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Sonntag, 10. Oktober 2021, 13:27

Anfänger benötigt Hilfe, vor allem fürs Verständnis

Hallo Zusammen,

Wie man sich anhand des Titels bestimmt schon denken kann, bin ich nicht nur neu hier im Forum, sondern stehe auch noch recht am Anfang was das fliegen von Flächen angeht.

Kurz zu meinem bisherigen Stand :

Ich habe eine Schaumwaffel (myflydream Crosswind mini) mit einer Spannweite von 1600cm.
Sie soll zweimotorig geflogen werden an 4s.
Erwartetes Abfluggewicht wird bei ca. 3,5kg liegen, wobei das maximale Abfluggewicht lt Hersteller bei 5kg liegen würde.

Da sie noch im Karton ist und erst im November tatsächlich zusammengebaut wird, beruht mein technisches Wissen nur auf Recherche, bzw Empfehlungen.
Für den Antriebstrang habe ich bisher nur die Hobbywing sl082 Esc's mit 40A und 60A burst.

Als Motoren habe ich die Sunnysky v3 x2820 mit 1000kv ins Auge gefasst.
Die sollten an empfohlenen 10 Zoll Props genügend Power haben um die Crosswind auch mit Maximalgewicht in die Lüfte zu bringen.

Und da fangen die Probleme an :

Ich habe Motoren in deren Datenblatt keine 10 Zoll aufgeführt sind.
Bedeutet das nun, dass sie dennoch verwendet werden können oder dürfen tatsächlich nur die im Datenblatt verwendeten Größen verwendet werden.
Ich stelle die Frage tatsächlich sehr naiv um ein besseres Verständnis zu erhalten.
Ich komme aus dem fpv Copter Bereich. Daher DENKE ich, kleinere Props sollten nicht das Problem um die Motoren zu gefährden. Eher zu große, da die Last dann zuviel werden würde.
Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege. Das die kleinere Größe natürlich nicht die gleichen Leistungen bringen wird, wäre mir dann natürlich klar.

Nun zu den Propellern selbst.
Wenn ich nun zwar den passenden Durchmesser weiß, woher weiß ich dann, welchen Pitch ich benötige?
Ich glaub zwar das könnte man sicher mit einem der Tools herausfinden, aber ich versteh die Tools noch nicht und weiß ich nicht ob diese Tools mir dann auch nur anzeigen ob der gewählte Prop nur anzeigt, ob ich mit selbigen zwar genügend Schub erzeuge um in die Luft zu kommen, aber dann ineffizient wird wenn es ums Fliegen geht.

Und dann sind da auch noch die unterschiedlichen Bauarten bzw Formen der einzelnen Propeller. Woher weiß ich welche davon für meine Einsatzzwecke die richtigen sind? Brauch ich nun eine spitze oder runde Blattspitze?


Ich hoffe ihr versteht worauf ich hinaus möchte. Natürlich wünsche ich mir mit Hilfe die richtige Kombination zu finden, aber ich möchte es auch verstehen und nicht bei jedem Flieger in Zukunft auf Hilfe angewiesen sein.

Könntet ihr mir hierbei helfen?

Hilmar

RCLine User

Wohnort: NRW-48149 Münster

Beruf: Designmodellbauer / Fachredakteur Bauplanmodelle bei FlugModell

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2

Sonntag, 10. Oktober 2021, 21:28

Hallo Nytro,

Deine Fragen sind absolut angebracht, und es ist auch super dass Du Dir Licht ins Dunkel verschaffen möchtest.
:ok:



Mit Deiner Annahme, dass ein zu kleiner Propeller nicht schadet, liegst Du richtig.
Wir wollen beim Elektroflug - wie auch in der Fliegerei im Allgemeinen - möglichst effiziente Systeme schaffen, weil jedes Mehrgewicht immer irgendwo nachteilhaft ist. Es wäre also Unsinn, einen mega-fetten Motor einzubauen (mit dem entsprechend dicken Akku), nur um dessen Leistung aufgrund eines zu kleinen Propellers nicht abrufen zu können.

Das Gegenteil ist ebenfalls richtig, so wie Du es verstanden hast: ein zu großer Propeller überlastet den Antrieb, und das ist technisch gesehen schon gefährlich. Zu viel Strom, zu hohe Temperatur, zu niedriger Wirkungsgrad.

Wir wollen also stets nach dem Optimum streben, oder uns zumindest dem grünen Bereich nähern.



