21

Dienstag, 8. September 2020, 19:35

Wäre sie in der EU zugelassen, lägen auch Zertifikate einer unabhängigen europäischen Behörde bei.

Du hast doch keine Ahnung und davon jede Menge....
Eine KE wird vom Hersteller ausgestellt und Unterschrieben, es bedarf keiner unabhängigen europäischen Behörde.
Für die Richtigkeit der Angaben bürgt ein Notified Bodie, dass ist ein unabhängiges, akkreditiertes Prüflabor.
Die Dokumente dieses Prüflabor sind bei Radiomaster auch online.
Übrigens, die KE von FrSky ist auch in China ausgestellt und von einem Chinesen unterschrieben.
Ansprechpartner für eine deutscher Behörde ist der Inverkehrbringer, also der Importeur/Händler.
Bis bald, Wolfgang.

jfbaumi

RCLine User

  • »jfbaumi« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: D-67354 Römerberg

  • Nachricht senden

22

Mittwoch, 9. September 2020, 12:59

Also ich will mal weitergeben was ich aus früheren Diskussionen meine verstanden zu haben.

1. Eine KE kann der Hersteller, oder Inverkehrbringer ausstellen. ( Da wo ich meinen Sender gekauft habe liegt eine KE der Inverkehrbringerfirma bei. )

2. Sollte eine KE ( oder die Prüfstelle des Senders ) in einem nicht EU Land ausgestellt sein, so ist diese zwar formal gültig, aber wenn man Rechtsansprüche stellen möchte/muss ist es schwer diese mit einem Prüflabor /Hersteller aus China auszufechten, denn dort gelten EU Gesetze nicht.

3. Deshalb auch der Umkehrschluß ( meine persönliche Meinung ), Sender von deutschem Händler ( eigentlich EU Händler ) gekauft, dann ist dieser rechtlich haftbar zu machen und auch greifbar wenn sich herausstellt, dass der Sender nicht den EU Gesetzen entspricht und dadurch ein Schaden entstanden ist. ( Außer vor dem Kauf steht schon ein Schild auf dem Sender " In Europa verboten ". )Schließlich kann man von mir als nicht Jurist keine Fachkompetenz erwarten über alle notwendigen Prüfungen Verordnungen usw. Informiert zu sein. ( Ich sag nur Dieselskandal ).

4. Mögliche Konsequenzen bei Verstößen wurden mit ein paar Tausend Euro für die kostenpflichtige Prüfung /Vermessung durch ein Labor bis zu 5 stelligen Eurobetrag für den Betrieb eines unzulässigen Senders beziffert.

Alles diese Infos sind aus Diskussionen z.B. hier aus dem Forum, also nichts was ich in irgend einer En 4711 0815 gelesen hätte. Darum auch hier dieses Thema. Denn ich finde es wichtig, einmal keine Angst zu schüren ( siehe Pkt.4 ) und zum anderen Rechtssicherheit zu haben. Jeder hier will einfach seinem Hobby nachgehen und sich eher weniger mit Gesetzen und Verordnungen auseinandersetzen. Man ist Versichert und Organisiert und das nicht weil man Verantwortungslos ist sondern dem Gegenteil.

Darum bin ich der Meinung das es für mich als Verbraucher reichen muss ein Produkt beim deutschen Händler zu kaufen ohne sämtliche Zulassungsverfahren und den zugehörigen Papierkram zu kennen. Das weiß ich weder bei elektronischen Geräten aus unseren großen Elektronikketten, noch von den Automobilen, noch von den ..... .
Gruß Jürgen
jbsseiten

23

Mittwoch, 9. September 2020, 15:14

- die KE stellt bei der RED immer der Hersteller aus. Der kann in China oder sonst wo sitzen.
- der Inverkehrbringer (=Importeur) und Händler müssen dafür sorgen, dass die KE in einer für den Kunden verständlichen Sprache vorliegen (also z.B. eine Übersetzung aus dem Chinesischen - und vom Hersteller ggf. nochmals unterschreiben lassen - und diese dem Produkt beilegen.
- Für manche Produkte sind aufwendige Prüfungen als Nachweis der Konformität erforderlich. Diese können bei Notifizieren Stellen (von der EU akkreditiert) weltweit gemacht werden. Das kann auch ein chinesisches Labor sein. Auf die zugehörigen angewendeten Normen wird in der KE und im Prüfbericht verwiesen.
- die Unterlagen müssen zum Teil auch bei der Behörde eines Mitgliedstaates zur Überprüfung vorgelegt werden.

Eine Überprüfung passiert dann, wenn die Behörde dies als Stichprobe oder aufgrund von Unstimmigkeiten in den Unterlagen oder Beschwerden veranlasst - und die Rechnung geht dann an Hersteller/Importeur/Händler.
Zusammen mit der Aufforderung, das nicht konforme Produkt zurückzurufen und vom Markt zu nehmen.

Hat ein deutscher Händler Zweifel an den vom Hersteller mitgelieferten Dokumenten, darf er das Produkt nicht verkaufen. Er muss auch bei einem Rückruf dem Kunden das Geld zurückgeben oder nachbessern. Er tut also gut daran, seiner Verpflichtung der ordentlichen Überprüfung nachzukommen.

