meinen F4Y-Mini kein Sorgen machen,das er eventuell schlecht fliegt?
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haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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6

Dienstag, 26. Oktober 2004, 17:46

Hallo,

wie von den Andern schon gesagt, geht´s da um das richtige Maß an "V-Form-Effekt". Genauer gesagt, um das sog. Schiebe-Rollmoment.

Wenn der Flieger eine Fläche "hängen" läßt, dann möchte man meistens, daß er sich von allein wieder aufrichtet. Das bewirkt beim Normalmodell und beim Brettnurflügel die V-Form:

Wegen des hängenden Flügels (der Auftrieb steht dann auch leicht schief) schiebt das Modell etwas in Richtung des hängenden Flügels. Dadurch wird der Flügel unsymmetrisch angeströmt und es entsteht (bei positiver V-Form) ein Rollmoment nach der entgegengesetzten Seite, dieses richtet das Modell wieder auf. Wegen des Schiebens (Ursache) und der Wirkung (Rollen) heißt das aufrichtende Moment "Schiebe-Rollmoment".

Bei negativer V-Form ist das Schiebe-Rollmmoment umgekehrt, und es würde das Modell weiter in Richtung des hängenden Flügles rollen lassen (instabil).

Winglets und Endscheiben nach oben wirken wie positive V-Form, ebenso (beim Rumpfmodell) eine Hoch- oder Schulterdecker-Bauweise.

Ein Pfeilflügel hat schon bei Null V-Form ein deutliches, oft ausreichendes Schiebe-Rollmoment. Wenn dann noch Winglets dran sind, dann wird das Schiebe-Rollmoment zu groß, das Modell ist überstabil und "schaukelt" (sog. "Wende-Roll-Schwingungen"). Dem kann man abhelfen, indem man dem Flügel etwas negative V-Form gibt. Winglets nach unten wären auch eine (aerodynamische) Lösung, aber in der Praxis sind Winglets nach unten an einem Pfeilflügel ziemlich bruchgefährdet.

Noch ein interessanter Fall aus der Praxis:
Ich habe ein 50cm-Brettchen mit Pusher-Antrieb. Dessen Rumpf ist wegen hochkant stehender Lipos vor dem Flügel rel. hoch. Ziemlich unüberlegt hatte ich das Teil mit gepfeilten Winglets nach oben versehen.

Das Teil war so fast unfliegbar, machte heftige, fast ungedämpfte Rollschwingungen. Nach einigem Überlegen war mir die Ursache klar: Schulterdecker-Anordnung mit hohem Rumpf -> ohne V-Form schon ausreichend Schiebe-Rollmoment. Dazu die Winglets nach oben ->viel zu viel davon. Ich habe dann die Winglets verkleinert und nach unten verlegt ("negative V-Form"). Von da an war das Modell ok. Allerdings verlangt es beim Fliegen immer noch Konzentration, die geringe Größe zusammen mit dem ungewöhnlichen Flugbild sind nicht so ideal.

Seit diesem Modell verstehe ich auch, warum das "Black-Widow"- UAV drei Seitenleitwerke auf der Unterseite (und sonst nichts) hat.


Grüße,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (26. Oktober 2004, 17:50)


7

Dienstag, 26. Oktober 2004, 18:01

@Helmut
Kann man das irgendwie berechnen,bezogen auf Pfeilung,Spannweite,Winkel der V-Form usw.?Ich meine ab welchen Wert der Nuri besser fliegt,und ab welchen schlechter.

Gruß Simon
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haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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8

Dienstag, 26. Oktober 2004, 21:09

Hallo Simon,

da sag ich mal wie Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber...

Die Flugzeugkonstrukteure können das (Oberbegriff: "Seitenstabilität- und Seitensteuerung") heutzutage, unter Einsatz von Großcomputern, Simulationen usw. Trotzdem wird das bei wirklich großen Projekten (wo spätere Änderungen viel Geld und Zeit kosten würden) auch im Windkanal verifiziert. Es gibt auch "einfachere" rechnerische Möglichkeiten, die dann bestimmte Kennwerte, Schwingungsdauern, Dämpfungsmaße etc. liefern, aber auch das geht weit über die Möglichkeiten des Modellbaus hinaus.