Ein kurzer technischer Zusammenhang:
je größer der Propeller, desto höher die Stromaufnahme (bei demselben Motor). Steigung und Durchmesser bewirken Ähnliches, nämlich je mehr, desto mehr Leistung wird benötigt um den Propeller zu drehen.

Ein Propeller mit höherer Steigung ermöglicht eine höhere Strahlgeschwindigkeit, was einen besseren Wirkungsgrad bei höherer Fluggeschwindigkeit ergibt. Wenig Steigung hat einen besseren Wirkungsgrad bei geringerer Fluggeschwindigkeit.

Da wir es üblicherweise mit nicht-verstellbaren Propellern zu tun haben, müssen wir stets mit einem Kompromiss leben. Ein Speedmodell mit einem Propeller mit hoher Steigung wird daher beispielsweise Probleme in der Startphase zeigen. Würde man es mit wenig Steigung ausstatten, dann käme es leider gar nicht auf die gewünschte Geschwindigkeit, aber der Start wäre unkritischer.



Was tut man nun, um den idealen Propeller herauszufinden?
Wichtigstes Kriterium: HERSTELLERANGABE.
Der Hersteller oder Konstrukteur sollte Dir definitiv eine Marschrichtung vorgeben.

Desweiteren gibt es harte Kriterien wie zum Beispiel die Bodenfreiheit, oder wie bei Dir, der Platz bis zum Rumpf. Das begrenzt den Durchmesser ganz deutlich.



Der herstellerseitige Antriebsvorschlag zu Deinem Modell lautet:
2x 2814 510 KV Motor (ca. 110 g)
an 6S 2200 mAh
Propeller 9x7,5"
2x 30A Steller

Erste Idee:
mach das einfach so, dann liegst Du bestimmt nicht verkehrt.

Zweite Idee:
Du willst davon abweichen, warum auch immer.
Du hast in Deinem Fall bereits eine Motorwahl getroffen, die von der Herstellerempfehlung abweicht.
Deine Sunnysky X2814 Motoren mit 1000 KV dürften durchaus geeignet sein. Ich würde Dir für dieses Modell APC Elektro Propeller 10x7" empfehlen, an vermutlich 4S 2200 mAh LiPos.


Grundsätzlich gilt:
wenn Du von den Herstellerangaben abweichst, solltest Du Dir die Möglichkeit schaffen, den Strom zu messen.
Wenn der nämlich den Regler überlastet, sind die Probleme vorprogrammiert. Ein Wattmeter für 30 Euro ist daher IMMER eine gute Anschaffung.

Denn:
ein- und dieselbe Maß-Angabe des Propellers (z. B. 10x7") kann bei unterschiedlichen Herstellern völlig andere Stromaufnahmen bedeuten. Da hilft nur ausprobieren!
Es gibt keine Grundregel, dass vielleicht runde Blattspitzen weniger Leistung benötigen würden als spitze. Total egal, denn letztendlich entscheidet knallhart die Stromaufnahme.


Wieder: wenn Du Dich von den Herstellerangaben entfernen möchtest, dann kannst Du entweder auf anderweitige Erfahrungswerte hoffen (nimm Motor x an Zellenzahl Y und Propeller Z), oder Du schaffst Dir ein Sortiment an Propellern an, die Dir ein Probieren ermöglichen.

...das ist bei einer 2-Mot natürlich doppelt so teuer...


Also nochmal:
erster Tipp: immer möglichst dicht an die Herstellerangaben halten, wenn man sich nicht so richtig auskennt.



Herzlichst
Hilmar.
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micheI

RCLine User

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3

Montag, 11. Oktober 2021, 07:48

Hi,

was bzgl. Motoren und Luftschrauben ganz sicher eine gehörige Menge Licht ins Dunkel bringt, ist die Software DriveCalc von Helmut Schenk und Gerd Giese (,die, so glaube ich, auch hier im Forum vertreten sind). Damit kannst Du bzgl. Motoren und dazu passender Luftschrauben teure und langwierige Selbstversuche, sowie totale Fehlkäufe vermeiden und vorhandene Antriebe komfortabel optimieren, indem Fehlanpassungen deutlich erkennbar werden.