Für Dich als Kunde darfst Du also in gutem Vertrauen eine solche am eropäischen Markt angebotene Anlage kaufen und unverändert im Sinne der Konformitätserklärung oder Handbuch betreiben.
Es wird sich auch keiner die Mühe machen, Dir Deinen Sender nachzumessen.

Problematisch ist natürlich die versicherungsrechtliche Seite, wenn Du mit einer nicht konformen (Eigenimport- dann bist Du Importeur) oder einer modifizierten Anlage einen Schaden verursachst.
Aber da ist das bei Autos auch nicht anders.

kleiner Nachtrag:
hab mal auf RAPEX Fälle gesucht, die wegen Radio Equipment Directive gemeldet wurden:
https://ec.europa.eu/consumers/consumers…00859/20&lng=de
https://ec.europa.eu/consumers/consumers…/0415/18&lng=de
https://ec.europa.eu/consumers/consumers…/1426/17&lng=de

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »e-beaver« (9. September 2020, 15:39)


jfbaumi

RCLine User

  • »jfbaumi« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: D-67354 Römerberg

  • Nachricht senden

24

Donnerstag, 10. September 2020, 10:41

- die KE stellt bei der RED immer der Hersteller aus. Der kann in China oder sonst wo sitzen.
Nein.
Danach wäre eine KE vom deutschen Händler ausgefüllt und unterschrieben ungültig. Schaut euch aktuell mal die KE der Graupner Fernsteuerungen bei D-Power an:
https://www.d-power-modellbau.com/graupn…z-fernsteuerung

(Dort auf Anleitungen und Testberichte.)
- der Inverkehrbringer (=Importeur) und Händler müssen dafür sorgen, dass die KE in einer für den Kunden verständlichen Sprache vorliegen (also z.B. eine Übersetzung aus dem Chinesischen - und vom Hersteller ggf. nochmals unterschreiben lassen - und diese dem Produkt beilegen.
Nein.

Zitat

Der Nachweis der Einhaltung dieser Anforderungen an das Produkt wird durch die Kennzeichnung mit einem CE-Mark und durch die Konformitätserklärung des Inverkehrbringers erbracht. Diese Konformitätserklärung wird durch denjenigen erstellt, der das Produkt im Markt platziert, den Inverkehrbringer. Die Überprüfung auf Einhaltung der wesentlichen Anforderungen der R&TTE-Direktive und der anzuwendenden Normen kann durch den Inverkehrbringer oder Hersteller durchgeführt werden.
OK, das hatte ich in Post 22 selbst falsch in Erinnerung.( KE vom Inverkehrbringer , siehe Graupner )

Zitat

Wenn du das als Händler importierst musst du eine Zertifizierung gemäss R&TTE Annex 3, 4 oder 5 durchführen. Dann darfst du das CE-Zeichen draufpappen. Das ohne Zertifizierung zu tun, ist mutig.
Die Zitate sind zwar schon älter, sollten aber noch gelten und sind von jemand der sich damit auskennt. Wundert mich übrigens das er sich hier noch nicht zu Wort gemeldet hat. Allerdings musste er sich leider auch zu oft schon unschöne Schelte anhören, was auch nicht gerade zum mitmachen animiert.
Gruß Jürgen
jbsseiten

25

Donnerstag, 10. September 2020, 11:39

R&TTE ist obsolet. Durch die RED ersetzt.

Zitat

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/…14L0053&from=EN
RICHTLINIE 2014/53/EU DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 16. April 2014 über die Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Bereitstellung von Funkanlagen auf dem Markt und zur Aufhebung der Richtlinie 1999/5/EG


Die KE von Derkum passt nach Artikel 14.

jfbaumi

RCLine User

  • »jfbaumi« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: D-67354 Römerberg

  • Nachricht senden

26

Donnerstag, 10. September 2020, 12:21

OK, RED, bin da nicht mehr auf dem laufenden. Muss ich mir Mal anschauen. Wie lautet denn RED ausgesprochen?

Das die KE von Derkum korrekt ist habe ich nicht angezweifelt. Nur entgegen deiner Aussage ist sie vom Inverkehrbringer nicht vom Hersteller und ist auch keine bloße Übersetzung.
Gruß Jürgen
jbsseiten

27

Donnerstag, 10. September 2020, 12:24

Radio Equipment Directive, deutsche Fassung als pdf-Link im Zitat und der Artikel 14 ist für unter eigenem Handelsnamen importierte oder veränderte Ware, da wird Importeur/Händler zum Hersteller.

jfbaumi

RCLine User

  • »jfbaumi« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: D-67354 Römerberg

  • Nachricht senden

28

Donnerstag, 10. September 2020, 13:10

Danke, schau ich mir gleich Mal genauer an. :ok:
Gruß Jürgen
jbsseiten

jfbaumi

RCLine User

  • »jfbaumi« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: D-67354 Römerberg

  • Nachricht senden

29

Samstag, 12. September 2020, 16:55

So, gelesen.

Damit kann ich mich eigentlich deinem post23 anschließen. 8)
Gruß Jürgen
jbsseiten