Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: RCLine Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Montag, 20. Mai 2019, 10:42

Frage zu normalen Knopfzellen

Meine Frage hat jetzt nicht direkt mit Modellbau zu tun, gehe aber davon aus dass es hier Spezialisten auf dem Gebiet gibt.
Für die Haushaltsbatterien (AA, AAA, div. Knopfzellen) hab ich einen 0815 Billig-Batterietester - https://www.amazon.de/Digitaler-Batterie…8-2-spons&psc=1 - reicht mir normaler Weise aus um die leeren auszusortieren.
Bei AA oder AAA mach ich das nach Erfahrungswerten, die haben neu zwischen 1.5V und 1.6V und unter 1.0V wandern sie in den Altsoffsammelbehälter für Batterien.
Bei den 3V Knopfzellen hab ich aber leider keine Erfahrungswerte. Ich hab zwei neue CR2025, die haben knapp 2.9V und zwei gebrauchte ( CR2025 + CR2032) von denen ich nicht sicher bin ob sie noch taugen mit knapp 2.5V? Die CR2025 ist aus einem Polar H7 Herzfrequenzsensor (Bluetooth), die Polar App am Handy bezeichnet diese Knopfzelle als Halbvoll?
Die CR2032 ist aus einem Schweißschirm in dem sich zwei davon befinden (die zweite zeigt am Tester gar keinen Wert mehr der Schweißschirm funktionierte dementsprechend gar nicht mehr).

Meine Fragen:
1) Wie hoch ist die Leerspannung bei neuen Knopfzellen und warum zeigt mein Tester nur 2.9V? Selbstentladung? Oder messen diese Billigtester mit Last?
2) Ab wann kann ich diese 3V Knopfzellen getrost in die Altbatterie Tonne schmeißen

2

Montag, 20. Mai 2019, 11:52

Für alles gibt es ein Datenblatt.

Der Batteriehersteller definiert als Entladeschlussspannung 1,5V (für Pufferanwendung). Beispielkurve S.3 BR-C bei 90uA Entladung. Man sieht einen linearen Abfall über längere Zeit und dann den doch stärker werdenden Knick. Man könnte jetzt bis zu den 2000 days gehen, die Spannung nehmen und die "Tankanzeige" linear zwischen neuer Batterie (100%) und diesem Niveau (0%) rechnen. Aber alleine die Kennlinienverschiebung über Temperatur hat größere Werte.

Auch wichtig ist in diesem Zusammenhang der Strom - und indirekt der Innenwiderstand der Zelle.
Beispielkurve S.4 BR-2/3A Current drain vs. operation voltage - bei hohem Strom bricht die Spannung entsprechend ein, das ganze auch noch stark temperaturabhängig.

Kommt aber auch auf das Gerät drauf an, ob es mit 1,5V noch arbeiten kann. Bei einer "Taschenlampenanwendung" mit weißer LED wird die schon bei 2,7V nicht mehr viel leuchten - da wäre noch Kapa in der Batterie, aber nutzlos.

Ein Billigtester mit Analog-Messwerk hat einige Kiloohm Innenwiderstand. Bei 30kOhm wären das bereits 100uA an 3V. Das ist für die Knopfzellenanwendung fast schon Überlast, die CR2032 ist z.B. mit nominal 200uA angegeben. Bei Varta ist z.B. die Spannung über Lastwiderstand angegeben.

3

Montag, 20. Mai 2019, 13:46

Für alles gibt es ein Datenblatt.

Der Batteriehersteller definiert als Entladeschlussspannung 1,5V (für Pufferanwendung). Beispielkurve S.3 BR-C bei 90uA Entladung. Man sieht einen linearen Abfall über längere Zeit und dann den doch stärker werdenden Knick. Man könnte jetzt bis zu den 2000 days gehen, die Spannung nehmen und die "Tankanzeige" linear zwischen neuer Batterie (100%) und diesem Niveau (0%) rechnen. Aber alleine die Kennlinienverschiebung über Temperatur hat größere Werte.

Auch wichtig ist in diesem Zusammenhang der Strom - und indirekt der Innenwiderstand der Zelle.
Beispielkurve S.4 BR-2/3A Current drain vs. operation voltage - bei hohem Strom bricht die Spannung entsprechend ein, das ganze auch noch stark temperaturabhängig.

Kommt aber auch auf das Gerät drauf an, ob es mit 1,5V noch arbeiten kann. Bei einer "Taschenlampenanwendung" mit weißer LED wird die schon bei 2,7V nicht mehr viel leuchten - da wäre noch Kapa in der Batterie, aber nutzlos.

