21

Dienstag, 12. Oktober 2021, 13:53

das mit dem Bauen und Fliegen gestaltet sich gerade etwas schwierig. Ende des Monats ist erstmal Umziehen angesagt. Dann erstmal einleben im neuen Heim, Ort und vor allem im neuen Job. Die Sunnys sind leider momentan nur bei Ali zu bekommen und werden in ein paar Tagen geordert. Dann gibt es noch nen schönen Topf mit Uhupor, bevor es dann gegen Ende November an den Bau geht. Dieser soll gemächlich von statten gehen und der Fokus wird auf Sauberkeit und Funktionalität gelegt.

Die Propeller werden auch erst nach dem Bau gekauft, um dann nochmal messen zu können.

Ich danke allen Teilnehmenden bisher. Ihr habt mir schon sehr geholfen.

Nun hoffe ich trotzdem auf ein paar Antworten um etwas mitreden zu können:

Strahlgeschwindigkeit

Wirkungsgrad

Warum gibt es verschiedene Bauformen an Propellern? Slowfly oder Electric zum Beispiel...

Abriss am Propeller


Vielleicht gibt es das ganze auch für Noobs irgendwo erläutert!? Dann würde ich mich sehr über einen Link freuen.

23

Dienstag, 12. Oktober 2021, 22:29

Ich gehe da offensichtlich von einer anderen Seite heran als Hilmar es tut:

Die Steigung des Props (gemeinsam mit der Drehzahl verantwortlich für die Strahlgeschwindigkeit) ist wie der Gang, in dem man mit dem Auto fährt.

Ich nehme den kürzest möglichen, mit dem ich noch leicht schnell genug bin, weil ich dann im unteren Geschwindigkeitsbereich mehr Kraft zur Verfügung habe und problemlos anfahren kann. Und das finde ich logischer, zumindest für den Anfang.
Hilmar nimmt den höchstmöglichen Gang, mit dem er gerade noch aus dem Stand wegkommt, um dann möglichst immer noch Geschwindigkeit zulegen zu können (Wozu, wenn ich im niedrigen Gang ebenfalls zuverlässig schnell genug bin?), auch wenn damit das Anfahren schwierig wird.

Andererseits suche ich stets nach dem größtmöglichen Durchmesser, weil der ist für den Schub verantwortlich, der wiederum für mich kaum zu hoch sein kann. Und der Zusammenhang ist da im Bereich einiger Potenzen zu suchen. Theoretisch hängt der Standschub an der vierten Potenz des Durchmessers, eine Verdoppelung des Letzteren sollte also den 16-fachen Schub bringen, ein 12er Prop etwa den doppelten Schub eines 10er liefern (siehe dazu Helmut Schenk, Seite 10 des PDF-Files). Praktisch schaut´s nicht ganz so heftig aus, weil noch andere Größen mitspielen, aber siehe Drive Calculator:

Ich habe zwei Setups gegenübergestellt, "Deines" mit einem Axi 2820-12 (recht gut dem SunnySky mit 1000rpm/V entsprechend) und einem 10 x 8 APC Sport, "meines" mit einem langsameren Axi (entsprechend etwa dem SunnySky mit 860rpm/V) und einem 13 x 6.5 AeroCarbon mit 42mm Mittelstück, jeweils an 4S.
Wenn Du da die Werte vergleichst, sollte alles klar sein:

- Standschub plus 77%

- Schubeffizienz plus 123% (ein größerer, langsamerer Prop setzt in aller Regel mehr Motorleistung in Schub um, sein Wirkungsgrad ist besser)

- Maximalstrom dementsprechend minus 22%

- Vpitch ist natürlich niedriger, aber 99km/h sind nach meine Einschätzung mehr als ausreichend, um mit Deinem Flieger locker in die Luft zu kommen. 146km/h sind in meinen Augen für den Start ohnehin nur problematisch hoch, ohne dass es in Deiner Anwendung im Normalflug irgendetwas bringen sollte.

Deswegen eben die Frage nach dem möglichen Luftschrauben-Durchmesser, weil damit einfach enorm viel zu holen ist, zumindest für Dich erheblich mehr als über Drehzahl und Steigung.

Nebenbei bemerkt, klein und schnell schlägt auch mehr Krach als groß und langsam!

Zweimot passt halt gut zu FPV, weil nix vor der Kamera herumquirlt. Allerdings muss man auch flugtechnische Kompromisse sehen, die man eventuell damit eingeht. Die Frage ist, wo bei Deinem Flieger der Platz knapp ist. Zur Fläche hin ist natürlich ein absolutes Limit. Zum Boden hin ist´s ein relatives: Wenn man Bodenkontakte bei der Landung fürchtet, nimmt man halt eine Klappluftschraube (s.o.) und zieht die etwas straffer an. Beim Start und in der Luft ist sie dann fast wie eine starre. Bevor es bei der Landung bricht, klappt das untere Blatt aber einfach nach hinten weg.

Kurzum, wenn ich nicht die Sorge habe, dass die Strahlgeschwindigkeit so niedrig wird, dass ich kaum über die Stall-Geschwindigkeit des Fliegers komme, dann passt das Setup schon soweit für den Erstflug. Jedenfalls hat man dann die geringsten Probleme beim Start, wenn aus dem Stand ordentlich Schub verfügbar ist, man nicht zittern muss, dass man zu viel Gas gibt, der Prop wegen seiner großen Steigung in den Strömungsabriss gerät und deswegen kaum noch Kraft entwickeln kann.

Naja, und wenn Du dann anhand der Telemetrie siehst, wie genau all die Simulationen dem wirklichen Leben entsprechen, kannst Du anhand der tatsächlichen Ströme bei Bedarf noch nachjustieren!