Die Software ist eine unbedingte Empfehlung.

http://www.drivecalc.de/


Tschüß
der Michael

Dieter M

RCLine User

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4

Montag, 11. Oktober 2021, 09:56

eine gehörige Menge Licht ins Dunkel bringt, ist die Software DriveCalc


Das wollte ich dir jetzt auch vor schlagen. Das Programm enthält sicher nicht alle Motorentypen. Aber die Auswahl ist schon recht groß. Man kann dann auch mit Hilfe der zukünftigen Motordaten einen ähnlchen Motortyp raus suchen und damit experimentieren.
In jedem Fall rate ich , ähnlich wie meine Vorgänger, dazu ab, einfach irgendwelche Props zu montieren. Entweder kommt dann das Modell nicht vom Boden weg (Prop zu klein) oder der Motor gibt "Rauchzeichen". Beides ist da sicher nicht erwünscht.
Den Regler würde ich immer etwas überdimensionieren. Das verhindert unter Umständen unerwünschtes Abschalten bei kurzfristigen Überströmen.
Übrigens: Drivecalc ist frei herunterladbar.
Mit zunehmendem Alter werden wir alle auch ein wenig klüger. :) Hoffentlich.....

Gruß Dieter

5

Montag, 11. Oktober 2021, 10:34

Besser als rechnen ist messen, und zwar per Telemetrie. So ein Messverfahren ist heute leicht verfügbar und sowieso im Alltag höchst nützlich. Damit weiß man dann exakt und im Realbetrieb, wie es mit der Belastung des Antriebs aussieht und man muss nicht raten oder Berechnungen anstellen, die oft genug wieder nur Annäherungswerte ergeben.

Zu den Motoren gibt es praktisch immer Empfehlungen für passende Luftschrauben, die man als Ausgangswert nehmen kann.

LG
Philipp

micheI

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6

Montag, 11. Oktober 2021, 11:15

Als Anfänger, der erst im November seinen Flieger aufbaut und der sich quasi noch in der Planungsphase befindet, wird das mit dem Messem und mit der Telemetrie sicher derzeit nicht der Königsweg sein...

Hilmar

RCLine User

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7

Montag, 11. Oktober 2021, 12:27

Vorab-Berechnung ist prima und unbedingt empfehlenswert, aber ich würde eher sagen: das Messen ist der Königsweg.


Ich habe es schon einmal geschafft, einen Motor stark zu überlasten, nur weil ich von einer APC Slowfly 8x6 auf eine Holzluftschraube (Hersteller weiß ich nicht mehr) mit denselben Nenn-Abmessungen 8x6 gewechselt hatte. Ein Vorab-Messen des Standstroms hätte das verhindert.

Aus der Praxis gesprochen: bevor ich in der Werkstatt stehe und rasch einen Propeller gegen einen anderen tausche, würde ich nicht extra an den Computer gehen, um drivecalc um Rat zu fragen. Es ist hingegen ein Klacks, mal kurz das Wattmeter dazwischen zu schalten.
Telemetriefähige Regler bieten diese Kontrolle bereits ab Werk. Es ist mehr als praktisch, wenn man am Sender direkt den Strom ablesen kann.


Für eine grundlegende Antriebsauslegung ist die Software Gold wert.



Als Motoren habe ich die Sunnysky v3 x2820 mit 1000kv ins Auge gefasst.
Die sollten an empfohlenen 10 Zoll Props genügend Power haben um die Crosswind auch mit Maximalgewicht in die Lüfte zu bringen.


Welchen Akku willst Du dann einsetzen? Hast Du bereits einen, oder bist Du noch auf der Suche nach einem?


Herzlichst
Hilmar.
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micheI

RCLine User

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Beruf: hat er

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8

Montag, 11. Oktober 2021, 12:36

Hallo,

was soll er denn messen ohne Akku?

Mit DriveCalc kann er auch verschiedene Akkutypen in ihrem Verhalten auf einen gewählten Antrieb beurteilen und dann den richtigen kaufen. So kann man das Risiko von Fehlanpassungen schon allein durch verwenden vorhandenen Wissens (was andres ist Drivecalc nicht, nur halt wunderbar anschaulich gebündelt) ausschließen.

Man muß nicht unbedingt die (evtl. teuren) Fehler anderer durch Rumprobieren wiederholen, man kann auch vom Wissen und von den Erfahrungen anderer profitieren. Nicht jeder hat einen GeldscheiXXer.

Entschuldige, wenn ich Dir zu widersprechen wage.

