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1

Freitag, 10. Dezember 2010, 19:02

Freiflugmodell für RC modifizieren

Guten Abend.

Ich möchte einen "Zugvogel" von 1953 (damals FAI Klasse II) für RC neu aufbauen. Das Original hat ein tragendes Höhenleitwerk und soll 6 Grad EWD haben. Ich vermute, daß das für ferngesteuerten Betrieb nicht optimal wäre und stelle mir vor, ein HLW als ebene Platte oder mit einem symmetrischen Profil und mit einer EWD von vielleicht 2 Grad zu machen.

Ein weiteres Problem: Ich weiß nicht, wo der Schwerpunkt hingehört. Deshalb hänge ich hier eine Zeichnung des Tragflächenprofils an.

Was meinen die Spezialisten zu diesen beiden Fragen?

Gruß M.
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Patrickk

RCLine User

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2

Samstag, 11. Dezember 2010, 11:21

RE: Freiflugmodell für RC modifizieren

Hallo M.

der Zugvogel war kein Anfängermodell, der Herr Reis hat sich sicher was bei dessen Auslegung gedacht. Natürlich nicht, daß ein Mensch auf die Flugbahn stabilisierenden Eingriff nehmen kann, wie Du gut 50a später. Da kannst Du heute die Eigenstabilität natürlich zurücknehmen. Ist das überhaupt der von mir gemeinte Zugvogel von Fritz Reis? siehe Bild. Das Zusammenspiel von Flügelauslegung (die das Profil mit einschließt) und der des HLWs sollte zueinander passen (Auftriebsanstieg, maximaler welcher, Abreißverhalten, Grundrißauslegung, uvam.) Mit "mal eben schnell" was ändern könntest Du Dir eine Gurke ins Haus holen. Ich habe genügend Argumente gegen ein tragendes HLW, trotzdem wurden die F1ABC-Wettbewerbe des Jahres 2010 auch von diesen Auslegungen bestritten und gewonnen.

Für den SWP gugel mal nach "Neutralpunktsberechnung", "Stabilitätsmaß" oder direkt "Schwerpunkt + Berechnung", da gips schöne Programme für. Der SWP ist nur zum Teil vom Flügel und dessen Profil abhängig, die oft kolportierte Faustformel "beim Hauptholm" läuft schon bei einer Ente gnadenlos ins Leere. Und auch beim Eisvogel (mit tragendem HLW) liegt er garantiert nicht bei 30%. Zum Ausprobieren - das Ding ist ja nicht so groß und schnell - kannst Du ihn ja nur locker in die Hand nehmen und über die Wiese springen, da merkt man eine deutliche Aufbäum- oder Abnicktendenz durchaus, kann also grandiose Fehleinschätzungen ohne Schaden vermeiden.



Nicht über die Preise erschrecken, das sind Öschis aus dem Sperlkatalog '66.

HTH und servus,
Patrick

3

Samstag, 11. Dezember 2010, 14:46

Zugvogel

Hallo.

Nein, dieser Zugvogel war von einem Herrn Finus und wurde von Graupner angeboten. Ich habe ihn damals, wenn ich mich recht erinnere, aus einem "Schnellbaukasten" aufgebaut und mit einem Webra Mach 1 motorisiert. Leider stürzte er gleich ab... Ich hoffe, daß ich das jetzt, wenn er einmal fertig ist, mit Hilfe der Fernsteuerung vermeiden kann. Das hier angehängte Foto und den Motor habe ich noch von damals.

Übrigens könnte ich mir vorstellen, daß die Leistung eher verbessert wird, wenn das Modell im Segelflug nicht diese enorme EWD mitschleppen muß.

Gruß Michael
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Patrickk

RCLine User

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4

Samstag, 11. Dezember 2010, 16:51

RE: Zugvogel

Hallo Michael,

ich geh' mal davon aus, daß Du das heute vermeiden kannst, weil Du in den letzten 50a was dazugelernt hast ;-) Die Steuerung allein macht's auch heute nicht.

