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Mittwoch, 25. Oktober 2017, 23:39

Sender FM314: HF Endstufentransistor (C4735, npn) wird sehr heiß

An meinen 3 Graupner Sendern FM 314 in 35 und 40 MHZ, die äußerlich problemlos funktionieren, habe ich kürzlich zufällig entdeckt, daß der HF Endstufentransistor an allen 3 Sendern sehr heiß wird (schätze daß es etwa 80 Grad Celsius sind, die über die 3 Transistorbeinchen in die Platine abgeleitet werden. Ein Kühlkörper ist nicht vorhanden und wäre platzmäßig auch schwierig) . Bei einer Akkuspannung von genau 10 V fließt in den Sender ein Strom von 240 mA. Laut Datenblatt im Katalog sollen es 140 mA sein. Zu einer Störung kam es in den vielen Jahren bisher zwar nie, nachdem ich nun aber die Erwärmung festgestellt habe, glaube ich, daß da eine nicht optimale Auslegung der elektronischen Schaltung vorliegt. Der Sender soll ja schließlich HF erzeugen und nicht Hitze. Einen Schaltplan habe ich nicht, aber auf der Platine habe ich mühsam die Beschaltung des HF Transistors herausgelesen und komme zu der im Anhang beigefügten Schaltung.

Außerdem habe ich noch einen MPX Sender Pico Line in 40 MHZ. Der hat einen Endstufentransistor C 2314 eingebaut (sieht ganz ähnlich aus wie ein BD 135). In diesem MPX Sender wird der Transistor (ohne Kühlkörper) nicht spürbar warm, und dieser Sender funktioniert auch sonst einwandfrei. Also muß es doch auch besser gehen.

Kennt jemand die Ursache für die ungewöhnliche Wärmeentwicklung der Endstufe der FM314? Im Internet habe ich schon gelesen, daß es bei einigen Sendern Probleme mit der Erwärmung des C 4735 gab, die im Extremfall sogar zu seinem Ausfall führten. Wie kann man Abhilfe schaffen? Ich möchte die Sender gerne weiter verwenden. Ich denke, daß es sich um eine systematische Auffälligkeit handelt und nicht um einen Bauteilefehler sondern eher um eine nicht optimale Auslegung der Schaltung, da das Phänomen ja an allen 3 Sendern gleichermaßen auftritt und höchst wahrscheinlich schon im Neuzustand unbemerkt vorhanden war. Mich interessiert die Ursache in der Schaltungsauslegung, deshalb sind Hinweise wie der Kauf einer neuen modernen Fernsteuerung nicht ideal.

Gruß Rainer
»Rainerwalter« hat folgendes Bild angehängt:
  • HF Endstufe bei Sender FM 314, 4.7.2017.JPG

a_rueckert

RCLine User

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2

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 00:10

Ich vermute, wenn dieser Thread im Mikrocontroller.net Forum wäre, würdest Du mehr Antworten bekommen.

Aber in diesem Thread hier stehen einige Ersatztypen:

https://www.rcgroups.com/forums/showthre…4735-equivalent

Sind diese 2 Widerstände echt 3,9 Ohm? Oder meinst 3,9 kOhm?
Heli: Twister CP V2,Carbooon CP,T-Rex 450 S-CF,CopterX,DF64C
Fläche: Jede Menge Flächenmodelle aus alten Tagen
Futaba FX 18 V2, Robbe Terra Top, Robbe Terra, Turnigy 9x

Jürgen N.

RCLine User

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Beruf: war einmal...

