GerdSt

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1

Samstag, 8. Januar 2022, 23:08

Fernsteuerung für U-Boote

Rein zur Info für Interessierte.

Ich besitze zwei U-Boote von Engel, die bislang noch mit einer 40MHz-Anlage gesteuert werden.
Schon länger juckt es mich in den Fingern, die uralte MHz-Technik durch aktuelleTelemetrie-fähige Technik zu ersetzen. Die übliche 2,4GHz-Technik fällt ja leider flach, da ab wenigen Zentimetern Tauchtiefe nichts mehr geht.
Schon länger schielte ich auf die hochempfindliche Crossfire-Technik auf 868MHz in der Hoffnung, dass diese vielleicht die kurzen Distanzen beim U-Boot noch schaffen könnte, scheute aber die Investition wegen des Risikos des Scheiterns.
Inzwischen gibt es eine neue Spread-Spektrum basierende Funktechnik, genannt ExpressLRS, sowohl für 868MHz als auch 2,4GHz. Die Komponenten sind recht preiswert und das Sendemodul passt in jeden modernen Sender mit JR- oder Micro-Slot. Also habe ich Sende- und Empfangsmodule von BetaFPV und zusätzlich noch CRSF-zu-PVM-Konverter von Matek bestellt.
Heute war die Probe auf's Exempel am winterlichen Modell-Weiher. Empfänger, große Dipol-Antenne Akku und 500g Blei kamen in eine wasserdichte Handy-Tasche und das wurde an einer Leine auf ca. 1,3m Tiefe versenkt. Und siehe da, die Telemetrie funktionierte immer noch, auch wenn der RSSI-Wert bedenktlich unten war. Ich lief dann noch etwas um den Weiher rum und außer zwei kurzzeitigen "Telemetrie verloren" Meldungen stand die Verbindung weiterhin.
So wie's also aussieht, kann ich im Fühjahr tatsächlich den Versuch wagen und das erste U-Boot mit dieser neuen Übertragungstechnik probefahren.

Gruß Gerd

Jan Herzog

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2

Sonntag, 9. Januar 2022, 09:35

Ich würde die 35Mhz für die Steuerung beibehalten und die Telemetrie mit deiner Anderen Anlage, Nicht nur das Wasser selbst ist ein Problem sondern auch der Mineralgehalt!
Wenn der Mineralgehalt zunimmt, z.b durch Zuläufe die Sediment eintragen kann die Reichweite extrem schwanken, nur nicht das du selbst zum Rettungstaucher werden musst :w
In Salzwasser wird es selbst mit 35Mhz prolematisch.....
:D Beste Grüße : Jan ! :D

Meine HP : Janoschs Hangar :ok:
Club Page : Peters Flying Club :ok:
Bau und Reperaturservice : Flugakademie Reinheim :ok:


PatrickK

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3

Sonntag, 9. Januar 2022, 11:16

Hallo Gerd,

da Du ja "nur" Modell-U-Boote hast und deren Anzahl darauf hindeutet, daß Du das ernsthaft betreibst, fährst Du vielleicht auch mit einem Tiefenregler. (Oder könntest Dir sowas anlachen ;-) Ich denk' mal ned, daß ein Modell-U-Boot in 5m Tiefe irgendwie "geiler" ist, als "Schau, es taucht!". Oder wolltest Du aktuelle Übertragung von Fischen zwischen Korallen machen? Das würde mit Funk wohl rein physikalisch schwierig. Eine kurze Befragung der Wikipedia brachte das > klick < Ganz interessant auch das hier.

Ich hätte schon 868/900 MHz für ungeeignet gehalten.

