haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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41

Mittwoch, 25. November 2020, 21:38

Hallo ikpinz,

Zitat

Nur das sogenannte Schlagen erklärt nicht den Phasenversatz in Rotation .

Doch, das tut es.

Ich will dich ja nicht beleidigen- aber ich habe den Eindruck, daß dir physikalisches Grundlagenwissen fehlt.
Es geht hier im Grunde um die Kentnisse zur sog. "erzwungenen Schwingung"; gelehrt wird das mW ab der gymnasialen Oberstufe.

Nur um nicht falsch verstanden zu werden: Es ist keine Schande, solche Dinge nicht zu wissen- die Wenigsten brauchen das später im Leben. Aber wenn man sich eingehender (auch im Hobby) mit Dingen angewandter Physik/Naturwissenschaft beschäftigt, braucht man das, und es ist ratsam, dann auf Andere zu hören und gfls. "nachzulernen", statt falsche Vorstellungen zu verbreiten.

Zu meiner Schul- und Studierzeit gab's betr. Hubschrauber-Basiswissen die "kleinen" Bücher von W. Just (der "Flugmechaniker" im Focke-Team); ist natürlich heute nur noch antiquarisch zu bekommen (oder in einer Bibliothek zu leihen).
Sehr empfehlenswert und auch für "Unstudierte" gut zu lesen/verstehen: W. Just, "Aerodynamik und Flugmechanik des Hubschraubers", 172 Seiten, Verlag Flugtechnik Stuttgart, 1957.
An moderneren Büchern würde ich empfehlen: W. Bittner, "Flugmechanik der Hubschrauber", Springer-Verlag; 256 Seiten, in schon mehrfacher Auflage

Auch von Dieter Schlüter gab's mal ein Hubschrauber-Buch, speziell für Modellflieger geschrieben; das basiert über weite Strecken auf dem o.e. Buch von Water Just.

Im Internet findet man das alles auch; die Suche ist aber sehr mühsam und nicht immer vollständig genug.


Gruß,
Helmut

42

Samstag, 5. Dezember 2020, 16:36

Moin Helmut

Das Internet ist zwar groß und in der Tat brauchbare Info´s selten und rar .

Kann die Schwingungslehre wenigstens das Präzessionsverhalten erklären oder nicht ?

Gruß Ikpinz

43

Donnerstag, 17. Dezember 2020, 19:41

Moin

Na gut keine Antwort ist auch eine Antwort .
Demnach nicht .

Eher das Spiel Beschleunigung / Verzögerung / Beschleunigung / Verzögerung in Endlosschleife im zyklischen Pitch als Überlagerung zur momentanen Beschleunigung
der Masse in der kreisförmigen Bewegung .


Gruß Ikpinz

44

Donnerstag, 24. Dezember 2020, 10:42

Moin

Deshalb hat der kollektive Pitch keine Auswirkung auf das Bewegungsmuster des zyklischen Pitches .


Gruß Ikpinz

Ralf_W.

RCLine User

Wohnort: Remscheid

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45

Freitag, 1. Januar 2021, 22:49


Kann die Schwingungslehre wenigstens das Präzessionsverhalten erklären oder nicht ?


Hier gibt es eine passende Erklärung, die zudem auf diverse unterschiedliche Bauformen von Rotorköpfen eingeht - sowohl für manntragende als auch für Modell-Helis und das für Blattbefestigungen mit und "ohne" (offensichtliches) Schlaggelenk :

http://www.heli-x.info/documents/HeliSteuerung1.pdf

Dort wird erklärt, wie man die "Rotorkreisebene" kippen kann, indem man den Anstellwinkel (Pitch) der Blätter periodisch (zyklisch) über die Ansteuerung durch die Taumelscheibe ändert. Damit der Heli z.B. rückwärts fliegt, muss die "Rotorkreisebene" nach hinten gekippt werden. Das erreicht man bei Rotoren mit Schlaggelenken, wenn die Rotorblätter ziemlich genau 90° vor der höchsten Position ihrer Flugbahn den höchsten Anstellwinkel erhalten. Genau vorne und hinten hat die zyklische Änderung des Anstellwinkels dagegen die Nulldurchgänge.

Im Vorwärtsflug erzeugt der Fahrtwind genau dieselbe asymmerische Auftiebsverteilung wie die gerade beschriebene zyklische Ansteuerung durch eine Steuereingabe über die Taumelscheibe: Das vorlaufende Blatt erfährt bei 90° neben dem Helirumpf den maximalen Auftrieb und genau gegenüber als rücklaufendes Blatt den minimalen Auftrieb. Vorne und hinten läßt der Fahrtwind den Auftrieb der Blätter unverändert.
Also führt der asymmerische Auftieb im Vorwärtsflug dazu, dass sich der Heli vorne aufbäumt: Die "Rotorkreisebene" (bzw. die Konusfläche, in der Rotorblätter laufen) kippt nach hinten und nicht zur Seite.

Der zweite Teil des Artikels

http://www.heli-x.info/documents/HeliSteuerung2.pdf

zeigt, dass es auch Rotoren gibt, wo die zyklische Anlenkung durch die Taumelscheibe nicht bei 90° sondern z.B. bei 45° erfolgen muss.
Außerdem wird erklärt, dass die Bewegungen der rotierenden Rotorblätter natürlich auch der Drehimpulserhaltung gehorchen müssen.Um die Flugbahn zu kippen, braucht es ein Drehmoment, dass 90°quer zur gewünschten Richtung angreift. Wie diese "exakt 90°" zu den "ziemlich genau 90°" oder gar den 45° passen, ist mir momentan noch nicht klar.