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3

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 07:30

Du betreibst den Sender aber nicht ohne Antenne!?
Gruss Jürgen

4

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 09:01

Die Antenne ist natürlich während meiner Messung am Sender montiert und auf volle Länge ausgezogen. Auch früher habe ich meine Sender nie ohne Antenne oder ohne ganz ausgezogene Antenne betrieben, so daß ich eine diesbezügliche Schädigung ausschließen kann. Die 2 Widerstände sind SMD Bauteile, auf denen die Angabe 3k9 mit der Lupe lesbar ist. Parallelgeschaltet ergibt das einen Gesamtwiderstand von etwa knapp 2 Ohm. Bei 10 V Akkuspannung ist das schon etwas niedrig aber auch nicht ungewöhnlich. Bei meinen älteren MPX Sendern liegt der Widerstand bei etwa 3,3 Ohm und nur 7,2 V Akkuspannung. Probeweise habe ich den FM314 auch mal mit 7,2 V Akkuspannung betrieben, die Wärmeentwicklung war aber dabei auch sehr hoch und nicht merklich anders.
Gruß Rainer

a_rueckert

RCLine User

Wohnort: Kaiserslautern / Germany

Beruf: Software Engineer

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5

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 13:02

3k9 ist 3,9 k(ilo)Ohm. Davon 2 parallel sind knapp 2 k(ilo)Ohm. Da ist Dein Strom um Faktor 1000 geringer.
Heli: Twister CP V2,Carbooon CP,T-Rex 450 S-CF,CopterX,DF64C
Fläche: Jede Menge Flächenmodelle aus alten Tagen
Futaba FX 18 V2, Robbe Terra Top, Robbe Terra, Turnigy 9x

6

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 20:26

Heute morgen um 9 Uhr habe ich mich leider in der Eile verschrieben. Richtig muß es heißen 3R9 und nicht 3k9. So ist es auch in meiner Skizze im Anhang richtig eingetragen. Bei einem Fußpunktwiderstand von 2 KOhm würde der Sender praktisch keine HF Leistung abgeben und der Transistor würde auch nicht heiß werden.

Für die ungewöhnliche Erwärmung des Transistors sehe ich ein paar Möglichkeiten als Ursache:
1. Der Transistor wird mit einem zu geringen Basisstrom angesteuert. Dann arbeitet er nicht mehr als Schalter sondern im aktiven Bereich mit Spannungsabfall zwischen Emitter und Kollektor bei Laststrom, was zur Erwärmung führt.
2. Der Transistor hat zu geringe Stromverstärkung von Basis- und Emitterstrom, was zur gleichen Folge führt wie bei 1. In diesem Fall könnte eventuell ein Transistor mit höherer Stromverstärkung Abhilfe bringen.
3. Die Drosselspule L1 könnte mit 2,2 mikroHenry zu geringe Induktivität haben, was zu dem hohen Strom führen kann. Ebenso könnte diese HF-Drossel schon bei noch kleinem Strom in die magnetische Sättigung des Ferritkerns geraten, was ebenso zum Verlust der Drosseleigenschaft führt und dann hohem Strom. In der Originalbeschaltung des FM314 habe ich an der abmessungsmäßig kleinen Drossel L1 die Farbringe rot rot gold silber abgelesen, was nach der Codierungstabelle für Induktivitäten eine Induktivität von 2,2 mikroHenry ergibt mit einer Toleranz von 10 Prozent. Von der kleinen räumlichen Größe dieser Drossel und der geringen Induktivität her gesehen habe ich schon mal vermutet, daß die Induktivität von nur 2,2 mikroHenry eventuell zu klein ist und zudem die Drossel in Sättigung gerät. Deshalb habe ich die Originaldrossel probeweise mal ausgelötet und durch eine größere ersetzt mit 47 mikroHenry, wie das bei meinen älteren Sendern früher üblich war. Der Test hat aber leider keine Verringerung der Wärmeentwicklung gebracht. Vielleicht gerät auch die neue Drossel schon zu früh in magnetische Sättigung. Ich müßte mal noch eine größere Drossel mit höherem Sättigungsstrom probieren, aber eine solche habe ich leider derzeit nicht.

Vielleicht kann von euch mal jemand den Strom eines FM314 Senders bei 10 V Akkuspannung messen und dann darüber berichten, ob sich bei dem Sender der Transistor und die Platine im Transistorbereich auch ungewöhnlich erwärmen. Das würde mich sehr interessieren. Die Strommessung geht ganz einfach und ohne großen Umbau am Sender. Ich habe einfach in dem Batteriehalter für 8 AA Akkus einen Papierstreifen zwischen 2 hintereinander geschaltete Akkuzellen eingefügt, so daß kein Strom mehr fließen kann. Die Stelle am Papierstreifen überbrückt man dann mit dem Strommeßgerät.