Bei kleinen (manntragenden) Projekten arbeitet man meistens mit Erfahrungswerten, rel. einfachen Kennzahlen usw. und weist nur Mindesteigenschaften rechnerisch nach. Noch zu WW2-Zeiten kam es öfters mal vor, daß z.B. Rümpfe zu kurz, Seitenleitwerke zu klein waren; so ist auch der "Volksjäger" He 162 zu seinen charakteristischen nach unten abgeknickten Flügelspitzen gekommen (V-Form war zu groß, das ließ sich in der Serie nicht mehr ändern).

Beim Modell kann man sich nur an bewährte Auslegungen/Konstruktionen halten; und von dort aus gfls. in kleinen und überlegten Schritten ändern. Manche Modellflieger haben auch genügend Erfahrung und/oder das berühmte "Händchen". Einfache Formeln, wie du dir das wahrscheinlich vorstellst, gibt es nicht.

Es gibt (gab?) 3 gute Bücher zu Konstruktion und Bau von Modell-Nurflügeln:
Reinhard Werner, "Nurflügel-Segler ferngesteuert", Neckar-Verlag, 1984
Martin Lichte, "Nurflügelmodelle", Verlag für Technik und Handwerk (vth), 1985
H.J. Unverfehrt, "Faszination Nurflügel", Verlag für Technikund Handwerk, 1989

Alle 3 Bücher sind "Modellbauer-orientiert", bringen aber auch solides Grundlagenwissen. In dem erstgenannten Buch gibt es viele Beschreibungen, Dreiseitenansichten, Daten von ausgeführten Modellen.
Von keinem dieser Bücher würde ich sagen, daß es "veraltet" ist. Allenfalls, was wettbewerbstaugliche Modelle betrifft. Aber diese Modellfliegergruppe weiß ohnehin, worauf es ankommt.

Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (26. Oktober 2004, 21:13)


Flurnügler

RCLine User

Wohnort: Früher Dortmund, dann Regensburg, jetzt Schwabach bei Nürnberg !

Beruf: Elektronik-Ing

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9

Dienstag, 26. Oktober 2004, 21:48

Hallo Helmut !

Super Darstellung der Zusammenhänge ! Besser kann man das nicht beschreiben. Nur gibt es in der Praxis wohl auch Ausnahmen von der Regel:

Zitat

Ein Pfeilflügel hat schon bei Null V-Form ein deutliches, oft ausreichendes Schiebe-Rollmoment. Wenn dann noch Winglets dran sind, dann wird das Schiebe-Rollmoment zu groß, das Modell ist überstabil und "schaukelt" (sog. "Wende-Roll-Schwingungen").


Mein Nachtfalter ist ausgelegt als Tiefdecker mit starker Pfeilung und positiver V-Form sowie Winglets nach oben, mit der Idee, durch eigenstabiles Verhalten auch bei Dunkelheit sicher fliegbar zu sein. Das Konzept geht auf, die 'Wende-Roll-Schwingung' ist nicht festzustellen.
Wo keine Strömung ist, kann auch nix abreißen

Jetzt wieder Online !

Mein Verein in Regensburg: VMR
Mein Verein im Raum Nürnberg: Noch auf der Suche

10

Dienstag, 26. Oktober 2004, 21:59

Ich schließe mich der Meinung von Stephan an.Supi Helmut :ok: .Ich liebe dieses Forum.Fast jeden Tag lerne ich etwas Neues dazu.Ähm..etwas off topic(will keinen neuen Thread starten),aber wie fügt man eigentlich einen Link ein?
Jetzt "möhle" ich meinen eigenen Thrad zu ;) ...
Chiao Simon
Zauberlink
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haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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11

Dienstag, 26. Oktober 2004, 23:40

Hallo,

danke für die Blumen.

