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Samstag, 9. April 2016, 09:28

Erfahrungsbericht: Wechsel von der Futaba T8FG auf die Graupner mx-20

Hallo,
hier möchte ich von meinen Erfahrungen beim Umstieg von einer Futaba T8FG auf eine Graupner mx-20 berichten.
Die T8FG hatte ich vor ca. 2,5 Jahren gebraucht gekauft. In der Zeit danach habe ich mich dann auch noch mit Empfängern versorgt.
Die T8FG war meine erste 2,4 GHz Anlage. Ich war mit der Futaba auch sehr zufrieden, sie war sehr einfach zu programmieren und lag gut in der Hand.
Anfang letzten Jahres kam dann die Robbe-Pleite, und nachdem erst unklar war, wer die Futaba-Sachen in Deutschland vertreiben wird, wurde es dann Ripmax.
Diese Firma kannte ich zwar schon (habe einen Acro Wot Foam E von dieser Firma, sehr zu empfehlen übrigens), allerdings war Ripmax in Deutschland ja noch allgemein recht unbekannt.
Kurz vor der Pleite hatte Robbe die Preise für Empfänger noch kräftig erhöht, und ich hoffte, dass die Preise bei Ripmax sinken würden.
Allerdings sind die Preise bis heute gleich geblieben, für einen R617FS bezahlt man knapp 90€, und das wurde mir langsam zu viel, und außerdem war Telemetrie ja auch ein Thema.....
Eine Telemetrie Box mit R6308SBT Empfänger hätte 240€ gekostet, und ich hatte mich entschieden: Es reicht!
Also habe ich die T8FG mit allen Empfängern vor ca. 2 Monaten verkauft und mir beim freundlichen Modellbauhändler eine nagelneue Graupner mx-20 mit ein paar Empfängern gekauft.
Hier möchte ich beide Sender und beide Fernsteuersysteme vergleichen:

Design & Äußeres:
Beide Sender liegen sehr gut in der Hand. Die Futaba hat zwei Schieber auf der Rückseite, die die Graupner nicht hat. Allerdings sind bei den normalen T8FG (nicht Super) die Schieber so kurz, dass man sie eh nicht verwenden kann. Außerdem sind die Schieber mir viel zu schwergängig. Die Schalterverteilung ist auf der Seite, wo die Antenne ist, gleich, also musste ich mich nicht groß umgewöhnen. Bei beiden Sendern sind diese Schalter zu nah beieinander, bei der mx-20 noch einen Tick mehr, sodass wenn die Schalter ungünstig stehen kein Finger mehr dazwischen passt. Die Haptik ist bei beiden Anlagen gut, die T8FG ist optisch etwas schlichter als die mx-20 mit der Chromoberfläche.

Software:
Hier haben beide Anlagen Vor- und Nachteile. Graupner hat manche Funktionen in mehrere Menüs aufgeteilt, die bei der T8FG in einem Menü sind (z.B. die Flugphasen). Dafür ist das Programm, was sich bei Graupner "Flächenmischer" nennt, bei der T8FG in mehrere Menüs aufgeteilt, wobei hier jedes Menü eine Mischfunktion definiert. Die Ausschläge für Wölbklappen und Butterfly können bei der T8FG für jede Klappe einzeln eingestellt werden, bei der mx-20 funktioniert das nur paarweise. Bei der T8FG definiert man für Butterfly und Verwölbung für jede Klappe einzeln die Endausschläge, während man das bei der mx-20 einmal im Menü "Servoeinstellungen" tut. Bei der T8FG sind die Klappen einfacher eingestellt, wenn sich die Endausschläge unterscheiden, dafür kann man bei der mx-20 die Ausschläge einfacher verändern, da man die Endausschläge schon vorgegeben hat, merkt man also, dass man zu viel Verwölbung eingestellt hat, reduziert man diese einfach einmal, während man bei der T8FG jede Klappe einzeln einstellen muss. Bei der T8FG sind stellenweise Abkürzungen verwendet worden, die man nur verstehen kann wenn man die Anleitung gelesen hat. Die mx-20 hat ein fast 340 Seiten starkes Handbuch, das ist schon ordentlich!
Allerdings erschließt sich bei beiden Sendern das meiste per "Learning by doing", sodass ich weder bei der Futaba noch bei der Graupner das Handbuch komplett gelesen habe. Die T8FG verfügt über eine etwas freiere Programmierung, man kann alle Geber und Schalter frei zuordnen, dadurch werden auch Dinge ermöglicht, die 99% der Modellflieger nie brauchen werden. Die mx-20 verfügt zusätzlich über einen Door Sequenzer und die Möglichkeit, Servos beliebig zu verlangsamen.

Übertragungssystem:
Das war ja ursprünglich der Grund für meinen Wechsel. Ganz kurz: HoTT ist FASST gnadenlos überlegen!
FASST bietet keine Telemetrie, kein modellspeicherabhängiges Binden und keine programmierbaren Empfänger. Außerdem soll die Reichweite von HoTT, wie ich gelesen habe, etwas besser sein, was aber egal ist, da man auch die Reichweite von FASST sowieso nie ausnutzen wird. FASST entspricht außerdem nicht der aktuellen EU-Norm und hat kein LBT. Bei HoTT gibt es updatefähige Empfänger. Ich musste bis jetzt noch kein Update machen, aber bei Modellen, bei denen der Empfänger schlecht zugänglich verbaut ist, dürfte das schwierig werden. Auch das Binden ist bei HoTT deutlich einfacher, da man keine vier Hände braucht, um den Taster am Empfänger zu drücken und das Modell gleichzeitig einzuschalten. Bei HoTT geht das schön nacheinander. Da merkt man doch, dass FASST deutlich älter ist als HoTT. Und die Telemetrie von HoTT kann man einfach über den Sender einstellen, alle Empfänger sind telemetriefähig und die Sensoren sind preiswert.
Kleiner Preisvergleich der telemetriefähigen 8-Kanal Empfänger:
Graupner GR-16: 60€
Futaba R6308SBT: 150€
Noch Fragen?

Fazit:
Der Wechsel hat sich voll gelohnt: Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei HoTT um Welten besser, und die mx-20 hat auch ein paar Funktionen, die die T8FG nicht hat.
Ich bin mit dem HoTT-System sehr zufrieden. Hat jemand von euch vielleicht einen ähnlichen Systemwechsel gemacht und dazu auch etwas zu berichten?