Grüße aus dem bitterkalten Franken
der Michael

9

Montag, 11. Oktober 2021, 14:26

So interessant Drive Calculator ist, mehr als eine ungefähre, meist eher vorsichtige Einschätzung habe ich da noch nie heraus bekommen. Genauso ungefähr und ebenfalls auf der sicheren Seite sind die zuvor genannten Angaben der Motorhersteller.

Zudem ist der Umgang mit der Software nicht ganz trivial und für einen Einsteiger sicher bisweilen mehr verwirrend als hilfreich.

Telemetrie ist heute so sehr höchst nützlicher Standard geworden, dass es für den Rookie zweifellos mehr Sinn hat, zunächst hier ein bisserl Aufwand zu investieren.

Und um den Akku auszuwählen, wäre ich noch nie auf die Idee gekommen, dieses Programm zu verwenden. Da braucht es eigentlich nur Längenmaß und Waage!

LG
Philipp

Dieter M

RCLine User

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10

Montag, 11. Oktober 2021, 18:13

Telemetriefähige Regler bieten diese Kontrolle bereits ab Werk. Es ist mehr als praktisch, wenn man am Sender direkt den Strom ablesen kann.

Leute! Er ist Anfänger! Abgesehen davon, das er vielleicht noch nicht fliegen kann, wird ihn der Preis eines telefähigen Reglers recht unangenehm überraschen. Auch muss der Sender teletauglich sein

Ich selber habe in etwa 5 Modellen Strommesser teils als Regler aber auch als Nachrüstmodul.

Ich denke, wir sollten ihn da nicht zu sehr in die Enge treiben.

So interessant Drive Calculator ist, mehr als eine ungefähre, meist eher vorsichtige Einschätzung habe ich da noch nie heraus bekommen. Genauso ungefähr und ebenfalls auf der sicheren Seite sind die zuvor genannten Angaben der Motorhersteller.


Das ist richtig, was du da schreibst. Aber es ist auch ein gewisser Anhaltswert. Ausserdem bringt ihm Drivecalc, bei richtiger Handhabung, ein gewisses Verstehen für die Abhängigkeit SPANNUNG, MOTOR, LUFTSCHRAUBE.

Strom messen gehört bei unserm Elektrohobby leider dazu. Wenigstens so einen Strommesser solltest du dir schon zu legen. Stromzangen sind da aber nicht unbedingt der ratsame Weg. Die können nämlich recht ungenau sein.
Die sind mehr "für mal schnell so zu messen". Auch sind sie, je nach Fabrikat und Quallität, recht teuer.
Mit zunehmendem Alter werden wir alle auch ein wenig klüger. :) Hoffentlich.....

Gruß Dieter

11

Montag, 11. Oktober 2021, 19:38

Gerade weil er Anfänger ist, sollte man wichtige Details beleuchten, damit er möglichst wenige Fehlentscheidungen trifft, die ihm später leid tun, die unnötig Geld kosten, weil er zweimal oder öfter kaufen muss.

Drive Calculator (o.ä.) ist höhere Schule für Fortgeschrittene. Kann man verwenden, muss aber nicht sein.

Größerer Prop braucht mehr Strom, liefert dafür mehr Schub. Mehr Steigung fliegt schneller, hat weniger Bums bei niedrigen Geschwindigkeiten, ist wie fahren im hohen Gang. Mehr Drehzahl schiebt mehr und fliegt schneller, saugt aber natürlich ebenfalls stärker am Akku. Das ist genug Information für den Anfang und auch für ganz schön lang ...

Wir wissen nicht, wie weit Nytro schon mit dem Steuerungssystem ist, er schreibt ja nur von einem Hobbywing Regler. Gesetzt den Fall, er müsste da ohnehin noch investieren, müsste noch einen Sender anschaffen, gibt´s bezüglich Telemetrie durchaus preiswerte Lösungen:

Wenn er z.B. ins Spektrum Smart-System einsteigt, kostet ein voll telemetriefähiger Avian 45 Regler (entsprechend seinem HW) ein bisserl über 50,- Euro. Die dazu passenden Sender liegen preislich ähnlich wie, bzw. sogar günstiger als viele Geräte anderer Hersteller. Z.B. den NX8 gibt´s ab deutlich unter 500,- Euro inklusive Empfänger, und mit dem kann man sicher für eine ganze Weile den Großteil aller anstehenden RC-Aufgaben bewältigen.