Gruß Rainer

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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7

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 20:39

Hallo,

ich würde mal versuchen, den Strom durch die Endstufe zu messen. Dazu müsste man das mA-Meter (am besten analog !) in die +Ub Leitung hängen. Dazu entweder Leiterbahn durchtrennen oder die Drossel L1 einseitig ablöten (wenn's geht).

Bei -wie gesagt- ca. 2 kOhm-Emitterwiderstand und 9,6 V Ub können selbst bei voll durchgeschaltetem Transisitor nur ca. 4,8 mA fließen. Da die Endstufe wahrscheinlich im "C"- oder Teil-"B"-Betrieb arbeitet, müsste es nochmal weniger sein. Was wirklich an Strom (im Mittel) fließt, hängt vor allem auch von der Basis-(Gleich-)spannung ab. Die kann man nur unter Zwischenschaltung einer HF-Drossel (ersatzweise ein Widerstand mit einigen KOhm) messen, da die Basis HF-mäßig "heiß" ist.

Wenn die Endstufe ca. 80°C warm wird, dann wäre das zwar unschön, aber noch zulässig.

Also erstmal wie o.g. den Collektorstrom messen, am "kalten" Ende von L1. Auch die Spannung am Emitterwiderstand (der Parallelschaltung) wäre aufschlussreich; leicht zu messen, da "kalt". Wenn man sicher weiß, wie groß der Emitterwiderstand ist, kann man daraus auch den Strom berechnen.

Gruß,
Helmut

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »haschenk« (26. Oktober 2017, 20:50)


8

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 20:40

Haette eine mit 414 Modul da. Kann ich dir fuer lau + Versand schicken.
Antenne finde ich grade nicht. Ist auch kein Quarz drinnen.

Aber dann koenntest du vergleichen.

Keine Garantie ob das Ding noch geht.
Gruss
Thomas
🖖

Vielleicht ist Wissen doch nicht die Antwort auf alles.

Bleibt gesund!!!


9

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 21:01

Vielen Dank für das Angebot der 414. Allerdings habe ich als Sammler schon eine 414 mit 40 MHZ HF Modul. In diesem HF Modul ist die Beschaltung etwas anders als bei der FM314, insbesondere ist bei meiner 414 ein anderer HF Leistungstransistor im HF Modul eingebaut. Mein Test ergab, daß sich der Transistor in der 414 sehr viel weniger erwärmt als in der 314. Deshalb wäre ich an den Strommeßdaten und Wärmetests bei anderen FM314 Sendern weiterhin interessiert.
Gruß Rainer

10

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 23:23

414/35 ;-)
Gruss
Thomas
🖖

Vielleicht ist Wissen doch nicht die Antwort auf alles.

Bleibt gesund!!!


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Freitag, 27. Oktober 2017, 16:55

Darf ich Interesse an der 414 anmelden? Ich sich' grad' so ein Teil :)

12

Freitag, 27. Oktober 2017, 18:36

Darf ich Interesse an der 414 anmelden? Ich sich' grad' so ein Teil :)

Klar doch. Stimmt die Adresse in deinem Profil noch?
Dann schaue ich mal wie ich das Ding am guenstigsten zu dir kriege.
Werd morgen mal schauen ob ich auch die Antenne noch finde. In der Schublade wo der Sender lag ist sie auf jeden Fall nicht.
Gruss
Thomas
🖖

Vielleicht ist Wissen doch nicht die Antwort auf alles.

Bleibt gesund!!!


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Freitag, 27. Oktober 2017, 20:28

Heute habe ich in der Sache noch mal Messungen gemacht am 314 Sender und zwar in dem Zustand mit der neu eingesetzten HF Drossel von 47 mikroHenry (die originale war 2,2 mikroHenry).