Aber "Finus" war ein guter Hinweis: von ihm gab es den Passat 54, später den Passat 57, und der kleinere A1 "Hobby" sah auch sehr nach ihm aus. Diesen Zugvogel fand ich im '56er-Flugprospekt, im '59er-Katalog war er dann verschwunden.



Für den gilt es aber ähnlich wie für den Reiss'schen Zugvogel: Hans Finus hatte damit auf den Motorfreiflugwettbewerben abgestaubt (die guten Sachen hatte Hans Graupner alle gekauft ;-), er kann also soo schlecht nicht gewesen sein. Mein Hauptargument gegen das tragende HLW ist eben dessen Auftriebsfunktion, die zwangsläufig erhöhten Widerstand verursacht, hauptsächlich durch die Randwirbel, weiterhin durch die noch kleinere Re-Zahl als beim Flügel. Dieser Zugvogel hat kleine SLWs an den Randbögen des HLWs, heute heißt sowas "Winglet". Als Freiflugmodell mußte es so getrimmt sein, daß der Flügel möglichst kurz vorm Abriß fliegt, daß beim Anschneiden einer Blase ebenjener Abriß erfolg, durch gezielten Verzug asymmetrisch, und so das Modell automagisch einkreist. Durch eine Fernsteuerung fällt diese Notwendigkeit weg, bzw. Du fliegst vermutlich keine F1A-Wettbewerbe damit. Also muß Dein Modell nicht soo auf Kante genäht sein. Also kannst Du die EWD zurücknehmen, mußt es aber nicht.

Frag Gugl mal nach "radio assisted free flight". "Radio assisted glider" würde zwar auch passen, aber da ergänzt mir die Allwissende Müllhalde das Wort "control" zu aufdringlich und findet jeden dusseligen Anfängersegler.

Den FF-Wettbewerb gewinnt übrigens nicht die beste absolute Flugleistung, sondern ganz schlicht der mit den meisten Mäxen bzw. der besten Zeitsumme im Stechen. Das automatische Finden und Nutzen von Thermikblasen zusammen mit der Taktik, welche durch den "besten" Startzeitpunkt und -ort deren häufigstes Auftreten erwischt, ist dafür um Welten wichtiger. Die Differenzen der "Ruhigwetterflugleistungen" merkt man nur im Sunrise-Wettbewerb bei Anbruch der Dämmerung. Aber das unkritischere Verhalten immer.

Falls Du keinen passenden Motor haben solltest: es ist gerade wieder eine neue Auflage des 2.5er Letmo rausgekommen. Ich hatte den mir noch fehlenden Super Atom nebendran direkt geholt, aber dann gesehen, daß Peter Adolfs diese drei Motoren ebenfalls hat.

servus,
Patrick

[edit: Kann es sein, daß ich Dein Bild des Zugvogels schonmal hier oder im Nachbaruniversum gesehen habe?]

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Patrickk« (11. Dezember 2010, 16:53)


5

Sonntag, 12. Dezember 2010, 12:45

Zugvogel

Hallo Patrick.

Ja, bei den Nachbarn habe ich vor längerer Zeit einmal etwas über den Zugvogel und andere Erinnerungen an alte Zeiten geschrieben (Du warst zu der Zeit auch in diesem Forum aktiv): http://www.rc-network.de/forum/showthrea…=85526&page=54.

Eine Leistungsverbesserung oder überhaupt die Frage, was ein tragendes Höhenruder im Freiflug bringt, war nicht eigentlich der Anlaß, mir eine "ebene Platte" zu überlegen. Vielmehr dachte ich, daß das tragende Profil vielleicht kritisch werden könnte, wenn das Höhenruder gesteuert wird. Ich bewundere die Kunst der Freiflieger, möchte aber in diese Materie doch nicht unbedingt tiefer einsteigen, sondern es mir mit einer Dreikanalsteuerung und für die Thermiksuche vielleicht sogar mit einem Vario bequemer machen.

