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Freitag, 28. April 2017, 16:16

Alter conrad Empfänger FM SS Sport, FTZ MF - 143 / 83

Hallo zusammen,
ich sammle alte Fernsteuerungen und habe in meiner Sammlung den obigen alten Empfänger (conrad FM SS Sport) wiedergefunden, den ich gerne in Betrieb nehmen würde. Beschreibungen oder Datenblatt sind nicht mehr vorhanden. Vermutlich ist es ein FM Empfänger in 40 MHZ. Er hat Anschlüsse für 5 Servos, wobei UNI bzw. JR Stecker passen würden, vielleicht sollten das aber auch die früheren conrad Stecker sein, dann wäre die Polung anders herum, das muß ich nochmal prüfen, indem ich das Gehäuse öffne. Mit meinem Graupner FM314 Sender auf Kanal 50 (Quarz im Sender: 50 T FMSSS, Quarz im Empfänger ebenfalls für Kanal 50 auf Basis ZF = 455 kHz) funktioniert der Empfänger aber leider nicht. Auch auf 27 MHZ FM habe ich mit einem MPX Sender keinen Erfolg gehabt. Kennt sich jemand noch damit aus? Kann es sein, daß der Empfänger nur mit einem speziellen Sender (vielleicht auch namens FM SS Sport) funktioniert oder braucht man einen Empfängerquarz mit einer ZF abweichend von den üblichen 455 kHz? Früher war zeitweise auch 460 kHz als ZF bei den ganz alten Anlagen im Einsatz. Ich will den modelcraft Empfänger nicht mehr in einem Modell einsetzen sondern nur das Erfolgserlebnis haben, daß er wieder funktioniert.
Gruß Rainer

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Dienstag, 2. Mai 2017, 10:39

die alten Conrad-7-Kanal-Anlagen hatten Empfänger mit Doppelsuper (erstmal auf 10,7MHz, dann auf 455kHz). Da muss dann ein spezieller Doppel-Super-Quarz hinein, sonst tut der nicht das, was Du von ihm erwartest.

Möglicherweise funktionieren die ACT oder Graupner DS-Quarze, Hitec definitiv nicht.

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Dienstag, 2. Mai 2017, 16:53

Alter conrad Empfänger FM SS Sport, FTZ MF - 143 / 83

Hallo

vielen Dank für den Hinweis auf die Möglichkeit eines Doppelsuperhets. Ich habe das gerade mit einem DS Quarz von Conrad auf Kanal 51 ausprobiert, auch ohne Erfolg. Außer dem hier zu behandelnden Empfänger Conrad FM SS Sport habe ich noch einen Conrad FM SS Profi Empfänger. Letzterer ist ein echter Doppelsuper und funktioniert mit dem DS Quarz Kanal 51 einwandfrei. Der FM SS Sport kann aber nach meiner Meinung kein DS Empfänger sein, ich habe das Gehäuse geöffnet, auf der Platine ist nur ein einziges einfaches ZF Filter bestehend aus einem gelben, weißen und schwarzen Spulenfilter. Wäre es ein DS Empfänger, so müßte auf der Platine auch noch ein Einlötquarz sein für die 2. ZF, ein solcher ist aber auch nicht vorhanden. Deshalb gehe ich davon aus, daß der Sport Empfänger ein Einfachsuper ist. Die Buchstaben MF bei der FTZ Nr. wurden früher für genehmigungsfreie Anlagen in 27 MHZ und 40 MHZ vergeben, wahrscheinlich handelt es sich hier um 40 MHZ. Leider hat Conrad das nirgends auf dem Empfängergehäuse vermerkt. Ich vermute nun, daß im Empfänger etwas defekt geworden ist, als erste Kandidaten werde ich demnächst 3 Elko Kondensatoren mit je 33 MikroFarad auswechseln, weil die altersbedingt am ehesten eintrocknen und dadurch Kapazität verlieren. Danach werde ich mich nochmals melden und über das Ergebnis berichten.

Früher habe ich mich intensiv mit der Funktion eines Doppelsuperhet-Empfängers beschäftigt. Da ich aus manchen Beiträgen ersehe, daß darüber oft seltsame Vorstellungen verbreitet sind, gebe ich hier mein Wissen gerne mal weiter, natürlich ohne Gewähr. Im Anhang füge ich eine Skizze bei, die die grundlegende Funktion und den Zusammenhang der Quarzfrequenzen zeigt. Die 1 ZF (Zwischenfrequenz) in Mischer und Filter Nr. 1 wird aus dem Wechselquarz gebildet, mit dem auch die zu empfangende Frequenz bzw. Frequenzkanal festgelegt wird. In vielen Fällen beträgt die 1. ZF 10,7 MHZ, allerdings machen Simprop und MPX Doppelsuper eine jeweils andere Ausnahme. Die 2. ZF beträgt in aller Regel 455 kHz und wird durch einen Einlötquarz festgelegt. Bei meinem Simprop DS Empfänger "der Kleine" kann ich z.B. auf dem Einlötquarz die aufgedruckte Frequenz 4,05926 MHZ ablesen. Addiert man dazu die 2. ZF, also 455 kHz, so ergibt sich eine Frequenz von 4,51426 MHZ, das ist die 1. ZF bei Simprop. Möchte man mit dem Empfänger an der Antenne z.B. die Frequenz 35,010 MHZ also Kanal 61 empfangen, so muß der Wechselquarz auf der Frequenz (35,010 - 4,51426) MHz = 30,496 MHz schwingen. Da die Mischer am Ausgang auch die Spiegelfrequenz erzeugen, würde auch ein Quarz von 35,010 MHZ + 4,51426 MHZ = 39,524 MHz passen, von dieser Vielfalt hoffe ich aber, daß die Empfängerhersteller keinen Gebrauch machen, deshalb habe ich in der Skizze die Verhältnisse bei Spiegelfrequenz in kleinerer Schrift dargestellt.

