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roger-1

RCLine User

  • »roger-1« ist der Autor dieses Themas

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1

Mittwoch, 10. Oktober 2007, 16:30

Ältere Edelmotoren noch sinnvoll für Schiffsmodelle?

Hallo,

ein Elektroflieger bei mir steigt so Schritt für Schritt auf Brushless um. Seine alten "Schätzchen" hat er mir mal angeboten.

Es sind:
- Graupner Ultra 1600/6 16Volt
- Webra 15-7 7-8 NC-Zellen?
- Robbe Keller 40-8 10-14 Zellen?
- Robbe Keller 50-10 14-21 Zellen?
- Robbe Sports 420/8 10 Zellen?

Macht es noch Sinn, sich vielleicht den einen oder anderen Motor günstig zu kaufen? Und vor allem, wo kann man die realistisch in einem Schiffsmodell einsetzen?

Hanjo, wüsste wahrscheinlich sicher, welches Rennboot passen könnte. Nur Rennboote werde ich eher nicht fahren.
Die Motoren könnten bei mir eher was für Schnellboote wie z.B. meine SAR oder andere Schnellboote sein.

Was meint Ihr dazu?

Gruß
Martin

hanjo

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2

Mittwoch, 10. Oktober 2007, 17:07

RE: Ältere Edelmotoren noch sinnvoll für Schiffsmodelle?

Hallo,
na klar sind die rundweg alle klasse in halbgleitenden Scalemodellen einzusetzen.
Eigentlich gibt es nur wenige Dinge zu beachten:

1.) Die Drehzahl muß halbwegs passen. Das tut sie aber fast immer, wenn Du die Zellenzahl so wählst wie sie im Flieger war. Im Rennboot werden die gleichen typen ja mit wesentlich höherer Drehzahl betrieben. Aber praktisch jeder der aufgeführten Motoren fühlt sich auch mit Drehzahlen um 12000 im Scaleboot wohl.

2.) Auch wenn es es elektrotechnisch nicht ganz richtig ist, Du kannst für die
Planung der Einsatzbereiche den Leerlaufstrom quasi als Sockelbetrag für die Verlustleistung nehmen. Will heißen:
Wenn Du bespielsweise einen Halblgleiter 2 kg Gewicht uppig motorisieren willst, dann reichen da allemal 80 Watt an Welle. Das heißt, wenn Du jetzt
einen Motor einsetzt, der bereits im Leerlauf 3,5 A zieht bist Du im Nu bei Wirkungsgraden unter 50% und bist einer gutangepaßten Blechdose unterlegen.
Also die Motoren so einsetzen, daß der Lastpunkt mind. ca. 4 x so hoch wie der
der Leerlaufstrom. Wie gesagt, ist eine technische Vereinfachung eines komplizierteren Zusammenhangs, führt aber dazu, daß es irgendwie Sinn macht.

3.) Die Motoren sind im Flieger gut belüftet. Im Boot sieht es da schlecht aus.
Und das was die Scalebootfahrer an geringerer Verlustleistung und damit Wärme gutmachen, das packen sie durch ultralange Fahrzeit drauf. Deshalb:
min. eine Alukühlschlange drum und ein gebogenes Messingröhrchen auf die Kohleschächte löten und an die Wasserkühlung anschließen.

Beste Grüße Hanjo

roger-1

RCLine User

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3

Mittwoch, 10. Oktober 2007, 22:52

RE: Ältere Edelmotoren noch sinnvoll für Schiffsmodelle?

Hallo Hanjo,

was könnte man denn nach Deiner Meinung von den Motoren nehmen/empfehlen, wenn man nicht alle kaufen will.

Gruß
Martin

Jettaheizer

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4

Mittwoch, 10. Oktober 2007, 23:18

RE: Ältere Edelmotoren noch sinnvoll für Schiffsmodelle?

Hallo Martin,

Zitat

Original von roger-1
Was meint Ihr dazu?


ich meine dazu, was früher spitze war, muß doch heute nich schlecht sein, nur weil´s inzwischen besseres gibt!
Nur weil´s heute nen ICE 3 gibt, sind Dampfloks doch auch nich schlecht! Wenn ich mir mein Zweckgerät baue (siehe weiter unten hier im Forum), werd ich da bestimmt auch keinen High-Tech-Antrieb reinbauen, nur weil das halt heute Stand der Technik ist. Da kommt ein ganz schnöder, billiger Bürsti rein, so wie er auch vor 20 Jahren in solchen Booten funktioniert hat, als DER noch Stand der Technik war.
Nebenbei baue ich seit einiger Zeit an einem Flugmodell rum, das als Bausatz so um 1975 produziert wurde. Das wird nach alter Väter Sitte mit Papier bespannt, damit sind die ja schließlich früher auch geflogen.
Ältere Dinge bringen nicht die Leistung, die neue Dinge bringen können, aber funktionieren tun sie trotzdem.

Gruß,
Franz
Sei einfach Du selbst!