Motor: Auch da bin ich mehr fürs Bequeme, sonst könnte ich ja versuchen, meinen alten Webra- Diesel (in dem Link hier oben gibt es von dem übrigens auch ein Foto) noch einmal in Gang zu setzen... aber ich muß gestehen, daß ich in den neuen Zugvogel wohl einen E-Motor einbauen werde. Immerhin erlauben das ja sogar die "Antik- Modellfreunde".

Gruß Michael

Patrickk

RCLine User

Wohnort: 87764 Legau/Allgäu

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6

Sonntag, 12. Dezember 2010, 14:48

RE: Zugvogel

Hallo Michael,

Zitat

Original von pylades09
Vielmehr dachte ich, daß das tragende Profil vielleicht kritisch werden könnte, wenn das Höhenruder gesteuert wird.


Manche Profile reagieren nicht wirklich gut auf kleine Ausschläge von ursprünglich nicht vorgesehenen Ruderklappen. Das betrifft z.B. einen "zeitgemäß gebauten" Denzin'schen Kadetten. Dagegen sehe ich gerade drei Abhilfen: 1) ordentlicher bauen, nicht wie im Werkunterricht anno neunzehnhunderttobak. Gut, das ist die am wenigsten effektive Lösung ... 2) geeigneteres Profil nehmen, was aerodynamisches Wissen/Erfahrung oder Glück voraussetzt. 3) und mir am praktikabelsten erscheinend: Das HLW als Pendelruder nehmen, das verstellt einfach die EWD. Das Profil bleibt erhalten, die originale Optik ebenso wie die Möglichkeit, eine "freiflugtaugliche" oder eine "einfacherere" Trimmung anzuwenden. Mit dazugehöriger Schwerpunktverschiebung natürlich.

Gedankenspiel dazu: es wäre nicht die erste, fernsteuerbare Schwerpunktverschiebung (Gewicht auf Gewindespindel - auch der Flugakku kann das Gewicht sein), so daß man mit einem Compisender, der Flugphasen kann, beide o.e. Trimmungen vom Boden aus einstellen kann. So kann man sich auch an den Freiflug und dessen Denkweise herantasten ;-)

Zitat


[..] und für die Thermiksuche vielleicht sogar mit einem Vario bequemer machen.


Vario find' ich inzwischen gut, wie ich hier (unten auf der Seite) erst lernen musste. BTW: als ich das geschrieben hatte, war meine Segelflug-A noch nicht ganz dreißg Jahre her. Und mir de Sinn eines Varios durchaus bekannt: "Erfahrung ist die Summe aller gemachten Fehler." ...

Zitat


Motor: Auch da bin ich mehr fürs Bequeme, sonst könnte ich ja versuchen, meinen alten Webra- Diesel (in dem Link hier oben gibt es von dem übrigens auch ein Foto) noch einmal in Gang zu setzen... aber ich muß gestehen, daß ich in den neuen Zugvogel wohl einen E-Motor einbauen werde. Immerhin erlauben das ja sogar die "Antik- Modellfreunde".


Vorschlag für eine Zwischenlösung ("Nichts ist so haltbar wie ein Provisorium!" ;-)



Zu dem hatte ich etwas später noch einen Minivox erebayert, daß ned immer diese blöden Fragen kommen, warum der denn so leise ist ;-)

Solche ausgelutschten Motoren bekommt man in der Bucht für oft einstelliges Geld, der Max hatte die Freundlichkeit, daß die KW vergleichsweise weich ist und sich problmlos mit einem HSSE-Bohrer bearbeiten ließ. Bei meinen ebenfalls ähnlich umgebauten Cöxen (den Außenläufi im Tank) musste ich innen das meiste ausweiden und eine Verlängerungswelle aus Alu machen. Der obige Max bedarf dann des E-Motors im früheren Tankraum.