Ich habe auch noch einen MPX Doppelsuperempfänger (Best.Nr. 5 5923). Dort wollte ich auch die Frequenz ablesen, die auf dem Einlötquarz aufgedruckt ist. Leider ist das Quarzgehäuse im Schriftbereich aber überlötet, so daß ich nur ablesen konnte: x,y4965 MHz, x und y sind nicht lesbar. Deshalb konnte ich hier die 1.ZF nicht so ermitteln, wie das oben bei dem Simprop möglich war. Vielleicht hat jemand einen MPX DS Empfänger, wo man die Frequenz auf dem Einlötquarz vollständig ablesen kann, das würde mich interessieren.

Viele Grüße

Rainer
»Rainerwalter« hat folgendes Bild angehängt:
  • Doppelsuper Zusammenhang der Zwischenfrequenzen 1.JPG

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Dienstag, 2. Mai 2017, 18:49

mit einem Oszi sollte man recht schnell feststellen können, ob der eingesetzte Quarz tatsächlich schwingt. Im zweiten Schritt lässt sich dann auch die ungefähre Frequenz feststellen. Dann sieht man, ob er auf Grundfrequenz dümpelt, oder auf dem eigentlich erwarteten Oberton. Und beim Empfänger funktioniert in der Regel auch ein AM-Quarz - wenn er am Oszillator auf der richtigen Freuqenz angeregt wird.

Die HF-Stufe bei einem Einfachsuper ist auch "breit" genug, um auch ein Frequenzband daneben zumindest mithören zu können (hab schon erfolgreich 35MHz-Empfänger mit 40MHz im Nahbereich betrieben).

Die nächste Frage wird sein, ob aus der Zwischenfrequenz und am Demodulator noch ein vernünftiges Signal raus kommt - weil auch ein Decorder-IC abgeschossen sein kann.

Wildes Bauteiltauschen ist nicht immer zielführend. Elkos können austrocknen - kritischer sind aber Keramikkondensatoren oder Ferrite in Filtern, die mechanisch (Absturz, Crash...) einen Schuss weghaben.

Hab mir mal den Wolf an einem ACT DS gesucht. Nachgelötet alles ok, aber ein paar Stunden später wieder alles tot. Vermutlich hatte der ZF-Quarz oder der Motorola-Empfängerbaustein (ZF-Oszillator) einen weg. Konnte man auch mit einem "kalten" Lötkolben wieder zum Schwingen bringen - aber eben nur, bis er wieder ausgeschaltet war. Definitv nicht zuverlässig genug für den Einsatz im Modell (nicht mal im Schiff!)

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Sonntag, 7. Mai 2017, 17:46

Hallo zusammen,
in einem alten conrad Modellbau Katalog aus 2010 habe ich zwar nicht mehr den obigen Empfänger gefunden, jedoch werden dort noch die Quarze für die modelcraft sport Anlagen angeboten. Angeboten werden dort 3 Quarzpaare in 40 MHZ für die Kanäle 51, 52 und 53, die nur für die sport Anlagen vorgesehen sind und anderswo nicht passen laut Beschreibung. Auffällig ist, daß für den Kanal 50 kein Quarzpaar angeboten wird. Deshalb gehe ich davon aus, daß bei den sport Anlagen der Frequenzhub deutlich größer ist als bei üblichen frequenzmodulierten Anlagen, wo der Frequenzhub etwa 3 kHz beträgt. Ich bin mir nun ziemlich sicher, daß der sport Empfänger erst bei einem deutlich größeren Frequenzhub anspricht, der bei Kanal 50 nicht mehr zulässig wäre, weil sonst die Frequenzkanäle unterhalb von Kanal 50, also unterhalb von 40,665 MHZ beeinträchtigt werden würden, was nicht zulässig ist, weil die zulässige Frensteuerfrequenz bei 40,665 MHZ endet. Diese Theorie wird auch dadurch gestützt, daß bei dem sport Empfänger das ZF Filter nur aus 3 Spulenfiltern (weiß, gelb und schwarz) besteht, das ein schmalbandiges FM Signal mit einem Frequenzhub von 3 kHz gar nicht auswerten kann. Solche Filter wurden früher bei den alten AM Anlagen eingesetzt, wo noch ein Kanalabstand von 20 kHz erforderlich war. Damit glaube ich, das Rätsel um den conrad sport Empfänger mit einer gewissen Logik ausreichend gelöst zu haben, und werde den Empfänger wieder in meine Sammelkiste legen und ruhen lassen.
Gruß Rainer