Barny50

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1

Donnerstag, 21. Oktober 2010, 19:26

was sagt mir der Innenwiderstand ?

Hallo,
mein neues Ladegerät (Ultramat 16s) zeigt mir bei meinen NiCd und NiMH den sogenannten Innenwiderstand. Dadurch soll ich den Zustand der Akkus beurteilen können.

Mag sein, dummerweise steht in der Anleitung nicht, wieviel es denn sein sollte.
z.B. 8Zeller NiMH hat 360 Ohm ----und nu? Alles o.k. oder in die Tonne?
z.B. 7Zeller NiCD hat 25 Ohm ---- -"-

und wenn ich schon beim Fragen bin: Wie überwintern die NiXX am besten?

Vielleicht kann mir ja jemand helfen, alles suchen und googeln hat nichts gebracht
Danke
Bernhard
[SIZE=1]LMH Corona Original-Chassis, Kontronik Fun 480-28, Hyperdrive Riemenantrieb
LMH Corona Hackenberg, 2 * Riemen, SHP 16
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Werner_Just

RCLine User

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2

Freitag, 22. Oktober 2010, 10:54

RE: was sagt mir der Innenwiderstand ?

Hallo,

der Innenwiderstand beschreibt einen Effekt der bei allen Spannungsquellen auftritt, nämlich dass die Ausgangsspannung mit steigendem Strom abnimmt.

Vereinfacht kann man sagen, daß ein Akku umso besser ist, je geringer sein Innenwiderstand ist.

Welche Innenwiderstände ein Akku maximal haben darf hängt von der Anwendung ab.
und welchen Widerstand ein Akku real hat, von Bauform, Typ, Qualität, Zellenzahl und Alter/bzw. Vorgeschichte.

Wobei Akkus mit Innenwiderständen von einem oder mehr Ohm auf jeden Fall in die Mülltonne gehören. Ich bin ziemlich sicher, Dein Ultramat zeigt mOhm also tausendstel-Ohm an.

Zu Deinen beiden Akkus:
der 8Zeller mit 360 mOhm: Für stromhungrige Anwendungen nicht zu gebauchen.
Falls es ein 'FahrAkku' ist -> ab in die Tonne
Sollte der Akku aber gar keine hohen Ströme liefern müssen, z.B. als Senderakku, so geht der Innenwiderstand in Ordnung.
Heute übliche Mignon-NiMH-Zellen haben Innenwiderstände im Bereich 30-60mOhm und eine Reihenschaltung aus 8 solcher Zellen entsprechend das 8-fache. In dem Bereich liegt dann auch Dein 8Zeller (360mOhm ges == 45 mOhm/Zelle)..

Der 7Zeller NiCd mit 25mOhm dürfte ein alter Fahrakku sein. Für Ströme bis zu 20 oder 30A vermutlich noch gut zu gebrauchen. Zu mehr eher nicht.


Anhand des Innenwiderstandes lässt sich also grob beurteilen, ob ein Akku für eine bestimmte Aufgabe geeignet ist. Im laufe der Zeit wird der Innenwiderstand eines Akkus immer schlechter (höher ==schlecht). Geht man nun hin und misst alle paar Wochen / Monate den Innenwiderstand eines Akkus, so kann man anhand des Innenwiderstandes bewerten, wie stark sich der Akku über die Zeit verschlechtert hat.

Die Innenwiderstandsmessung bei Ladegeräten ist übrigens eher ein Schätzeisen als ein genaues Messgerät. Misst Du ein und den selben Akku 2 mal auf 2 unterschiedlichen Geräten wirst Du bestimmt 4 verschiedene Werte bekommen. Aber um einen Akku grob beurteilen zu können, reicht es aus, wenn man immer mit dem gleichen Gerät misst und den Akku immer im gleichen Ladezustand misst. Denn auch ob der Akku voll oder leer ist verändert den Widerstand.

Ich hoffe das war verständlich so.

Gruß
Werner
[SIZE=1]Was mir an Fachwissen fehlt kompensiere ich durch mangelnde Erfahrung[/SIZE]

Heinzi

RCLine User

Wohnort: Schweiz

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3

Freitag, 22. Oktober 2010, 14:31

Hallo Werner

Eigentlich sehr schön erklärt. da gibt es nicht mehr viel hinzuzufügen.

Ergänzen möchte ich aber:

Die Widerstandswerte sind sehr stark von der Baugrössen und vom vorgesehenem Einsatzzweck abhängig.

Von welchen zellengrössen Sprechen wir in deinem Beispiel?

Zitat

Ich bin ziemlich sicher, Dein Ultramat zeigt mOhm

Ich kenne den Ultramat nicht, aber zeigt er nicht "mOhm/zelle" an?


Zitat

Die Innenwiderstandsmessung bei Ladegeräten ist übrigens eher ein Schätzeisen als ein genaues Messgerät. Misst Du ein und den selben Akku 2 mal auf 2 unterschiedlichen Geräten wirst Du bestimmt 4 verschiedene Werte bekommen.
genau. Das ist leider eine Tatsache deren sich Manche nicht bewusst sind.
Der Ri ist keinesfals ein konstannter Wert.
Er variiert während einer Ladung sehr stark. Bei NiCd z.B. ist der Ri am Anfang der Ladung relatif hoch, sackt dann ab um am Ende der Ladung wieder steil anzusteigen. Er ist geringfügig Strom- und Temperaturabhängig, Nach einer Pause ist er die ersten paar Zyklen etwas höher und nimmt mit der Zyklenzahl wieder ab. (ähnlich der Kondition eines Sportlers. Macht der 2 Wochen Pause muss erauch erst wieder seine Kondition auffrischen.)

Das bedeutet, dass du selbst für rein vergleichende Aussagen auf einen Akku bezogen, diesen auch etwa gleich " vorbehandeln solltest.
Bsp.weise
1) Formieren
2) entladen mit mittlerer Stromstärke
3) 1 Tag Pause
4) 2 mal laden entladen mit soviel Strom wie möglich.
5) 1 Tag Pause
6) Messen

Für die Messung eignet sich eine Aufzeichnung am besten. Besteht keine Möglichkeit für eine Aufzeichnung ist tunlichst darauf zu achten dass der Ri z.B immer bei 50% Ladezustand abgelesen wird.

Bei einem neuen Akku ist der Ri nach ca 10 Zyklen zu Messen und zu notieren. Mit diesem Wert sind dann die Nachfolgenden Messungen zu vergleichen.
Zu viel Messen macht keinen Sinn. Ein bis zwei mal pro Flugsaison reicht aus.
ebenso ein bis 2 mal pro Überwinterung.
Gruss Heinzi

Barny50

RCLine User

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4

Freitag, 22. Oktober 2010, 19:52

ich bin begeistert über soviel informative Aussagen !!!
(hier wird man geholfen...)

natürlich habt ihr Recht - es sind mOhm

ein 8Zeller ist ebenso wie der 7Zeller ein Flugakku (LMH-Hubi)
Den 8ter kann ich dann also in die Tonne werfen, den Eindruck hatte ich auch bei der letzten Benutzung, als wir noch brauchbares Wetter hatten.

Danke nochmals !!

Bernhard
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5

Samstag, 23. Oktober 2010, 07:06

Hallo Werner und Heinzi,

vielen Danke für eure Mühe :ok:
Viele Grüße
Dirk