@Stefan
Interessantes und ungewöhnliches Modell- Kompliment, sowas gefällt auch mir.
Den Bildern nach hätte ich auf weniger V-Form getippt.

An der nicht_zuviel_V-Form ist sicher auch die Tiefdecker-Anordnung beteiligt.
Das hatte ich vergessen zu erwähnen: Ebenso wie Hoch-/Schulterdecker-Auslegung die "effektive" V-Form erhöht, so wird sie durch Tiefdecker-Auslegung erniedrigt. Nur Mitteldecker sind "V-Form-neutral".

In der Anfangszeit der RC-Fliegerei, als Querruder noch unüblich waren, gab es Tiefdecker, die (abgesehen vom Höhenruder) nur Seitenruder-gesteuert waren. Die V-Form dieser Modelle musste recht hoch sein, aus der Erinnerung über den Daumen gepeilt etwa doppelt so hoch wie bei den üblichen Schulterdeckern.


@Simon
Du fügst einen Link am einfachsten ein, indem du einfach die betr. Internet-Adresse (URL) reinschreibst oder reinkopierst. Der Parser des Forum-Servers erkennt die Adresse und fügt automatisch die sonst nötigen URL-tags davor und dahinter ein, siehe Hinweis unten bei Optionen.


Gruß,
Helmut

cortex

RCLine User

Wohnort: Hildesheim

Beruf: Drucker

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12

Mittwoch, 27. Oktober 2004, 01:10

oder Du drückst über dem Texteingabefeld
gibst dem Link einen Namen und kopierst anschließend die Adresse rein. ;)
[SIZE=1]SU-26xp
Blade MCX2
Blade 120 SR
Twister 3D Storm (+ Blade 400 3D als Ersatzteil-/Ausweich-/Experimentiermodell)
DX6i, Twister Set-Funke[/SIZE]

13

Mittwoch, 27. Oktober 2004, 07:32

Moin.

Zitat

Original von Rotmilan
Also muss ich mir bei meinen F4Y-Mini kein Sorgen machen,das er eventuell schlecht fliegt?


Nein, absolut nicht.
Wenn du die Flügel so zusammenklebst wie sie aus der Packung kommen, die Originalwinglets dran usw. fliegt das Ding imho geradezu perfekt.
Keine sprübare Tendenz zu Gier- oder Rollschwingung, gute Agilität ums Querruder (selbst ein Rollenkreis stellt mit dem Ding kein Problem dar, und das ist für so´n Pfeilnurflügel keine Selbstverständlichkeit).

Was in Helmuts ausführlichen und sehr gut verständlichen :ok: Erklärungen glaub ich noch nicht erwähnt wurde: Die Pfeilung der Winglets spielt auch nochmal deutlich rein, da große Pfeilung dämpfend auf Roll/Wende-Schwingungen wirken kann.

mfg
andi

conrad

RCLine Neu User

Beruf: Schüler der 11. Klasse

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14

Mittwoch, 27. Oktober 2004, 11:49

keine Angst simon

Hey Simon! :nuts: :nuts: :nuts: Du brauchst keine Angst haben! Dein Nuri wird auch mit dem Verzug (den du beim tapen des Nuris verursacht hast) fliegen! :nuts: :nuts: :nuts:
...besucht mich auf meiner HP!!! :ok: www.coma-modellteam.de :ok: (Videos... Bilder usw!!!)

15

Mittwoch, 27. Oktober 2004, 13:45

Hi!
Danke für die Ermutigungen und guten Ratschläge :ok:

@Conrad
Das tapen hat den Verzug nicht reingebracht.Leider habe ich beim Holmeinbau nicht auf die V-Form geachtet und dann noch 5-Minuten Epoxy ;( Als nächstes werde ich mir 20 oder 30 Minuten Harz holen!
Gruß Simon
Zauberlink
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Rotmilan« (27. Oktober 2004, 13:46)