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1

Dienstag, 7. Juni 2005, 10:50

Fahrwerke aus Federstahldraht biegen???

Beim Bauen von Antikem nach Plan trifft mich zum Ende hin üblicherweise der Schlag: DAS FAHRWERK!

Da soll aus widerspenstigem, kräftigen Material (3, 4, 5 usw Durchmesser Stahldraht) kunstfertig und seitengleich ein z. T. wild gebogenes Teil erstellt werden (Goldhahn! BURDA Piper!)

Trotz vieler Gespräche konnte ich mir diese Kunst bislang nicht zu eigen machen, entweder stimmt die Form nicht, das Material wird spröde usw. usw.

Bin ich der einzige, dem es so geht?

Kennt ihr evtl. Betriebe, die sowas nach Zeichnung biegen?

Geheimtipps?


Danke für jede Hilfe!

only-Verbrenner

RCLine User

Wohnort: Stadt der Millionäre

Beruf: mir ist nix zu schwör

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2

Dienstag, 7. Juni 2005, 12:39

Hi,

zumindest einen kleinen Tipp kann ich dir geben:

Glüh den Draht vor dem Biegen an den entsprechenden Stellen weich (auf der Herdplatte) und härte sie danach wieder ein wenig.
Beim Härten drauf achten, daß das Wasser, mit dem es abgeschreckt wird, nicht zu kalt ist, sonst bricht der Draht zu schnell...


Gruß,
Richard

3

Donnerstag, 9. Juni 2005, 17:55

@Richard

Zitat

...auf der Herdplatte...
???
Auch ne Möglichkeit. Ich hab dazu eine "Lötlampe", und hinterher lasse ich die Biegestellen "weich". Verbogen ist mir (abgesehen von Abstürzen) so ein Fahrwerk an den Stellen trotzdem nicht.
Liegt vielleicht daran, dass mit der "Lötlampe" der weichgeglühte Bereich eng begrenzt ist.


Grüße
Reinhard

4

Freitag, 10. Juni 2005, 11:01

Hallo,

ich habe meine Rundstahlfahrwerke immer im Schraubstock gebogen und bin folgender maßen vorgegangen.

Als erstes habe ich aus Eisendraht (etwa 2mm Schweißdraht) ein Muster gebogen, aber Vorsicht, das linke kann sich gegenüber dem rechten Fahrwerk, wenn es 2-teilig ist unterscheiden.
Dann den Stahldraht mit Alubacken einine Millimeter vor der Biegung einpannen und ein Eisen-, Kupfer- oder Messing-Rohr bis wenige Millimeter vor der Biegung aufschieben und biegen, sodass ein kleiner Bogen entsteht und kein Knick. Gebogen wird etwas zum eigentlichen Winkel dazu gegeben und anschließend wieder zurück auf dien Winkel des Musters gebracht. Dieses verhindert ein zurückbiegen bei der ersten Belastung. Mußten zwei Stahldrähte miteinander verbunden werden, habe ich nie, wie einige dieses machten hart, sondern mit einer kleinen Cu-Drahtbandage weich verlötet. Dieses brachte sogar bei schweren Maschinen eine dauerhafte Standfestigkeit.

Gruss Günther Hg

5

Freitag, 10. Juni 2005, 11:23

Ausglühen und wieder härten ist etwas heikel und bedarf einiger Übung.
Kalt biegen mit Schraubstock und Rohr 'draufstecken geht aber normalerweise auch.
Ein kleine Holzschablone vereinfacht die Symetrierung..

Bei meinem T 240 war sogar eine komplette Löthilfe in Form einer Vorrichtung dabei.
Weichlöten ist eigendlich unkritisch, weil bei den üblichen Arbeitstemperaturen (<200°) noch keine Gefügeveränderungen stattfinden.

Entfetten, Draht 'rumwickeln, löten und dann mit einem in Lötfett getunkten Baumwollappen das noch flüssige Lot nachwischen.