Und mittels Telemetrie siehst Du - anders als mit sämtlichen Messverfahren im Stand - wirklich, was in der Luft los ist. So sind dann auch kritische Auslegungen mit grenzwertig großen Props immer noch gut fliegbar. Wenn da ein Alarm wegen Überstroms kommt, lässt man halt ein bisserl mit dem Gas nach. Oder wenn´s noch näher an die Grenzen gehen soll, dann werden die Temperaturen von Regler und Motor überwacht, und man weiß endgültig, ab wann man kürzer treten muss.

Übrigens, falls man schon in RC investiert hat und da die Telemetrie nicht wirklich integriert ist, dafür gibt´s IISI:
Zwar braucht es damit etwas mehr Verkabelung und ein zusätzliches Modul jeweils im Flieger und am Sender, aber für insgesamt unter 200,- Euro hätte Nytro dann auch wieder die volle Fernüberwachung seines Antriebs beisammen. 140,- davon sind einmalig zu veranschlagen, das ist der universell für alle Modelle im Hangar verwendbare Telemetrie-Empfänger.

LG
Philipp

12

Montag, 11. Oktober 2021, 20:26

Hey Leute,
Erst wartet man vergeblich auf eine Antwort und ist 24 Stunden nicht on und dann geht es so super ab.

Erstmal vielen Dank für die Kommentare und die teilweise beantworten Fragen. Das soll keine negative Aussage sein, sondern nur zeigen, dass noch einiges offen ist. Hoffe dies löst sich mit der Zeit.

Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen :

Ich fliege Fpv, daher ist ein Matek FC mit an Bord, in der Taranis steckt Expresslrs (also wird die Telemetrie nicht nur übertragen sondern auch gut sichtbar in der Brille angezeigt) und als Akku fliegt vorerst ein 4s 16000mah Multistar mit. Dieser sollte erstmal reichen um etwas Flugzeit zu generieren und das CG ordentlich zu treffen.
Ganz jungfräulich bin ich zum Glück nicht mehr. Hatte mir Anfang des Jahres den AR Wing-Pro zugelegt, jedoch wurden wir durch eine Bruchlandung geschieden. Da mich jedoch einiges an dem Flugverhalten des Wings gestört hatte, wird die Hoffnung nun in eine Twin gesetzt.

Ich habe mir mal die Login Daten bei Ecalc geleistet und mich auf meine favorisierten Motoren eingeschossen und versucht das ganze ein wenig zu verstehen.

Drivecalc wird heute Abend evtl noch mal zu Rate gezogen.

Ich habe zwar noch nicht alles verstanden, komme aber mit den 2820 sunnysky v3 1000kv und 10x6 auf "gute" Resultate. Jedoch, sobald ich auf 10x8 wechsel, steht da eine blaue Schrift die etwas über zu hohe Pitch Geschwindigkeit erzählt. Und da setzt das Wissen komplett aus.
Wäre jemand bitte so lieb und könnte es mir erklären?

Den 10x7 werde ich nachher auch noch mal einfügen und sehen wie die Werte sind.

13

Montag, 11. Oktober 2021, 20:46

Wennst eh schon FrSky hast, dann brauchst Du wohl nur so etwas (bis maximal 40 bzw. 100A gäbe es noch weitere Sensoren), und Du weißt Bescheid über die fließenden Ströme!

Was spricht gegen einen realen Versuch mit 10x6? Denkst Du, dass Du damit nicht schnell genug fliegen kannst?

LG
Philipp

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Phil S.« (11. Oktober 2021, 21:01)


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Montag, 11. Oktober 2021, 21:08

Danke Philipp,

Wie gesagt, durch den Flightcontroller bekomme ich über Lua und den Videofeed jeweils gute Infos bzgl current.

Der Grund weshalb ich es nicht einfach versuche, ist genau der, daß ich es nicht wirklich verstehe.

Dadurch entsteht ein kleiner Teufelskreis...

Ich möchte verstehen was es mit der pitche Geschwindigkeit auf sich hat, ob es effizienter bzw besser wäre bspw 9x8 (wenn das mit dem ersten Punkt geklärt wird, denn da tritt das auch wieder auf) zu fliegen (klar effizienter mit Sicherheit, aber sinnvoller) , statt 10x6, ob ein 2814 besser wäre als der 2820er.