1. Bei einer Batteriespannung von jeweils 10 V beträgt der Strom von der Batterie in den Sender 50 mA ohne Senderquarz und 220 mA mit eingestecktem Quarz (mit der original Drossel war der Strom mit 240 mA noch geringfügig höher). Die Stromzunahme um 170 mA bei eingestecktem Quarz ist ungefähr durch die HF Leistung begründet.

2. Weiterhin habe ich die Emitterspannung am Leistungstransistor gemessen, also am Fußpunkt zu den 2 parallel geschalteten Widerständen von je 3R9, was resultierend einen Widerstand von ungefähr 2 Ohm ergibt. Die Emitterspannung beträgt ohne Quarz 0 V und mit Quarz 0,35 V. Wenn am 2 Ohm Widerstand eine Spannung von 0,35 V abfällt, dann ergibt sich hieraus im Mittel nach dem Ohmschen Gesetz ein Strom vom 0,35 V / 2 Ohm = 0,175 A. Das stimmt ziemlich genau mit der Messung der Stromzunahme bei eingestecktem Quarz unter Punkt 1 von 170 mA überein.

3. Den Gesamtwiderstand der 2 parallelen SMD 3R9 Widerstände konnte ich bei ausgeschaltetem Sender auch ohne Auslöten einer Widerstandsseite mit meinem Drehspulinstrument mit ziemlich genau 2 Ohm messen und damit den aufgedruckten Widerstandswert bestätigen.

4. Im RCline Forum habe ich unter der Rubrik Fernsteuerungen einen Beitrag vom 29.10.2009 gefunden. Der User Luftschrauber berichtet hier von einer Überhitzung des originalen HF Leistungstransistors C 4735 im MC10 Sender. Das Phänomen konnte dort beseitigt werden durch Einbau eines BD137 Transistors anstelle des originalen.

5. Meine Vermutung verstärkt sich, daß der originale LT in der FM314 nicht optimal ist (vielleicht zu geringe Stromverstärkung) und daß dadurch die starke Erwärmung verursacht wird. Die Erwärmung auf geschätzt 80 Grad mag vielleicht gerade noch zulässig sein, ich befürchte aber, daß bei hohen Umgebungstemperaturen im Sommer der Transistor bei ungünstigen Umständen Schaden nehmen und ausfallen kann. Deshalb suche ich nach Verbesserungen.

6. Weiterhin bin ich aber stark daran interessiert, von anderen Usern mal Rückmeldungen zu erhalten bezüglich Erwärmung des LT C 4735 und des Stromverbrauchs aus der Batterie in einem FM314 Sender.

Gruß Rainer

14

Freitag, 27. Oktober 2017, 20:57


Klar doch. Stimmt die Adresse in deinem Profil noch?
Dann schaue ich mal wie ich das Ding am guenstigsten zu dir kriege.
Werd morgen mal schauen ob ich auch die Antenne noch finde. In der Schublade wo der Sender lag ist sie auf jeden Fall nicht.

Adresse stimmt. Schick' mir bitte den Rest für die Transaktion per PN :)

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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15

Montag, 30. Oktober 2017, 00:25

Hallo Rainer,

ich hab mal ins Datenblatt des 2SC4735 (Sanyo) geschaut.
Das Teil kann 1,5 W Verlustleistung ohne Kühlkörper; leider gibt's keine Angaben zu den relevanten Wärmewiderständen, mit denen man die zulässige Oberflächentemperatur berechnen könnte.
Von deinen zugeführten ca. 1,70 W geht ein Teil "in die Antenne", sodaß die Verlustleistung wahrscheinlich im erlaubten Bereich bleibt; aber etwas "eng" geht' s schon zu.
Die relevanten Diagramme im Datenblatt gehen bis 75°C.

Kannst du die Temperatur nicht wirklich messen ? Es gibt doch auch DMMs mit Temperatur-Bereich und zugehörigem Sensor. Sender nicht ohne ausgezogene Antenne betreiben.