Hier gibt´s übrigens eine Menge Daten zu den 2820er SunnySkys.

LG
Philipp
»Phil S.« hat folgendes Bild angehängt:
  • Vergleich Axi 2820.GIF

ritchy

RCLine User

Wohnort: Raum Karlsruhe

  • Nachricht senden

24

Mittwoch, 13. Oktober 2021, 09:57

Hallo Phil

Das ist ja sehr interessant und auch super erklärt. Vielen Dank dafür. :ok:
Da werde ich mal meine Flieger dahin gehend überprüfen, da ich auch Schub anstelle von Speed bevorzuge. ;)

LG
Ritchy
allzeit happy landings...

25

Mittwoch, 13. Oktober 2021, 12:31

Danke für die Blumen!

Ich habe mir jetzt noch den Flieger auf der Hersteller-Website angeschaut. Wie es auf den Bildern aussieht, sollten sich sogar 14-Zöller ausgehen, zum Rumpf hin ...

LG
Philipp

26

Mittwoch, 13. Oktober 2021, 15:02

Hab jetzt mal einen in ner FB Gruppe gefragt. Er meinte, 10" ist das Maximum das sicher drunter passt.
Er selbst fliegt einen 800kv mit 9x6 und über 4kg. Also sollte meine Kombi tatsächlich gut funktionieren. Nach erfolgreichem Maiden werde ich mich dann mal mit klapp-Propellern beschäftigen, je nachdem wie viel Platz wirklich zum Rumpf ist und wie zufrieden ich mit der Effizienz bin.

27

Mittwoch, 13. Oktober 2021, 15:39

Wenn ich mir das Messergebnis ansehe, ist bei waagerechter Fläche 12,5cm Abstand vom Tisch zur Propellernabe. 10" Durchmesser sind 25,4cm - da ist dann tatsächlich keine Luft mehr, wenn sich der Propeller dabei angetrieben drehen soll. Seitlich abkippen kann der Flieger aber auch...

Andererseits, wenn mit stehendem Motor gelandet wird (also unmittelbar vor dem Aufsetzen Motor aus), kommt es ja nur dann zu Problemen, wenn die Luftschraube genau senkrecht steht. Meist dreht sich aber das Blatt bei der ersten Grashalmberührung zur Seite weg, so dass die Luftschraube in der Regel ganz bleibt. Bei Klapppropeller ist selbst das kein Thema, weil der auch nach hinten weg kann.

Einen wichtigen Punkt solltest Du nicht ganz außer Acht lassen: Kühlung bzw. Verlustleistung.
In dem von Philipp verlinkten "Datenblatt" steht eine Temperaturerhöhung (oder Endtemperatur?) von ~70°C nach 10 min bei ~1000W Leistung. Allerdings nicht, ob im freien Luftstrom oder unter einer Haube.

Dein Akku 4S 16Ah hat 256Wh - bei 2kW (Zweimot) Leistung kann der das "nur" 7 Minuten mit Vollast liefern.

28

Mittwoch, 13. Oktober 2021, 16:00

Es kommt definitiv ne Motorbremse rein und die Motoren werden auch kurz vor der Landung stehen. Dennoch kommen größere Props erstmal nicht in Frage.

Da die Motoren komplett im Fahrtwind stehen und auch nicht bei Vollgas gestartet wird, mache ich mir erstmal wenig Sorgen bzgl Wärme. Im Flug wird bei ca 80km/h die Geschwindigkeit gehalten.
Damit sollte locker eine Stunde geflogen werden können.

29

Mittwoch, 13. Oktober 2021, 16:33

Er selbst fliegt einen 800kv mit 9x6 und über 4kg. Also sollte meine Kombi tatsächlich gut funktionieren.
"Deine Kombi" ist 1000rpm/V und 10 x 8, oder? Da hat er nur rund 60% Deiner maximalen Vpitch, etwa 90, Du ca. 150km/h. Vorsicht beim Start!

Und wieso Motorbremse?

LG
Philipp

Hilmar

RCLine User

Wohnort: NRW-48149 Münster

Beruf: Designmodellbauer / Fachredakteur Bauplanmodelle bei FlugModell

  • Nachricht senden

30

Mittwoch, 13. Oktober 2021, 20:51

Nach erfolgreichem Maiden werde ich mich dann mal mit klapp-Propellern beschäftigen
Klapp-Luftschrauben würde ich bei dem Flieger lieber nicht verwenden. Die Gefahr besteht, dass nach dem Anklappen beim Hochfahren des Motors ein Blatt am Flügel hängen bleibt.
Es kommt definitiv ne Motorbremse rein
Auch das ist nicht unbedingt sinnvoll.
Durch die mitdrehenden Propeller bei wenig Gas hat man die Möglichkeit, den Flieger etwas auszubremsen. Wenn die Propeller hingegen stehen bleiben, bist Du dem Gleitflug ausgeliefert.




Herzlichst
Hilmar.
Bauplanbibliothek online: www.lange-flugzeit.de
Flugvideos, Bautipps und mehr: Youtube-Kanal

31

Mittwoch, 13. Oktober 2021, 21:04

Man muss die Blätter so klemmen, dass sie normalerweise nicht klappen, nur bei Bedarf während der Landung.

LG
Philipp

manfred_k

RCLine User

Wohnort: A-1120 Wien

Beruf: techn. Angestellter

  • Nachricht senden

32

Mittwoch, 13. Oktober 2021, 22:06

falls noch nicht bekannt gibt es

hier
von Markus Trauernicht was zum lesen.
lg
Manfred

Ähnliche Themen