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Patrickk

RCLine User

  • »Patrickk« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: 87764 Legau/Allgäu

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1

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 19:17

Verbrenner-Fakes

Hallo,

das ist die ausgelagerte Fortführung dieses Threads. Kurz angerissen: dort ging es darum, ein altes Motormodell optisch zeitgemäß passend und trotzdem für's Jahr 2010 und die Zulassungsvoraussetzungen vieler Modellflugplätze verträglich anzutreiben. Den originalen, alten Motor will man vielleicht nicht verheizen, an den Handel mit Replik-Herstellern in der Tschechei, Fernost oder den USA traut sich nicht jeder heran, außerdem kost's Geld, rein elektrisch ist zwar praktisch, aber optisch nicht immer erstrebenswert.

Ich hatte (nicht nur) dort die "Aufarbeitung" alten Materials vorgeschlagen, da bereits mehrfach praktiziert.

Zitat

Original von mir aaO

Vorschlag für eine Zwischenlösung ("Nichts ist so haltbar wie ein Provisorium!" ;-)




Zitat

Original von Frankensteiner
Eine Verklebung mit Langzeitepoxi (z.B. UHU endfest 300) wird da kaum ausreichen. Und die Bohrung muss doch 100%ig fluchten, wie machst Du das? Braucht die Verlängerungswelle nicht eine zusätzliche Lagerung?


Nein, es reichte Loctite. Die KW hatte ich auf der Drehbank aufgebohrt, so ist sie (im Rahmen der Genauigkeit meiner Drehbank) verbindlich zentrisch und der KW-Achse entlang. Gebohrt mit 2.5, dann 3.1 HSSE-Bohrern, dann mit einer Reibahle 3.2M6 "präzisiert". Die Welle ist die alte Achse eines Mabuchis, also einigermaßen hart, glatt und gerichtet. Im versenkten Teil mit 600er-Papier aufgerauht - e bissl Angst fliegt halt immer mit ;-) Entfettet und eingeloctited. Sie hat etwas Schlag, was daran liegt, daß die Mabuchi-Welle 1/8" hat und meine Reibahle 3.2M6. Es muß ja auch Platz für das Loctite sein. Es gibt zwar auch Reibahlen 1/8"M6, aber ich hatte mich schon gefreut, daß die metrische Untermaßreibahle mit Bestellung "bis Dienstag nächster Woche" zu erhalten war und nur gut das Doppelte ggü. einer 3.0H7 gekostet hatte.

Weil dieser Motor als Verbrenner konstruiert wurde und dabei rund 40% der im Methanol enthaltenen Energie als Wärmeleistung anfallen, ist die Gleitlagerung der KW für den mechanisch weitaus wirkungsvolleren Elektromotor erheblich zu stramm. Durch die Abwärme des Verbrenners dehnt sich das Kurbelhaus aus Aluguß weitaus mehr als der Stahl der Kurbelwelle, also kommt mehr Spiel her. Weiterhin muß diese Lagerung immer noch das Gehämmere des Kolbens aushalten, also deutlich tragfähiger sein, als als Wellenverlängerung für den E-Motor. Drum hatte ich die annähernd durchgängige Bronzelagerung mit einer verstellbaren Reibahle "etwas gelockert" und im hinteren Teil, etwa ab dem Vergasereinlaß fast freigestellt. Was man oben sieht ist jetzt quasi ein Loslager mit erhöhter Lagerluft am Propellermitnehmer und einer groben Orientierung für den Rest der Kurbelwelle. Damit habe ich den erwähnten, geringen Restschlag der Verlängerung quasi übergangen, die nächste Lagerung ist die der Glocke des ALs im früheren Tankraum. Dessen Achse und die oben sichtbare Verlängerung werden mit einer ebenfalls geriebenen Hülse mit Klemm-Maden fest verbunden. Zwar sollte der Elektromotor am "Brandspant" einigermaßen positioniert sein, aber durch den Wegfall der strammen Lagerung der OS-Max-Kurbelwelle sind ein paar Winkelgrade Abweichung zwar leistungzehrend, aber das dürfte im Rahmen einer guten oder weniger guten Anpassung des Elektroantriebs wohl untergehen. Von einer vielfachen Lagerung erwarte ich mehr Verspannung, Arbeitsaufwand dagegen, Gewicht und einen eher höheren Leistungsverlust. Was dabei wirklich herauskommt, werde ich sehen und eventuell nachbessern müssen


Ein weiteres Exemplar:



Cox Babe Bee mit Leistung, Zuverlässigkeit, Laufdauer und erheblich gesteigerter Nachbarverträglichkeit.





"Technische Änderungen vorbehalten", denn ..




..jetzt mit kugelgelagerter Kurbelwelle, ..