Ein Billigtester mit Analog-Messwerk hat einige Kiloohm Innenwiderstand. Bei 30kOhm wären das bereits 100uA an 3V. Das ist für die Knopfzellenanwendung fast schon Überlast, die CR2032 ist z.B. mit nominal 200uA angegeben. Bei Varta ist z.B. die Spannung über Lastwiderstand angegeben.
Danke für die Info!

Also beide Datenblätter bezeichnen als Cut-off bzw. End-Voltage 2.0V - Daraus würde ich mal schließen dass mit Erreichen dieser 2.0V das Ende der 3V Knopfzelle besiegelt ist.

Anmerkung zum Billigtester: Die Anzeige ist Digital, benötigt dafür Strom. Ich gehe nicht davon aus dass für diesen Zweck eine Batterie verbaut ist, also ich nehme mal an dass der Tester die Energie für die Anzeige aus der getesteten Batterie entnimmt. Deshalb wohl auch keine Anzeige bei der (vermutlich) komplett leeren CR2032 Knopfzelle.

Die Info in der Polar Handy App wo der Batteriezustand als "halbvoll" bezeichnet wird dürfte also mit den knapp 2.5V richtig sein oder?

4

Montag, 20. Mai 2019, 14:28

hab die Kurven nochmals farbig gestaltet und die Tankanzeige reininterpretiert.

Wollte damit nur sagen, dass alleine über die Spannungsmessung keinerlei vernünftige Aussage über die Restkapazität getroffen werden kann.
Die Lineare Annahme (hellgrün) deckt sich auch schon mehr schlecht als recht mit der grünen Kurve.
Aber eine volle wird bei 0°C auch nur 25% Restkapaziätt zeigen, während eine 50% entladene bei 45°C immer noch als voll ermittelt würde.

Eine Batterie-Leer-Warnung bei 2,75V würde da noch Sinn machen, da bleibt etwas Restzeit um die Batterie zu tauschen, bevor sie absackt.
»e-beaver« hat folgendes Bild angehängt:
  • Unbenannt.jpg

5

Montag, 20. Mai 2019, 17:51

hab die Kurven nochmals farbig gestaltet und die Tankanzeige reininterpretiert.

Wollte damit nur sagen, dass alleine über die Spannungsmessung keinerlei vernünftige Aussage über die Restkapazität getroffen werden kann.
Die Lineare Annahme (hellgrün) deckt sich auch schon mehr schlecht als recht mit der grünen Kurve.
Aber eine volle wird bei 0°C auch nur 25% Restkapaziätt zeigen, während eine 50% entladene bei 45°C immer noch als voll ermittelt würde.

Eine Batterie-Leer-Warnung bei 2,75V würde da noch Sinn machen, da bleibt etwas Restzeit um die Batterie zu tauschen, bevor sie absackt.
Demnach liegt also der Knackpunkt eher bei 2.75V und die beiden mit 2.5V können getrost entsorgt werden?
Bei mir in Wohnung, wo sowohl die beiden neuen als auch die gebrauchte im Herzfrequenzgurt lagern, hat es ziemlich konstant 20°C, bei Gebrauch vom HF-Gurt wird sich die Temperatur nach einiger Zeit logischer Weise der Körpertemperatur annähern.

Vermutlich liegt es dann auch an der zu schwachen Batterie dass sich HF-Sensor und Handy nur ungern via Bluetooth koppeln wollen?

6

Montag, 20. Mai 2019, 19:22

bei diesen Zellenpreisen sollte man sich nicht groß Gedanken machen müssen, ob es (mit fraglichem Messgerät) 2,7 oder 2,8V sind

https://www.pollin.de/p/knopfzelle-quatp…mah-5-st-271114
https://www.reichelt.de/lithium-knopfzel…032-p26550.html
Gibt auch bei Discountern ab und an "Schnäppchen"

Im Zweifelsfall tauschen - und rechtzeitig Vorrat kaufen.

Dieter M

RCLine User

Wohnort: Hunsrück

Beruf: Rentner

  • Nachricht senden

7

Dienstag, 21. Mai 2019, 09:47

Im Zweifelsfall tauschen - und rechtzeitig Vorrat kaufen.

...ich hatte mit gelesen!!! Beaver beschreibt genau das, was ich auch denke....

Bei mir ist es dann das Zuckermessgerät.... mit zwei 2032 - Zellen..... Und??? Nicht immer so belastbar, wie sie sein sollten....
Wenn ich den Vögeln am Himmel nach sehe, werde ich immer ein bisschen neidisch. :D Gruß Dieter

haschenk

RCLine User

Beruf: Dipl. Ing.

  • Nachricht senden

8

Dienstag, 21. Mai 2019, 18:34

Hallo,

Knopfzellen-Übersicht:
https://batterien-welt.de/knopfzellen/

Gruß,
Helmut