Wenn Du allerdings einen Webra-Diesel solcherart "verunstaltest", würdest Du von den AMDlern vermutlich erschossen werden. Meine halb-alten Suppentiger, der obige OS, die Cöxe aus der Massentierhaltung hingegen wurden mit großer Freude auf den einschlägigen Veranstaltungen zur Kenntnis genommen. Meintjanur, weil sich doch der Heckflatterventil-Hurrikan sowas von anböte ...:-> Was ich aber ebenfalls schon öfter gesehen hatte, waren Sperrholz-Taifunzylinder auf Kapitänen, Cox-Zylinder auf Amigo II-Motoraufsätzen und ähnliche Resteverwertungen.

servus,
Patrick

Patrickk

RCLine User

Wohnort: 87764 Legau/Allgäu

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7

Sonntag, 12. Dezember 2010, 14:54

Huhu!?

Hallo alle anderen!

ist das hier nur unser Privat-Chat? Gips keine anderen Meinungen dazu?

servus,
Patrick

8

Sonntag, 12. Dezember 2010, 18:27

RE: Huhu!?

Hallo,

Zitat

Original von Patrickk
Hallo alle anderen!
ist das hier nur unser Privat-Chat? Gips keine anderen Meinungen dazu?


Der Zugvogel gefällt mir prinzipiell sehr gut, ihm ein Brettleitwerk zu verpassen, darf jedoch nicht die Lösung sein. Das würde das Modell stark abwerten. Patricks Vorschlag, nach eigenem Ermessen ein Pendelleitwerk einzubauen, ist sicher die beste Lösung. Das HLW-Profil kann ruhig original ausgeführt werden.

Der Vorschlag, einem Verbrenner der Eingeweide zu berauben, ihn quasi auszuweiden und die Kurbelwelle hinten aus dem Gehäuse herauszuführen ist sicher elegant, dürfte aber viele Modellbauer bereits an ihre Grenzen führen. Auch sehe ich schon die verächtlichen Blicke der Verbrenner-Liebhaber.

Patrick, sag doch mal, wie Du die feste Verbindung zwischen der Kurbelwelle und der Verlängerungswelle herstellst. Eine Verklebung mit Langzeitepoxi (z.B. UHU endfest 300) wird da kaum ausreichen. Und die Bohrung muss doch 100%ig fluchten, wie machst Du das? Braucht die Verlängerungswelle nicht eine zusätzliche Lagerung?

Ciao
Klaus

9

Sonntag, 12. Dezember 2010, 18:27

Das habe ich mir auch schon überlegt: wegen der "antiken " Optik einen Dummy- Zylinder entweder drechseln oder den vom Mach 1 nehmen und über den E-Motor pappen.

Gruß M.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »pylades09« (12. Dezember 2010, 18:30)


Zoe

RCLine User

Wohnort: Sauerlach

Beruf: Inscheniöhse

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10

Sonntag, 12. Dezember 2010, 21:17

RE: Huhu!?

Zitat

Original von Patrickk
Hallo alle anderen!

ist das hier nur unser Privat-Chat? Gips keine anderen Meinungen dazu?

servus,
Patrick


Die anderen staunen vielleicht einfach angesichts des geballten Wissens das hier vorgetragen wird (und trauen sich nicht, den Mund aufzumachen, weil sie eh nix davon verstehen und nicht endgültig als Volltrottel dastehen wollen) :)

Um was halbwegs sinnvolles beizutragen: WOW :)

Zoe

janx-geist

RCLine User

Wohnort: Peutenhausen

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11

Montag, 13. Dezember 2010, 13:37

RE: Huhu!?

Zitat

Original von Frankensteiner
Der Zugvogel gefällt mir prinzipiell sehr gut, ihm ein Brettleitwerk zu verpassen, darf jedoch nicht die Lösung sein. Das würde das Modell stark abwerten. Patricks Vorschlag, nach eigenem Ermessen ein Pendelleitwerk einzubauen, ist sicher die beste Lösung. Das HLW-Profil kann ruhig original ausgeführt werden.