Gruß,
Helmut

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Montag, 30. Oktober 2017, 11:50

Hallo Helmut,

die Temperatur kann ich leider nicht exakt messen sondern nur mit dem Finger fühlen. Ich kann nur ganz kurz (ca. 1 bis 2 Sekunden) mit dem Finger fühlen, der Transistor 2sc4735 fühlt sich dabei so heiß an, daß die Haut schmerzt und bei längerem Kontakt Brandverletzung drohen würde.

Meine Tests habe ich inzwischen ausgedehnt und noch andere Sender überprüft. Zunächst habe ich im Forum ältere Beiträge gelesen, dabei wird bei einer MC10 und einer FX18 dieser Transistor ebenfalls "sau heiß". Weiter habe ich in meiner Sammlung noch eine Sanwa Cygnus mit 40 MHZ Wechselmodul, wo auch der 4735 verbaut ist. Auch in der Cygnus wird dieser fühlbar sehr heiß, was ich früher noch gar nicht geprüft hatte.

Andererseits habe ich folgende Sender, bei denen der HF Transistor nicht einmal handwarm wird: Das sind MPX pico line (2sc2314), MPX Europa Sprint (2sc2314, Aussehen optisch ähnlich BD135) , MPX europa Sport mit Wechselmodul (BD135). Ein alter FM314 mit noch runder Spannungsanzeige und ohne SMD Bauteile zeigt normale Stromaufnahme und der dort verbaute HF Transistor C1973 wird nicht sonderlich warm. Der C1973 ist auch verbaut im D8 Sender, im D14 Sender (Wechselmodul) und im Wechelmodul des FM414 Senders. In allen diesen Sendern wird der HF Transistor höchstens handwarm.

Der Vergleich ergibt: In allen getesteten Sendern mit 2sc4735 wird dieser gefühlt sehr heiß. Bei den anderen Sendern geht es problemlos ohne auffällige Wärmeentwicklung. Ob das nun am 2sc4735 liegt oder an einer besonderen Ansteuerung und Einbettung in die gesamte HF Schaltung, läßt sich daraus noch nicht sicher schlußfolgern, die Ursachenvermutung beim 2sc4735 liegt jedoch nahe, sonst müßte man unterstellen, daß beim Futaba FX18, Sanwa cygnus und der MC10 ebenfalls eine besondere Einbindung des 2sc4735 in die gesamte HF Schaltung vorliegt, was ich für unwahrscheinlich halte.

Natürlich ist eine Erwärmung des 2sc4735 auf etwa 80 Grad durchaus noch als zulässig einzustufen, zumal die Sender ja einwandfrei funktionieren. Ein Problem liegt daher nicht vor sondern nur Neugierde, warum das so ist.

Ein probeweiser Ausbau eines 2sc4735 und Einbau eines Ersatztypen (z.B. BD137) könnte vielleicht mehr Klarheit bringen, einen Ersatztyp müßte ich aber erst beschaffen. Bevor ich etwas umbaue, möchte ich aber noch einen theoretischen Erklärungshinweis haben, denn theoretisch nicht erklärlich ist für mich bis jetzt, warum und welche Eigenschaft am 2sc4735 das Phänomen verursachen könnte, wo doch die Angaben im Datenblatt ganz passend und ähnlich zu den anderen Transistoren erscheinen, wobei ich Angaben zur Stromverstärkung im Datenblatt des 4735 allerdings noch nicht gefunden habe. Vorstellen könnte ich mir mit geringer Wahrscheinlichkeit, daß bei einigen 2sc4735 eine Produktionscharge vorliegen könnte mit Abweichungen zu den Sollwerten des Datenblattes. Vielleicht hat dazu noch jemand eine Idee.

Die Sache wird nun doch zeitaufwendiger als ich dachte, und weitere Arbeit in die alten Geräte zu investieren, ist sicher nicht lohnend, aber vielleicht kann es ein theoretisches Erfolgserlebnis verschaffen, wenn man die Ursache gefunden hat, warum ein HF Transistor sehr warm wird und andere Transistoren bei vergleichbarem Einsatz nicht. Deshalb möchte ich nochmal auf meine Bitte zurückkommen, daß andere User ebenfalls mal den Stromverbrauch und die Wärmeentwicklung in einer FM314 (mit SMD Platine) messen und rückmelden mögen. Das könnte Aufschluß geben, ob möglicherweise Unterschiede bei den Produktionschargen des HF Transistors vorliegen.