6

Freitag, 17. Juni 2005, 18:21

Wo lassen denn die Profis biegen? Weiß einer eine gute Adresse für so einen Betrieb?

Nussbaum

RCLine User

Wohnort: Ludwigsburg

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7

Freitag, 15. Juli 2005, 12:45

Hallo Miller,

MechWerAny´s Info kann ich nur bekräftigen, wenn Du einen guten Stahldraht hast, kannst´t Du ihn bis zu 20 (zwanzig) mal um 90 Grad hin und her biegen, bis er bricht !!!!!!!!!!!!!

Ausglühen-biegen-und-härten ist "Quatsch", da Stahldraht sehr hoch gekohlt ist und nach dem "Abschgrecken" ein sprödbrüchiges Gefüge gibt (mit unseren Bastlermethoden).

Also, genügend Draht einkaufen und kalt "in Form" bringe und alles weich verlöten, ich wärme die ganze Schoße in "Mutters Backofen" bei 200 Grad vor und löte dann mit weicher Flamme einer Lötlampe. Natürlich mußt´Du die einzelnen Biegeteile mit Bindedraht vor der "Aufwärmrunde" zusammenbinden, und evtl. durch Hilfsvorrichtungen fixieren.

Grüße

Jörg-Michael

Fred

RCLine User

Wohnort: A-Niederösterreich

Beruf: Pensionist,

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8

Samstag, 16. Juli 2005, 14:27

Stahldraht

Hallo Jörg-Michael !

wenn sich ein Draht 20 mal 90 grad hin und her biegen läßt, ist das bestimmt kein Stahldraht !!
ich glaube du hast Andi s Ausage falsch verstanden !

Servus Fred

Eder

RCLine User

Wohnort: D-83527

Beruf: Motorsägendoktor

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9

Samstag, 16. Juli 2005, 18:14

servus,
alles kalt gebogen 5mm

mfg.Schorsch
oa Hoiwe dring ma no, dann gema !

Nussbaum

RCLine User

Wohnort: Ludwigsburg

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10

Donnerstag, 21. Juli 2005, 12:35

Hi Fred,

ich hab etliche Jahre in der Drahtseilbranche gearbeitet (unser "guter" Modellbaustahldraht ist vergleichbar mit einem mittelmäßigen Stahldraht für Drahtseile) und eine der üblichen Qualitätsprüfungen ist der sogenannte Hin-und Her-Biegeversuch. Je nach Durchmesser muß dann ein Stahldraht sogar noch mehr als 20 Biegungen aushalten. Kleine Randinformation: der Biegeradius ist dabei wirklich ein Radius , scharfkantig an den Schraustockbacken geht´s natürlich nicht!!!!!!!!!!!!!!!

Grüß´le

Jörg-Michael

Fred

RCLine User

Wohnort: A-Niederösterreich

Beruf: Pensionist,

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11

Donnerstag, 21. Juli 2005, 19:31

Hallo Jörg Michael !

Wenn der Stahldraht deine 20 Biegeversuche übersteht dann ist er gut für Drahtseile, das glaube ich dir, aber für Flugmodellfahrwerke taugt er nicht. ich
war zwar nicht in der Drahtseilbranche, biege aber schon einige Jahre Fahrwerke (so ca.50 Jahre)


Servus Fred

quaxxx

RCLine User

Wohnort: D-53343 Wachtberg

Beruf: Telekomiker

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12

Mittwoch, 21. September 2005, 11:14

Udet Flamingo

Boah ey, Schorsch,

da hast Du aber ein Schmuckstück im Bau. Der Flamingo ist ja ein Fest für Holzwürmer :ok: :ok: :ok:
Respekt, das ist eine tolle Arbeit. Berichte doch mal, wenn er fertig ist.

Gruß

Günter

Ps. ich lieeeeebe Doppeldecker !!!!!!
....zwar noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber so manches andere !!!