Dem kann ich mich nur anschließen. Sicher wird es auch irgendwie mit einem anderen Leitwerksprofil funktionieren. Ob das ruhige Flugbild des Originals dabei erhalten bleibt wage ich zu bezweifeln.
Ich würde ebenfalls ein Pendelleitwerk machen, obwohl das in diesem Fall nicht ganz einfach wird. Vielleicht kannst Du ja mal den Teil des Planes mit dem Rumpfende auf einen Scanner legen und hier einstellen.

Zum Problem des Schwerpunktes: Frag doch mal beim Planarchiv Paul Hucke an, ob Du vielleicht nur eine Kopie der Anleitung haben könntest. Dort sollte doch ein Schwerpunkt angegeben sein.

Viele Grüße
Robert

Waldo P.

RCLine User

Wohnort: Hopfenland Hallertau

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Montag, 13. Dezember 2010, 16:53

So lassen, wie im Plan vorgesehen!

Ich würde ihn nach Plan bauen, aber mit HR und SR versehen, und keinesfalls das profilierte HLW profilmäßig ändern. Es ist ja ein erprobtes Modell. Ein Höhenruder funktioniert auch hier, ob als Pendelruder ausgeführt oder mit Ruderklappen realisiert ist dann Geschmackssache. Der SP ist wegen dem tragend ausgeführtem HLW mit Sicherheit deutlich weiter hinten als 1/3 Flächentiefe. Leider kenne ich den Plan nicht und kann darüber nichts genaues aussagen. Da aber der Rumpf vor der Fläche sehr kurz ist und hinten sehr lang ausläuft, wäre es jedenfalls besser, die Konstruktion so zu belassen, wie sie erdacht ist.
Man sollte das Modell überwiegend selbst fliegen lassen und die RC- Anlage nur zur Kurskorrektur (damit der Flieger am Platz bleibt) und zur Trimmung verwenden und sich am Flugbild erfreuen- das ist meine Meinung dazu. Dafür sind keine großen Ausschläge notwendig und man braucht auch keine großen Ruderflächen, was der Optik zugute kommt.
Und ich würde natürlich auch einen Verbrenner einbauen. Ein 2,5er Methanoler ist preisgünstig in gutem Zustand zu haben und braucht wenig Sprit und ist einfach im Handling und steht so einem Flieger einfach viel besser als ein steriler E-Motor ;)
:prost:
Holm-und Rippenbruch!

13

Dienstag, 14. Dezember 2010, 17:19

Hallo.

Was das HLW angeht, habt Ihr mich überzeugt: es soll originalgetreu werden mit einem tragenden (Beuermann, siehe unten, sagt lieber: „gewölbten“) Profil, dann allerdings als Pendel- Leitwerk. Ich bin schon dabei, mir dafür die Anlenkung auf Zetteln zu skizzieren...

Das Problem mit dem Schwerpunkt hatte ich immer noch: Weder im Plan noch im Text der Bauanleitung von Finus ist er erwähnt, in letzterer ist nur in der Mini- Dreiseitenansicht ein fraglicher weißer Punkt unter dem Hauptholm (Bild!). Von meinem fatal endenden Erstflug vor mehr als 50 Jahren erinnere ich mich auch nicht mehr, wie ich den Schwerpunkt eingestellt hatte. Jetzt war allerdings der Hinweis von Patrick (vielen Dank!) auf (http://www.thermiksense.de/ hilfreich. Sehr schön zum Einlesen in das Freiflug- Thema, aber hier besonders wichtig wegen der grundlegenden Aufsätze von Beuermann von ca. 1958 (unter „Tipps“) zu Längsstabilität, Schwerpunkt und gewölbtem HLW. Das wird mir weiterhelfen.

Gut gefällt mir die Idee, den Freiflug- Charakter zu erhalten, d.h. die Fernsteuerung möglichst nur zur Simulation der Steuerelemente im Freiflugmodell zu benutzen: Motor abstellen (damals, wie ich mich erinnere, ein kleiner pneumatischer Schalter), Kurve einsteuern (damals ein Uhrwerk, das war mir zu teuer), am Ende sicher landen (damals Thermikbremse mit Zündschnur und Gummiring, also doch weniger sicher)- und im übrigen Hände weg!