BTW: Spread Spectrum ist seit rund 30a keine rocket science mehr ;-)

Dazu kommt, daß Du vermutlich nicht wusstest, wie die Funkverbindung bei 40MHz schon aushakte. Ich habe ziemlich gestaunt, wie oft das nach einem "störungsfreien" Flug mit einem DLG mit Kohlerumpf mit sauber nach außen geführter und abgewinkelt verlegter Antenne vom Schulze-µP-Empfänger 435 (ohne Punkt) nach dem Flug angezeigt wurde. Kurze Empfangsfehler rechnet der weg, bei einem DLG sähe man die (= Erfahrung mit den vorherigen Empfängern, gerade im Landeanflug auf die Hand - bei DLGs sehr erwünscht). Beim U-Boot sieht man diese kurzen Brownouts schon wegen dessen vergleichsweise viel höheren Trägheit nicht.

Zitat

In Salzwasser wird es selbst mit 35Mhz prolematisch.....

[...] einfach schon, weil's dafür ned erlaubt ist ;-)

just my2cts
Patrick

GerdSt

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4

Sonntag, 9. Januar 2022, 14:41

Dass höhere Frequenzen zunehmend ungeeignet für den Betrieb eines U-Bootes sind, ist mir seit Jahrzehnten bekannt. Genauso, dass die Unterwasser-Reichweite stark von der Zusammensetzung des Wassers abhängt. Und im Gegenstz zur Bundeswehr bin ich auch mit einer Reichweite von um die 100m unter Wasser schon völlig zufrieden.

Und ich habe auch nicht "nur" U-Boote, wie man meinem Avatar entnehmen kann.

Nachdem bekanntlich Probieren über Studieren geht, sich der finanzielle Aufwand in Grenzen hält und ich die eLRS-Komponenten im Falle des Scheiterns auch anderweitig nutzen kann, lag es trotzdem nahe, diesen Test zu machen.

Aber die Reaktion hier ist mal wieder typisch Modellbauer, darüber lamentieren anstatt sich darüber freuen dass sich einer vorgewagt und diesen Test gemacht hat, da bereut man es schon, diesen Tipp überhaupt in's Forum geschrieben zu haben!

Dies auch insbesondere, weil der Bau und Betrieb von Modell-U-Booten so langsam aufgrund von Komponentenmangel im MHz-Bereich auszusterben droht. Und wer vertraut sein Boot gerne gebrauchten antiken Kompoenten vom Flohmarkt an?

Gruß Gerd

5

Sonntag, 9. Januar 2022, 17:44

Zitat

Aber
die Reaktion hier ist mal wieder typisch Modellbauer, darüber
lamentieren anstatt sich darüber freuen dass sich einer vorgewagt und
diesen Test gemacht hat, da bereut man es schon, diesen Tipp überhaupt
in's Forum geschrieben zu haben!

Nur um Deine Motivation aufrecht zu erhalten - ich finde es ziemlich cool, dass Du diese Erfahrung geteilt hast. Eben weil die ewigen Antennen langsam aussterben und halt auch nicht mehr Stand-der-Dinge sind. Bisher konnte ich nur nichts schreiben, weil mir auf diesem Gebiet jede Erfahrung fehlt und ich auch kein U-Boot-Projekt in der Planung habe. Trotzdem interessiert es mich. Um mich auf Deinen Eingangssatz zu beziehen - ich bin einer von denen. :-)
In Foren ist es viel zu häufig so, dass Leute unbedingt berichten wollen was sie wissen und dabei der Bezug zum eigentlichen Thread-Thema oder zur eigentlichen Information schnell unwichtig wird.
Das Leben ist hart, aber ungerecht.

fliegerass1

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6

Sonntag, 9. Januar 2022, 17:49

Hallo Gerd,
natürlich gilt "Versuch macht Kluch".
Aber Physik is halt Physik. Meine Untersuchungen mit 2,4 GHz Technik alleine im Bereich von 1m über dem Boden lassen schon schwierige Empfangsbedingungen nachweislich messbar entstehen.
Die Wellenlänge bei 40 MHz ist einfach besser für den Bodenbereich oder auch darunter.
Kommerzieller/Militärischer U Boot Funk wird mit sehr große Langwellensendern ( zb. 158 kHz mit 500 bis 2000 kW Leistung) betrieben.
Das macht man nicht, wenn es auch anders gehen würde.

Viel Spass
Holm und Rippenbruch