Es geht hauptsächlich darum den Flieger sicher in die Luft zu bringen, danach sollte er mit 70-90km/h gemütlich in der Luft unterwegs sein. Also ein Cruiser.
Trotzdem natürlich mit genügend Reserven um in präkeren Situationen agieren zu können.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Nytro« (11. Oktober 2021, 21:42)


Hilmar

RCLine User

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15

Montag, 11. Oktober 2021, 21:58

Im Zweifelsfall würde ich Dir zu einer höheren Steigung raten.
Der Flieger, den Du da hast, ist ein ziemlich dicker Bomber, der gerne mit genügend Fahrt fliegt. Wenn Dir da aufgrund geringerer Propellersteigung der Druck fehlt, fliegst Du ständig knapp unter Vollgas rum und hast keinen Raum mehr für einen rettenden Gasstoß.


Wenn Dir also Drivecalc für einen 10x8" Propeller grundsätzlich noch grünes Licht gibt - also bei Vollgas eine Voll-Auslastung stattfindet, dann sollte Dir klar sein, dass Du diese Vollgas-Situation nur selten benötigen wirst. Aber sie wird stets möglich sein.

Für die kritische Startphase sehe ich bei der 2-Motorigen Auslegung nicht ganz so viele Probleme. Ein ordentlicher Wurfarm, und weg ist das Ding. Egal, mit welchem Propeller.
Aber generell würde ich mich bei der Wahl des Propellers erst einmal an der Hersteller-Angabe orientieren.




Die grundsätzlichen Problem-Ansätze hast Du bereits richtig erkannt.
Ein Motor mit höherer KV-Zahl könnte einen kleineren Propeller angemessen drehen, und ein Motor mit der niedrigeren spezifischen Drehzahl harmoniert besser mit einem größeren Propeller.
Die Leistung, welche das Modell für einen Steigflug benötigt, sollte nicht außer Acht gelassen werden. Aber wenn Du 2814 mit 2820 vergleichst, bewegst Du Dich ja in einer ähnlichen Leistungs-Kategorie, daher ist das OK.


Ich würde da so rangehen:
als erstes Kriterium sehe ich den Einsatz von 10x8" Propellern.
Als Auswahl-Option hast Du den 2814 oder den 2820 Motor, und das Ganze läuft an 4S, wie Du schreibst.
Dein 16000er LiPo ist mit 1,3 kg schon ein fetter Fisch, aber in der FPV-Welt herrschen andere Regeln. Rein auf Sichtflug würde man so ein Modell maximal mit 4S 5000 mAh betreiben. Und das ist schon viel.

Also spiel' mal mit drivecalc rum, welcher der beiden Auswahl-Motoren mit dem 4S-Lipo und einer 10x8-Luftschraube nicht überlastet wird. Fertig.


Es ist vollkommen normal, dass man dann später eventuell den Propeller tauscht, um die Flugeigenschaften bzw. die Performance nochmal den persönlichen Vorlieben anzupassen.
Wenn man als Anfänger nicht weiß, was die persönlichen Vorlieben sind, dann gilt das alte Spiel: erstens an Herstellerangaben halten, und zweitens jemanden fragen, das Modell für Dich einzufliegen. Rein schriftlich und autodidaktisch ist das immer schwierig. Ein erfahrener Pilot an der Seite sagt Dir sofort, ob das Modell mit dem Antrieb gut fliegt oder ob es optimierbar ist.


Herzlichst
Hilmar.




P.S.
nur ganz nebenbei:
FPV mit einem 3 bis 5 kg Flugzeug ist ohnehin kein Anfänger-Thema mehr. Da steckt ganz schön Bumms drin. Ich nehme mal an, dass Du weißt, was Du tust und auch die gesetzlichen Regeln kennst.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Hilmar« (11. Oktober 2021, 22:07)


16

Montag, 11. Oktober 2021, 23:20

Auch dir nochmal vielen Dank @Hilmar.

drivecalc lädt bereits die updates.

Dein PS betreffend: Ja ;)

hier mal die Texte die ecalc auswirft:

  • Die Strömung am Propeller reisst ab. Dadurch wird der berechnete statische Schub und Strom nicht erreicht. Bei Standschubmessungen wird maximal der *Schub bei Abriss* erreicht.
  • 82.0km/h / 50.9mph - über dieser Fluggeschwindigkeit sind keine Strömungsablösungen am Propeller mehr zu erwarten.
  • Da die geschätzte vertikale Geschwindigkeit geringer ist als die oben genannte Fluggeschwindikeit, kann die vertikale Geschwindigkeit allenfalls nicht gehalten werden.
  • Wegen dem Stömungsabriss am Propeller und einem tiefen Schub bei Abriss (<0.5 * Abfluggewicht) wird ein Handstart schwierig.