Eine Anmerkung noch: Der Zugvogel hat ein Fahrwerk... Finus schreibt, daß die FAI damals im Freiflug Bodenstart vorschrieb. Das war sicher spannend.

Ich melde mich wieder, das wird aber wohl einige Zeit dauern. Zuerst muß meine 2,60 m- Klemm fertigwerden. Gruß Michael
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janx-geist

RCLine User

Wohnort: Peutenhausen

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14

Dienstag, 14. Dezember 2010, 17:41

Zitat

Original von pylades09
Das Problem mit dem Schwerpunkt hatte ich immer noch: Weder im Plan noch im Text der Bauanleitung von Finus ist er erwähnt, in letzterer ist nur in der Mini- Dreiseitenansicht ein fraglicher weißer Punkt unter dem Hauptholm (Bild!).


Hallo Michael,

ich habe gerade mein Archiv durchforstet: In der FMT 06/2007 war ein recht guter Artikel zur Berechnung des Schwerpunkts bei gewölbten Leitwerksprofilen und wie man ihn ändern sollte im RC-Betrieb.

Servus,
Robert

15

Dienstag, 14. Dezember 2010, 18:40

FMT: Schwerpunktberechnung

Hallo Robert, das wäre ja interessant, nur habe ich leider keine alten FMT. Falls es nicht zu viel verlangt ist: Könntest Du mir den Artikel scannen und hier einstellen- ich denke, das wäre auch von allgemeinem Interesse (sonst PN)? Gruß Michael

janx-geist

RCLine User

Wohnort: Peutenhausen

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16

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 09:54

RE: FMT: Schwerpunktberechnung

Hallo Michael,

ich glaube nicht daß das der VTH Verlag lustig findet, wenn wir hier Zeitschriftenartikel veröffentlichen. Aber ich fasse mal soweit zusammen:
Es gibt ein recht gutes Programm von Jög Russow und Dietrich Meissner, daß jedoch nur korrekte Ergebnisse liefert für symmetrische - also nicht tragende - Leitwerke.
Und zwar hier: http://home.germany.net/100-173822/schwerp.htm

Für tragende Leitwerke gibt es eine Formel von Werner Thies und Klaus-Peter Beuermann mit der der Neutralpunkt berechnet wird.
Der Leitwerksabstand ist der Abstand zwischen der Linie bei 25% Flächentiefe und der 25% Flächentiefe des Leitwerks. Dann werden Streckung des Flügels und des Leitwerks berechnet. Aus diesen beiden Streckungen ergibt sich ein Korrekturfaktor der zwischen 0,35 und 0,6 liegt. (Das abgedruckte Diagramm hat an der Y-Achse eine falsche Beschriftung, die um den Faktor 10 zu groß ist - statt 4,75 muß 0,475 verwendet werden) Der Abstand der Neutralpunktes von der 25% Linie berechnet sich dann wie folgt: Leitwerksfläche x Leitwerksabstand x Korrekturfaktor / Flügelfläche.

In diesem Fall Streckung Fläche: 8,9
Streckung Leitwerk (geschätzt da Tiefe fehlt) 4,5
Korrekturfaktor 0,475
Abstand Fläche25%-Leitwerk25% geschätzt 850 mm

Ergebniss: Der Neutralpunkt liegt 59 mm hinter der 25% Linie - also bei 109 mm.
Der Schwerpunkt wurde von Beuermann bei 15% Vorlage empfohlen, was für damalige Freiflugmodelle passte. Für RC-Modelle wird im Artikel eine Schwerpunktvorlage von 5-10% empfohlen. Für Segler eher 10% für Motormodelle eher 5% um keinen zu großen Motorsturz zu benötigen.
Bei 10% Vorlage wären wir dann bei einem Schwerpunkt von 89 mm hinter der Nasenleiste was doch ein ganzes Stück hinter den üblichen 1/3 liegt.

Viele Grüße
Robert

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »janx-geist« (15. Dezember 2010, 09:55)


Patrickk

RCLine User

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17

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 17:19

RE: Huhu!?