Gruß Rainer

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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17

Montag, 30. Oktober 2017, 17:34

Hallo Rainer,

Zitat

.....theoretischen Erklärungshinweis haben, denn theoretisch nicht erklärlich ist für mich bis jetzt, warum und welche Eigenschaft am 2sc4735 das Phänomen verursachen könnte....

Meine Erklärung wären erstmal die unterschiedlichen Wärmewiderstände der Gehäuseformen; kleines ""Rein-Plastik"-Gehäuse beim 2SC4735 gegenüber TO 220 bei den BDxxx-Typen.
Ich weiß jetzt nicht, wie gut du dich da auskennst; eine kurze Einführung zum Wärmewiderstand (R_th) gibt's z.B. in Wikipedia, in Bastelbüchern wird R_th auch oft erklärt, ansonsten halt mal googeln.
Man kann Wärmeströme analog zu elektrischen Strömen behandeln/berechnen. U.a. entspricht das Temperaturgefälle über dem Wärmewiderstand dem Spannungsabfall über einem Ohm'schen Widerstand.

Bei Halbleitern hat man es immer mit 2 Wärmewiderständen zu tun:
1. vom Kristall zum Gehäuse, 2. vom Gehäuse zur "Umgebung". Diese kann einfach die umgebende Luft sein; mit Kühlkörper tritt an seine Stelle dann der (viel kleinere) Wärmewiderstand des Kühlkörpers zur ruhenden oder bewegten Luft. Normalerweise werden bei Leistungshalbleitern die beiden Wärmewiderstände angegeben, der zweite davon nur für den Fall Gehäuse-Luft, weil ja nicht bekannt ist, ob und was für ein Kühlkörper verwendet wird; da muß man dann ein wenig mehr rechnen.

Das kleine Plastikgehäuse vom 4735 hat mit Sicherheit einen erheblich größeren Wärmewiderstand Gehäuse-Luft als das größere TO 220 (größere Oberfläche), das ja auch fast immer noch eine "Metalleinlage" hat, auf der der Kristall montiert ist, und die der Wärmeableitung dient (bei Montage auf Kühlkörper). Deshalb muß die Gehäusetemperatur bei dem Plastikgehäuse höher sein als beim TO 220, um dieselbe Wärmemenge abzuführen.

Wenn du das noch nicht kennst, versuch' dich einzulesen; es ist recht einfach, aber (anfangs) halt etwas ungewohnt. Mir fällt gerade ein, daß es bei ELV auch ein Script betr. Wärmewiderstand zum download gibt; ich weiß nur nicht mehr genau, wo; könnte bei den Kühlkörpern sein. Etwas Wissen um Wärmeproblemchen ist recht nützlich, hatte ich vor kurzem selbst; da ging's aber um eine ganz andere Größenordnung (ca. 800 W bei einer Eigenbau-Stromsenke)...

Du könntest auch mal (nur interessehalber...) versuchen, ein- oder beidseitig an das Plastikgehäuse Aluplättchen (1 - 2 cm² groß) an das 4735-Gehäuse anzubringen, z.B. mit Wäscheklammer o.ä. anklemmen, im Idealfall noch etwas Wärmeleitpaste dazwischen. Damit müsste die Gehäusetemperatur deutlich niedriger werden.

Gruß,
Helmut

18

Montag, 30. Oktober 2017, 18:18

Hallo Helmut,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Allerdings habe ich den Datenblättern folgende Angaben zur Gehäusegröße entnommen, die augenscheinlich mit den tatsächlichen Bauteilen übereinzustimmen scheinen:

BD135, BD137 und BD139 jeweils Gehäuse SOT-32: Länge 7,5 mm, Breite/Dicke 2,5 mm, Höhe ohne Beinchen 10,5 mm. Nahezu gleiche Abmessungen hat auch der 2sc2314 im pico line und sprint Sender und dort jeweils ohne Kühlkörper verbaut.