.. mit dem Originaldreck und WaPu-Abdrücken, die ich 1974 verursacht hatte und mit Einstellpropeller. Auf diesem Bild wirkt es so, als ob der Motor a) schief säße, was er aber fertig montiert nicht tut und b) als ob er nicht wirklich in den 6ccm-Tank hineinpassen würde. Auch dem ist nicht so. Ich musste zwar die Tankrückwand komplett ausnehmen, so daß von der jetzt nur noch ein Ring (zum Halten der gekürzten Düsennadel ;-) stehengeblieben ist. Der hinten herausstehende Aufnahmezapfen des Motors, der eigentlich für die Kohlerohrrümpfe früherer Hallentapeten geplant war, geht durch den Brandstpant z.B. der Topsy hindurch und wird auf dessen Rückseite mit einer ebenfalls lieferbaren Aufnahme gehalten. Das Bild muß ich aber erst noch rausfischen.

So, ersma Schluß für heute ;-)

servus,
Patrick

janx-geist

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2

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 11:09

RE: Verbrenner-Fakes

Hallo Patrick,

aus was machst Du denn die Motor-Verlängerunswellen?
Und ist das für einen Holztechniker machbar oder braucht man dazu diese Passungen?

Servus,
Robert

Patrickk

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3

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 18:19

RE: Verbrenner-Fakes

Hallo Robert,

bei dem Koks-Motor (ich hatte mal einen zu einem überaus freundlichen Preis erstanden, weil er so benannt war) reicht es, wenn das Kurbelhaus einfach aufgebohrt wird. Mit einem manierlichen (Metall!)Bohrer in der Ständerbohrmaschine, Lork^h^Loctite zur Lagerbefestigung und etwas Sorgfalt bekommst Du das sicher hin. Es gibt verschiedene Loctiten, "Lagerkleber für großes Spaltmaß" wäre schön, mittelfeste Schraubensicherung wird aber auch eine ganze Weile überleben. Es wäre ja wohl für das gelegentliche Ausführen Deines Knilchs oder der Topsy bei AMD-Veranstaltungen, nicht für den wöchentlichen Schlepp- oder Schulungsbetrieb an 26 WE/Jahr mit Sa. + So. vormittags bis zum abendlichen Grillbeginn. Die Belastung durch einen Ekeltromotor ist doch erheblich geringer als die eines Geländebuggies beim Rumtoben. Mein Kugellager ist aus einem solchen, hatte also schon etliche Betriebsstunden hinter sich.

Die Motor-Verlängerungswelle ist aus Dural, das es nicht nur auf meinem großen Dachboden, sondern sogar in Baumärkten gibt. Wenn Deine Drechselbank bzw. Du damit geschickt genug ist, sollte das auch mit der klappen. Kritisch ist nur die Passung im Lagerinnenring, und der davor herausstehende Zapfen sollte auch halbwegs zu üblichen Luftschraubenkupplungen passen. Die Stange aus dem Baumarkt ist ja einen Meter lang: Du hast mehrere Versuche frei. Grundsätzlich gilt, daß man sich vorher überlegen muß, in welcher Reihenfolge man das Alu abarbeitet, jedes Neueinspannen sorgt für Exzentrik. Bei einer (von mir angenommenen) Drechselbank erst recht, da interessieren hundertstel normalerweise nicht. Der in Deinem Dunstkreis von mir bereits erwähnte selbständige Schreinergeselle, Altmoppedfahrer und Modellflieger Thomas O. hatte solche Arbeiten an seiner Schreiner-Drechselbank durchgeführt, auch an Nockenwellenzapfen seiner Guzzi.

Meine Welle ist so lustig abgestuft, weil ich ursprünglich die originale Gleitlagerung verwenden wollte. Das ging dann aber so stramm und ungleichmäßig, daß ich mich erst danach zu dem oben geschilderten "Komplettausbau" des Gleitlagers und Verwendung des Kugellagers entschied. An sich hätte die Welle den hinteren Anlauf an der Bronze-Gleitbuchse und vorn den originalen Propmitnehmer verwenden sollen. Der wird im Original auf einen gerändelten Konus aufgepresst. Ich war da schon bei, als mir der Ramoser einfiel und gar so wunderbar passte.

Nochmal: ich denke nicht, daß mein umgebauter Motor problemlose einhundert und mehr Betriebsstunden auf die Welle wirft, aber das tut das Original auch nicht. Und sowohl mein Werkzeugmachermeister wie auch der Tutor in "Maschinenbau in der Praxis" an der TU Berlin würden mich vermutlich angesichts dieser Beschreibung erschießen.

Der OS kommt erst danach, auch wenn ich ihn eigentlich einfacher umzuarbeiten fand.

Bei mir kommt als nächster der PeeWee dran, für den sich Christian Ramoser geweigert hatte, einen seiner Props in "extra klein" zu fertigen. Da werde ich das Spielchen mit dem aufgepressten Propmitnehmer wohl doch machen müssen.

servus,
Patrick

viperchannel

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4

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 19:32

Sowas habe ich auch mal gemacht, müsste auch im Forum irgendwo dokumentiert sein.

Ich hatte damals einen Schnurzz Motor genommen mit (ich glaube) 3mm Welle. Die Welle habe ich entfernt, durch eine längere (Nämlich einem abgesägten Schraubendreher) ersetzt und vorne aus dem Cox rausschauen lassen. Dann den Schnurzz in den Tankaufsatz und schon hatte ich einen stilechten Tankaufsatz für meine Carrera ASW 17
Gruß Frank!

viperchannel

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5

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 19:36

Gruß Frank!