Nehmen wir z.B. den kleinen Graupner-Heli mit der 45°-Anlenkung der Taumelscheibe. In welche Richtung wird er von Fahrtwind im Vorwärtsflug abgelenkt?
Viele Grüße,

Ralf W.

46

Samstag, 16. Januar 2021, 15:06

Moin

Das wirft nun die Frage auf wieviel kann , speziell beim RC Heli , die Präzession des Rotors der Hauptrotorwelle ferngehalten werden .



Gruß Ikpinz

47

Samstag, 23. Januar 2021, 16:29

Moin


Ein heutiger RC Heli hat kaum oder äußerst wenig kardanische Freiheitsgrade zur Hauptrotorwelle , völlig präzessionslos ist das nicht .
Seit den DFC Köpfen gibt es die mechanische Auskopplung der Präzession nicht mehr , eine Pendelei der Blattlagerwelle ist tödlich für
die Haltbolzen der Anlenkung ( brechen manchmal ab ) oder die Taumelscheibe muß öfters gewechselt werden wegen Schnappverhalten .


Präzessionslos kann das Hillerpaddel bezeichnet werden , es hat und hatte immer den höchsten Freiheitsgrad gegenüber der Hauptwelle .
Würde die Einheit blockiert werden (aus welchen Gründen auch immer ) treten im zyklischen Pitch heftige Vibrationen auf welche zum
Verbiegen bis zum Abscheren einer der Paddelstangen führen kann .


Gruß Ikpinz

48

Samstag, 23. Januar 2021, 17:59

Also ich habe mir nun diese 3 Seiten mal durchgelesen,
denke man hat den eigentlichen Punkt überschritten.
Entweder hat man es verstanden,oder führt weiterhin einen Monolog, da eine Diskussion unerheblich.

49

Samstag, 23. Januar 2021, 18:13

Präzession im Sinne der Beharrungstendenz von Masseteilchen auf einer Kreisbahn wäre von Bedeutung, wenn man den Rotor mittels Neigung seiner Welle zyklisch ansteuern wollte. Das geschieht aber über aerodynamische Kräfte an den Blättern, die gegenüber den Massenkräften in der Regel um ein Mehrfaches größer sind (Lockzahl, siehe z.B. hier). Das Blattschlagen überträgt sich je nach Kopfkonstruktion dann mehr oder weniger in Form des Mastmoments auf die Rotorwelle, was aber mit Präzession nix zu tun hat.

Und den DFC-Kopf mit Gummis statt den Delrin-Buchsen be- bzw. überlastet dementsprechend auch nicht Präzession, sondern einfach die zyklische Blattauslenkung. Die starren Anlenkarme wollen dabei die Taumelscheibe in entgegengesetzte Richtungen drehen (was aber nicht geht), dadurch werden sie auf Biegung belastet und früher oder später zerstört.

LG
Philipp

50

Freitag, 29. Januar 2021, 15:43

Moin

Nunja Phil , die DFC Anlenkung darf nicht aus dem rechten Winkel kommen , das mein ich .





Vor vielen Monden hatte ich am 450er Vision Pro von Ikarus den Paddelkopf durch einen FBL Kopf ersetzt , FBL System war noch im Zulauf .
Zeit nutzen um nötige Anpassungen durch zu führen , Anlenkungen von den Servos zur TS justieren .
Ein sauberer Spurlauf muß auch noch sein , grob mechanisch eingestellt zumindest nur sollte der Rotor drehen damit man das besser sehen kann .

Funke an , Heli mit Saft versorgt , Heckkreisel hat initialisiert umgeschaltet auf Headlock .

Tja beherzt den Heli in die linke Hand genommen von unten , Arm ausstrecken und sachte auf Drehzahl kommen lassen ( aber nicht die volle Drehzahl eher um die 1000 U/min ) .

Die Spitzen liefen noch ein klein Wengel auseinander halber Millimeter in etwa , ausmachen justieren Vorgang wiederholen .
Besser war zufrieden , kollektiv Pitch plus geben wieder auf neutral , negativ gegeben und wieder neutral , Spurlauf paßt .
Nun zyklisch Ptch nach vorn , er fängt unmittelbar an zu vibrieren und will sich samt Maschine neigen ( spürt man sehr deutlich im Handgelenk ) Nick wieder neutral vibrieren weg .

Nanu wie jetzt , nochmal Nick nach vorn und der Neigung nachgeben ah vibrieren weg , gut Nick wieder neutral und Spurlauf paßt , aus gemacht .

Damals hatte ich mir über dieses Verhalten keinen Kopf gemacht , heute würde ich sagen war der kardanische Freiheitsgrad schon bei 0,1° Neigung am Anschlag wenn nicht gar schon eher .

Hätte der Rotor 2° - 3° Freiheitsgrad zur Rotorwelle besessen , man hätte die Neigung unabhängig zu Rotorwelle gesehen und bleibt man innerhalb des Freiheitsgrades treten auch keine
nennenswerten Vibrationen auf nur dann wenn ich an den mechanischen Anschlag komme .



Gruß Ikpinz