Hallo,

Zitat

Original von Frankensteiner
Auch sehe ich schon die verächtlichen Blicke der Verbrenner-Liebhaber.


Wo?

;-)


Weiteres in einem Extra-Thread, sonst wird mir irgendwann mal vorgeworfen, daß ich jeden Antikmodellthread in einen Verbrecherumbauthread umbiege. (Mifft, kein passendes Law gefunden ...)

OK, das Aufkleben eines Dummyzylinders dürfte einfacher sein. Oder zweier:



Gut, er hätte ja auf die Frisur seiner Bubiköpfe besser achten können ;-)



Zitat

Original von Zoe
Um was halbwegs sinnvolles beizutragen: WOW


"Eins rauf mit Mappe und Schulbrot!" ;-)

Näh, ich muß ab und zu mal auf den Boden der Modellbauerei runtergeholt werden (ein Widersinn in sich ;-) Z.B. auch, daß ich zwar ein Maschinenbaustudium und 'ne Werkzeugmacher-Gesellenprüfung hinter mir habe, andere aber froh darum sind, ihre Bohrer nicht zu vermetzgern und soweit löten zu lernen, daß sie die Stromkabel ihres Elektrofliegers nicht verknoten (alles schon in den Fingern gehabt. Immerhin mit Entstörfilter vom "Marktführer".)



Zitat

Original von Pylades09
Der Zugvogel hat ein Fahrwerk... Finus schreibt, daß die FAI damals im Freiflug Bodenstart vorschrieb. Das war sicher spannend.


Auch heute gilt: mit genug Leistung (und Steigfähigkeit) basst des scho. Bei den Gummimotormodellen gab es dann tolle, selbsteinklappende Einradfahrwerke, damit's ned gar so bremst. Auf den Plänen erscheinen die mir immer nicht soo vertrauenserweckend. Vielleicht sollte ich sowas mal nachbauen und gucken, ob das irL so ist.


Der Wöbbeking-Artikel gemäß Roberts Hinweis scheint mir ein guter Anfang zu sein. Und er hat's Dir ja gleich mundgerecht serviert..

servus,
Patrick

doerpenel

RCLine Neu User

Wohnort: D-26892 Dörpen

Beruf: Rentner

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18

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 18:44

Passat 57

Da das Thema lautet: Freiflugmodell für RC modifizieren und da ich gerade bei der Planung bin, den Passat 57 von Hans Finus ( Baukasten von Graupner ) noch einmal zu bauen,( das letzte mal 1964 - damals als Freiflugmodell) - jetzt natürlich als RC Modell ( er ist mir nämlich schon einmal davon geflogen - nicht noch mal ) meine Frage:

Gibt es jemanden, der das Modell kennt - es schon mal als RC Modell gebaut hat (wie?) und was er dabei erlebt hat.

Freue mich über jede Antwort !

Manni

Patrickk

RCLine User

Wohnort: 87764 Legau/Allgäu

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19

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 19:47

Hallo,

Zitat

Original von Patrickk
Weiteres in einem Extra-Thread, [..]


Klick!

servus,
Patrick

20

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 21:02

Schwerpunktberechnung

"ich glaube nicht daß das der VTH Verlag lustig findet, wenn wir hier Zeitschriftenartikel veröffentlichen. "

Hallo Robert, das stimmt allerdings. Privat ausleihen ist aber wohl nicht so das Problem. Ich hatte nicht bemerkt, daß der FMT-Artikel ja noch ziemlich neu ist, das Heft vom Verlag also vermutlich noch zu bekommen. Ich will daran denken, wenn das "Zugvogel"- Projekt konkreter wird. Im übrigen habe ich ja die äußerst hilfreichen Beuermann- Aufsätze aus thermiksense schon gefunden (siehe oben). Jetzt hoffe ich nur, daß ich so viel davon kapiere, daß mir der neue Zugvogel nicht gleich wieder abstürzt, wenn es mal soweit ist. Gruß Michael