Dafür habe ich jetzt beispielsweise einen 9x8 genommen um es zu demonstrieren. wäre super, wenn mir das jemand "übersetzen" könnte.




drivecalc führt die modoren leider nicht, daher muss ich erstmal bei ecalc bleiben.




Hab ich das soweit richtig verstanden, @Hilmar, ich solle einen 10x8 Prop nehmen. Dieser würde genügend Druck in allen Lagen erzeugen, aber da ich weder beim Start, noch im Flug Vollgas gebe, kommt es nicht zu den Abrissen am Propeller. Ist das richtig so?


Nachfolgend mal die Berechnungen von 10x6 bis 10x8 (es sind alle drei enthalten):







»Nytro« hat folgendes Bild angehängt:
  • 10x6.png

Hilmar

RCLine User

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17

Dienstag, 12. Oktober 2021, 02:15

Wenn der Antrieb hinreichend leistungsstark ist, kann man ja mit weniger als Vollgas starten. Allerdings kommt es dabei primär auf das Modell an, ob es sich in dieser Phase kritisch benimmt oder nicht.
Angenommen, es ist zahm und tendiert nicht zu harten Strömungsabrissen, dann wäre ein Start mit gerade ausreichender Leistung in Ordnung.

Manchmal ist ein Vollgasstart sogar ungünstig, weil der Flieger in dieser eher instabilen Flugsituation sehr stark beschleunigt. Dabei kann es zu Überreaktionen auf die Rudereingaben kommen. Etwas weniger Panik (Startgeschwindigkeit) wäre dann besser gewesen. Sobald die Fluglage stabil geradeaus verläuft, gibt man dann nach Belieben weiter Gas.

Also durchaus vergleichbar mit einem viel zu PS-starken Auto, das man aus dem Stand heraus ebenfalls sehr zaghaft beschleunigen sollte.
Irgendwo in der Mitte liegt mal wieder die Wahrheit, weil zuwenig Startleistung natürlich auch nicht sinnvoll ist. Ein kräftiger und geübter Werfer ist hier eine gute Lebensversicherung für die ersten Starts.


Soviel zu den Zusammenhängen.
Ich will mich jetzt mit meiner Propeller-Empfehlung nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich bin mir relativ sicher, dass die 10x8 Propeller kein ernsthaftes Problem bereiten würden. Vielleicht schreien sie im Stand, aufgrund des Schlupfes, also der Abrisse. Aber wenn das ein wirkliches Problem wäre, könnte kein Speedmodell ohne Flitsche starten.

Wir haben beim Modellflug nun einmal üblicherweise keine Verstellpropeller, deshalb muss man irgendwo immer einen Kompromiss machen, wenn der Geschwindigkeitsbereich des Flugzeugs eher hoch ist.



Ich würde mir an Deiner Stelle einfach ein Set von allen drei Propellern zulegen. Was kosten die... etwa 6 Euro... das sind dann knapp 36 Euro, die Dich die Versuchsreihe kostet. Beziehungsweise 24 Euro für die Möglichkeit, zwei Alternativen zu testen.

Vielleicht hast Du ja auch ein Kreiselstabilisierungssystem eingebaut, dann ist diese Diskussion ohnehin nicht mehr allzu brisant.



Herzlichst
Hilmar.
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18

Dienstag, 12. Oktober 2021, 09:35

Nytro, Du baust entgegen den Motorspezifikationen den Antrieb in Richtung hohe Geschwindigkeit mit deutlichem Verlust an Wirkungsgrad auf. Wieso?

Hast Du nur für eine so kleine Luftschraube Platz?

Reichen Dir gute 100km/h Strahlgeschwindigkeit von 6 Zoll Steigung nicht?

Müssen es die fast 140km/h der 8-zölligen sein?

Bist Du schon auf 4S LiPo festgelegt?

LG
Philipp

19

Dienstag, 12. Oktober 2021, 10:53

Nytro, Du baust entgegen den Motorspezifikationen den Antrieb in Richtung hohe Geschwindigkeit mit deutlichem Verlust an Wirkungsgrad auf. Wieso?