Schon ein einziger Buchstabendreher kann den ganzen Satz urinieren...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jettaheizer« (10. Oktober 2007, 23:21)


hanjo

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5

Mittwoch, 10. Oktober 2007, 23:34

RE: Ältere Edelmotoren noch sinnvoll für Schiffsmodelle?

Hallo Martin,
ich habe leider die Motordaten nicht zur Hand um jeden einzelnen Motor zu klassifizieren.
Aber ganz grob:
Ultra 1600 ist etwa vergleichbar mit der heutigen Pletti 290 Torque Serie.
Also wirst Du mit dem Motor eine recht breite Einsatzmöglichkeit haben, vom 28er Kehrer Jet bis zur 1 m Yacht mit getauchtem Antrieb.

Der Robbe Sports liegt eher in der 290-20 Leistungsklasse. Der wird bestimmt schön in ein Runaboat der 70 cm Größe passen. Oder mit einem zahmen Prop
auch in einem langsameren Boot. Bestimmt nicht so hochwertig wie ein Ultra/Pletti. Für 20 Euro würde ich ihn abgreifen. Für 50 Euro würde ich ihn liegenlassen.

Die Keller sind auch gute Motoren, aber ich habe überhaupt keine Peilung was die Ziffern bedeuten.
Den Webra kenne ich nicht.
Ich gehe aber davon aus, daß alle Motoren irgendwo in der Gewichtsklasse bis
400 Gramm sein dürften. Also ist es nur noch die Frage mit wieviel Zellen man sie betreiben muß für prxaisgerechte Drehzahl. Denn die passende Schiffsgröße ist doch bei Dir das Hauptbetätigungsfeld.

Beste Grüße Hanjo

Jettaheizer

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6

Mittwoch, 10. Oktober 2007, 23:38

Hallo Hanjo, hallo Martin,

vielleicht findet ihr hier noch irgendwas zu den Motoren in der Datenbank (kommen ja aus dem Modellflugbereich). Hab aber selber nich geschaut.
Edit: hab nu doch mal geschaut. Gerd hat unter Datenbank -> Anno... Elektro- Motorendatenbank noch einige Datenblätter von älteren Motoren aufgelistet, die man auf Nachfrage von ihm bekommen kann, u.a. von den Robbe/Keller-Motoren.

Gruß,
Franz

Edit 2 und 3: Fipptehler... :dumm:
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K_Mar

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Wohnort: D-76337 Waldbronn-Reichenbach (Karlsruhe) 1988-2005 Seesen/Harz; davor Hannover Modellbau seit 1974

Beruf: Dipl.Ing./Leistungselektr.entw. mW-MW z.Z.Antriebstechn.,früher Stromvers. (incl.Treiber+Messtechn.)

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7

Donnerstag, 11. Oktober 2007, 17:31

Die Keller-Motoren sind 1.Sahne, mit dem 50/10 an 14Zellen kriegst Du ein 3kg Rennboot auf 50km/h.
Bei mir leiste ein 50/20 aus den vorRobbe Zeiten von Keller seid über 25Jahren Dienst. Das sied Rennmotoren.
Der KE50 aus den vorRobbe Zeiten wiegt 400gr D42mm L74mm(+Welle)

Gruß Klaus
Fahrzeuge auf dem Wasser bewegen macht Spaß und ist ein optimaler Testbereich für Elektronikentwicklungen

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roger-1

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8

Donnerstag, 11. Oktober 2007, 19:25

Vielen Dank euch allen,

klar sind die alten Topmotoren auch heute noch zu gebrauchen, keine Frage. Die Frage ist halt immer nur, nutzt man sie dann wirklich, hat man ein passendes Modell.

Ich denke mal für mich ist der Keller 50-10 sicher eine Nummer zu groß.

@Klaus
Damals in den 80igern habe ich zum erstenmal von Keller gehört. Angeblich sollen seine Motoren nur in homöopatischen Dosen an ausgesuchte Personen verteilt worden sein. Stimmt das so?
Der 50-10 ist laut Robbe-Katalog 400gr. schwer, dreht 650U/min/V und ist für 14-21 Zellen vorgesehen.

Die 40 iger Baureihe wurde als Volksmotor bezeichnet. Der 40-8 ist für 10-14 Zellen und dreht 860U/min/V.

Gruß
Martin

K_Mar

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9

Donnerstag, 11. Oktober 2007, 20:19

Das mit den ausgesuchten Personen war nur in der Anfangszeit, man mußte halt in der vor Robbe Zeit direkt bei Keller bestellen. Ich habe damals direkt bei Herrn Keller angerufen und mit ihm die Daten besprochen. Der 50/20 war kein Listenmotor, den Sonderanker hatte er zufällig liegen und er paßte besser als der 50/14 bzw. der 50/24.
Bei der Übergabe an Robbe scheint aber die Benennung geändert worden zu sein denn die 650 U/minV deuten eher auf einen vorherigen KE50/18 mit 9 Windungen hin, welcher bei 24V 15A bis zu 75% Wirkungsgrad haben könnte.

Gruß Klaus
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