2sc4735: Länge 10,5 mm, Breite/Dicke 4,5 mm, Höhe ohne Beinchen 8,5 mm.

Demnach hat der 2sc4735 ein größeres Gehäuse aus Plastik, der BD135 aber ein kleineres, allerdings mit einer Metalleinlage zur Montage eines Kühlkörpers, der aber im Sender Sprint und pico line gar nicht vorhanden ist. Gleichwohl erwärmen sich die BD135 und 2sc2314 nicht spürbar, während der massigere 4735 heiß wird, obwohl seine Gehäuseoberfläche für die Wärmeabgabe größer ist und über die Beinchen auch die Platine noch gut beheizt wird. Diesen Unterschied kann ich von der Wärmeableitung her nicht nachvollziehen und hatte deshalb schon daran gedacht, ob die Stromverstärkung des 4735 vielleicht zu klein ist und für ein ordentliches Durchschalten des Transistors nicht ausreicht. Könnte diese Vermutung deines Erachtens auch plausibel sein?

Gruß Rainer

Flat

RCLine User

Wohnort: Raum Hannover und zunehmend Raum Hamburg

Beruf: Angestellter auf Lebenszeit bei der Deutschen Rentenversicherung

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19

Montag, 30. Oktober 2017, 18:53

Solange keine Temperatur gemessen wurde würde ich da nichts machen.
Empfindliche Finger finden schon 50 als "heiß" (zu warm wäre richtig ausgedrückt).
Wenn der Halbleiter dafür ausgelegt ist kann der das auch vertragen.
"Kaputtverbessern" kannst Du immer noch. :D
viele Grüsse

Bernd

Am Ende wird alles gut und wenn nicht, dann ist es auch noch nicht das Ende .........


Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile (Aristoteles)

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

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20

Donnerstag, 2. November 2017, 00:58

Hallo Rainer,

ja, du hast recht, da habe ich mich in der Gehäusegröße geirrt; das TO 220 gibt's erst bei leistungsstärkeren Transistoren. Mein Erklärungsversuch wird deshalb hinfällig.

Nächster Versuch:
Senderendstufen werden idR im Linear-Halbwellenverstärkungs-Modus für positive Halbwellen betrieben (nicht als Schalter, wie du weiter oben sagst). Die fehlenden Halbwellen ergänzt dann der nachfolgende Schwingkreis bzw. das nachfolgende Filter. Dadurch entstehen aber erhebliche Oberwellen, die vom Filter abgeschwächt werden müssen. Man kann aber durch Wahl eines anderen Arbeitspunkts noch wenigstens einen Teil der negativen Halbwelle "mitnehmen" und so die Oberwelllen-Entstehung verringern (das geht bis zum völligen Linear-Betrieb, der aber auch nicht vollständig oberwellenfrei arbeitet). Der Preis dafür ist dann ein höherer mittlerer Strom, d.h. der Wirkungsgrad wird schlechter, es entsteht mehr Verlustwärme und die Kühlung wird schwieriger.
Dies (Arbeitspunkt/Oberwellen/Filter) zu optimieren ist Aufgabe des Entwicklungsingenieurs. Ich kann mir schwer vorstellen, daß die Fa. JR damals ein "unreifes" Produkt entwickelt oder eine schlechte Qualitätssicherung hatte, und das Produkt (weltweit) verkauft hat. Jede "vernünftige" Firma verfügt auch über alle notwendigen Messgeräte.

Wenn du Sorge hast, daß bei höheren Umgebungstemperaturen der Sender ausfällt, dann nimm einen großen Pappkarton. In den bläst du mit Heizlüfter oder Heißluftpistole warme Luft rein; so heiß und so viel, daß darin -sagen wir mal- 40°C entstehen; ein Badethermometer passt gut für diesen Temperaturbereich zur Messung. Den eingeschalteten Sender (am besten mit abgenommener Rückwand, damit's schneller geht) stellst du da rein. Wenn er das überlebt, bist du deine Sorge los... :-))

Gruß,
Helmut