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flyingfree

RCLine User

  • »flyingfree« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: D-86701 Wagenhofen

Beruf: Krankenpfleger

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1

Freitag, 13. Oktober 2006, 13:08

Lust auf ein " Gedankenspiel "

Hallo Leute

Stellt euch mal folgende Situation vor.

Ihr steht auf der Reeling eines Schiffes, daß mit ca. 20 Knoten ( 37,04 km/h ) über das Wasser fährt. 10 m vor euch habt ihr einen Hubschrauber ( Logo 10 ) stehen mit dem ihr jeden Augenblick losfliegen wollt. Ihr habt vor, den Hubschrauber in 2 Meter Höhe und 10 m vor euch schweben zu lassen.
Es ist ein windstiller Tag auf See. Also außer Fahrtwind ist kein Lüftchen zu spüren !

So, was wird nun passieren, wenn ihr mit dem Hubschrauber abhebt ???

Vielleicht ist diese Frage auch ganz einfach. Ich denke aber es gibt mehr Faktoren zu beachten als man denkt, oder ???
Volker Nenno

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »flyingfree« (13. Oktober 2006, 20:49)


2

Freitag, 13. Oktober 2006, 13:21

Hm also, ich versuche mich mal an einer Weissagung:

Solange der Heli auf dem Schiffsdeck steht, "erbt" er automatisch dessen 20 Knoten Vorwärtsfahrt; das Schiff leitet die Kraft, die notwendig ist, dieses Tempo zu halten, über die Kufen in den Heli ein. Hebt man ab, geht dieser Kraftschluss verloren. Die Massenträgheit des Helis wird dafür sorgen, dass er zunächst weiter mit dem Schiff voranstrebt, aber der Fahrtwind (auch 20 Knoten, also immerhin Windstärke 5) wird ihn sogleich abbremsen, wenn man nichts unternimmt. Dies kann/muss durch Nick ausgeglichen werden, bis man eine stabile Vorwärtsfahrt von 20 Knoten parallel zum Schiffsdeck eingestellt hat. In der Praxis würde ich schon mit viel Nick abheben, damit der Heli nicht sofort nach dem Abheben "zurückdriftet" (relativ zum Schiff gesprochen; absolut gesehen geht's natürlich vorwärts) oder eventuell sogar nach hinten kippt.

Makes sense or not? Da muss man ja fast schon die Relativitätstheorie bemühen. Welche Uhrzeitdifferenz mag wohl entstehen zwischen der Pilotenpuppe im Heli und dem Piloten auf dem Schiffsdeck? :evil:
Cheers, Roger
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »rspahni« (13. Oktober 2006, 13:25)


3

Freitag, 13. Oktober 2006, 13:23

Hi..

Bei einem Rotor ohne Stabistange wäre die Frage sehr einfach zu beantworten...
Der Fahrtwind muss durch einen entsprechenden zyklischen Ausschlag nach vorne ausgeglichen werden, und das auch schon bei Geschwindigkeiten unterhalb des Übergangsauftriebes (der aber beim Modell ohnehin deutlich vor 10m/s einsetzt, weshalb wir diese Unterscheidung gar nicht machen brauchen)

Beim stabilisierten Rotor wird die Stabistangenebene schon im Stand eine gewisse Neigung gegen den Wind einnehmen. Da aber der Hubschrauber teilweise in der Bodengrenzchicht steht, ist davon auszugehen dass in 2m höhe etwas mehr realer Fahrtwind anliegt als am stehenden Heli, weshalb auch in diesem Fall etwas angedrückt werden muss.
Wer schon mal nen Heli bei richtig viel gegenwind gestartet hat kennt den Effekt.. Die Stabistange ist schon nach Vorne geneigt, und man muss verhältnismässig wenig drücken.
Hinzu kommt noch, dass der Rumpf aus der Bodengrenzschicht herausgehoben wird, also mehr Widerstand erzeugt. Dadurch wird der heli ein klitzekleinwenig nach vorne gekippt, ohne dass man dafür cyclic geben müsste.
Fazit: der für senkrechtes Abheben erforderliche Nickausschlag nach vorne ist deutlich kleiner als man es zunächst vermuten würde.


Etwas OT:
Zunächst muss man sich über die Funktion der sog. STABIstange in diesem Fall im Klaren werden. Streng genommen ist der Hubschrauber ohne Stabistange bereits statisch stabil, sogar EXTREMST stabil... das bedeutet, bei einer Störanströmung von Vorne (z.B. durch Fahrtaufnahme) bäumt sich der Heli von alleine auf, um der Fhartaufnahme entgegenzuwirken. Das ist genau die Definition der statischen Stabilität. Dummerweise bäumt er sich so stark auf dass es zu dynamischer Instabilität kommen kann, der Heli "schwingt auf". Wer mal nen Rigid-Kopf geflogen hat kennt das... im Vorwärtsflug richtig VIEL drücken....

Die Stabistänge REDUZIERT die statische Stabilität in großem Umfang (der Name ist also etwas widersprüchlich). Dadurch müssen wir bei unseren Helis im Vorwärtsflug nicht cyclic nach vorne drücken wie die Ochsen. Gleichzeitig führt diese Reduktion der statischen Stabilität zu einer Verbesserung der dynamischen Stabilität (kein Aufschwingen mehr), und DAHER hat die Stange ihren Namen.

gruß

andi

Frank_Schwaab

RCLine User

Wohnort: Schönste Stadt am Rhein

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4

Freitag, 13. Oktober 2006, 20:24

Nun fliegen wir mit dem Heli zum nächsten Aufzug , um unter Deck weiter zu fliegen ??? :dumm: ??? :dumm:
Gruß Frank

Flat

RCLine User

Wohnort: Raum Hannover und zunehmend Raum Hamburg

Beruf: Angestellter auf Lebenszeit bei der Deutschen Rentenversicherung

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5

Freitag, 13. Oktober 2006, 20:50

Super Idee Frank,

wie war das doch gleich mit den fliegen im Fahrstuhl?
viele Grüsse

Bernd

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile (Aristoteles)

Die Anrede "Jungs" gilt im Rahmen der Vereinfachung für Personen beiderlei Geschlechts. :D

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