Ich habe nun bereits mehrfach betont, dass ich das Konzept noch nicht ganz verstanden habe und um Hilfe diesbezüglich gebeten. Wenn ich wüsste was Wirkungsgrad in dem Zusammenhang bedeutet, könnte ich dir auch eine Antwort geben. So bleibt meine Antwort nach wie vor: ich hätte gerne eine Kombination, mit der ich nicht nur sicher launche, sondern auch effizient in der Luft bin um möglichst lange Flugzeiten zu erreichen, aber dann dennoch genügend Druck erzeugen kann um bei Fehlern mit einem Punch aus der Situation fliegen zu können.
Dafür würde ich auch einen etwas höheren Verbrauch in Kauf nehmen.



Hast Du nur für eine so kleine Luftschraube Platz?



Ja, es passen anscheinend höchstens 11" rein, wobei da das Risiko sehr hoch ist, bei der Landung etwas kaputt zu machen. Fahrwerk ist an meinem Spot leider keine Option. Daher 10".


Reichen Dir gute 100km/h Strahlgeschwindigkeit von 6 Zoll Steigung nicht? Müssen es die fast 140km/h der 8-zölligen sein?



Hier sind wir wieder bei der ersten Antwort



Bist Du schon auf 4S LiPo festgelegt?




Ja, wie oben geschrieben, habe ich einen Lipo mit genügend mah. Und einen neuen Kaufen ist gerade nicht drin.

Hilmar

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20

Dienstag, 12. Oktober 2021, 13:21

Nytro, Du baust entgegen den Motorspezifikationen den Antrieb in Richtung hohe Geschwindigkeit mit deutlichem Verlust an Wirkungsgrad auf. Wieso?
Nytro hat ja noch gar nichts gebaut, also geht die Kritik offensichtlich an mich.
Insofern kann ich sie auch beantworten:

der Flieger ist kein Shockflyer, sondern ein 5-kg-Koffer mit (nur) 1,60 m Spannweite. Den würde ich ganz einfach eher mit hoher Steigung befeuern, damit obenrum noch Leistungsreserven umgesetzt werden können.
Ein Wirkungsgrad-Verlust besteht dann höchstens bei Vollgas, und er will ja eigentlich nur mit Halbgas cruisen. Gib diesen Halbgas-Fall doch für Spaß mal im drivecalc ein.



Solange man nicht definitiv weiß, wie schnell das Modell bei curise speed fliegt, besitzt die Gleichung ohnehin eine unbekannte Variable.



Der Sunnysky 2828 mit 1000 KV kann laut Herstellerangabe bei 4S sicherlich mit Luftschrauben zwischen 9x5 und 10x8 betrieben werden. Wen die 8 Zoll stören, der geht halt auf 10x6 runter, aber ich würde den 10x8er einfach testen und messen, ob der Strom noch unter den 80 Max-Ampere des Motors bleibt. Falls nicht, dann wie gesagt: 10x6 nehmen. Aber immerhin weiß man's dann.


Falls der 10" Durchmesser Probleme mit der Bodenfreiheit oder dem Abstand zum Rumpf bereitet (Letzteres entwickelt Lärm!), musst Du diese Lösung sowieso ausschließen und auf 9x6 gehen. Die kann der Motor spielend auf hohe Drehzahl bringen, so dass die Strahlgeschwindigkeit ebenfalls hoch genug sein wird für den Brummer. Ein größerer Durchmeser würde halt mehr Kraft freisetzen können, was in Aufwärtspassagen von Vorteil wäre.




Meine Ratschläge beruhen zunächst auf den jeweiligen Herstellerangaben, so dass man nicht völlig außerhalb der Spezifikationen landet.

Der Rest ist Erfahrung und Bauchgefühl. Wärend ihr noch in der Software wühlt, wäre ich schon 2x geflogen, hätte mir dabei den Stromverbrauch angeschaut, das Knüppelgefühl beurteilt, und dann vielleicht 1x den Propeller auf meine Bedürfnisse hin geändert. Fertig ist die Laube.

Man kann ohnehin nicht davon ausgehen, dass die Software-Berechnungen exakt den Erwartungen in der Praxis entsprechen. Das wäre etwas blauäugig.
Die Berechnung ist eine solide Grundlage, die grobe Fehler kostenfrei ausschließen kann. Aber Feinabstimmungen durch Propellertausch sind fast immer nötig oder zumindest sinnvoll.



Herzlichst
Hilmar.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Hilmar« (12. Oktober 2021, 14:14)