Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: RCLine Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Donnerstag, 8. August 2002, 20:03

Motorenbefestigung?


Hallo

wie befestigt Ihr Eure Motoren damit sie möglichst wenig Lärm machen. Ich habe da schon schlimmes gehört. Man könnte Schwinggummis nehmen, hat da wer Erfahrungen? Oder doch fest mit dem Rumpf verbinden?

Gruss Burghard

2

Donnerstag, 8. August 2002, 20:16

Re: Motorenbefestigung?


Hallo Burghard!

Also, die größten Geräusche entwickeln i. d. R. nicht die Motoren, sondern schlagende Schiffswellen, Zahnradgetriebe, schlecht fluchtende Kupplungen, etc.

Ausnahmen sind absolute Billigstmotoren mit schlechten Lagerungen und unwuchtigen Ankern.

Wenn man das alles beachtet und dazu einen zumindest einigermaßen guten Motor nimmt, hält sich die Geräuschentwicklung schon im Rahmen, auch wenn der Motor starr mit dem Rumpf verbunden ist.

Zu Gummilagern und ähnlichen "Weichmachern" würde ich Dir nicht raten, denn wenn der Motor sich zum Stevenrohr oder Getriebe auch nur etwas verschiebt (was Gummiböcke ja zulassen), dann wird´s
auch wieder laut. Außerdem erhöht sich der Verschleiß der Antriebskomponenten durch solche Stellungsfehler.

Außerdem:

Auf dem Teich ist das Boot niemals so laut wie auf dem Tisch, denn das Wasser dämpft die Rumpf-Vibrationen schon extrem...

Viel Erfolg wünscht Dir

Torsten
[SIZE=4]www.zuendapp.net - die grösste Zündapp-Community im Internet! :ok:[/SIZE]

3

Donnerstag, 8. August 2002, 20:17

Re: Motorenbefestigung?


Hallo Burghard,
also ich habe da nie irgendetwas besonderes gemacht. Meistens einen Motorspant aus Alu, der fest im Rumpf eingeklebt wurde. Das wichtigste ist nur eine einwandfreie Ausrichtung zwischen Motor und Welle,
meistens habe ich beim Einkleben des Spants den Motor mit der Welle leicht drehen lassen und gleichzeitig mit einem Amperemeter die Stromaufnahme auf den geringsten Wert gebracht.
Viel bringt auch, eine Schlauchkupplung zu verwenden.
Gruß aus
Wolfram

4

Donnerstag, 8. August 2002, 20:24

Re: Motorenbefestigung?


Danke für die Tips! Leuchtet alles ein. Nah dann mal in den sauren Apfel beissen und die Graupner Stevenrohre in den Müll. Und wohl so um die 50Euro für kugelgelagerte ausgeben.

Gundert Modellbau... oder wer weiss was billigere/gutes?


5

Donnerstag, 8. August 2002, 21:56

Re: Motorenbefestigung?


Hallo Burghard,
also die Graupner-Stevenrohre haben bei mir bis jetzt noch immer ihren Zweck erfüllt.
Ich auch mal welche selber auf Kugellager umgebaut, hat aber unterm Strich nichts gebracht.
Einmal im Jahr werden die Wellen ausgebaut, gereinigt und wieder neu gefettet, das war´s.
Und meine Modelle laufen auch nach Jahren immer noch wunderbar ruhig.
Gruß aus
Wolfram

6

Donnerstag, 8. August 2002, 22:00

Re: Motorenbefestigung?



Zitat

Danke für die Tips! Leuchtet alles ein. Nah dann mal in den sauren Apfel beissen und die Graupner Stevenrohre in den Müll. Und wohl so um die 50Euro für kugelgelagerte ausgeben.

Gundert Modellbau... oder wer weiss was billigere/gutes?



[lil][lil][lil][lil]€50.-[lil][lil][lil][lil]

Aber nicht doch...

Du besorgst Dir:

5mm Edelstahl geschliffen (gibt´s als Meterware) für die Wellen, ca. €5.-/m
5mm Bundbuchsen von Conrad (die Langen!), 2 pro Stevenrohr, ca. €0,50/Stk.
Dünnwandiges Alu-Rohr, Innendurchmesser min. 8mm, max. 9mm ca. €5.-/m
Ein kleines Stück (so 10mm)Rundmessing, 10mm Durchmesser.

Aber schön aufpassen, daß die Stangenware nicht verbogen ist!!

Das Material reicht für etwa vier Stevenrohre in normaler Länge...

Dann geht´s los:
-Das Alu-Rohr auf die erforderliche Gesamtlänge zuschneiden und die Enden sauber plan drehen und entgraten. Dabei folgendes berücksichtigen: (Länge des Rohrs)=(Maß Anschlagfäche Schraube bis Rohr(nicht
Wellen-!)Ende im Rumpf) MINUS 10mm.

Aber ruhig lieber erstmal ein paar mm länger lassen...das kann man auch hinterher noch korrigieren.

-Die Bundbuchsen in der 5mm-Bohrung aufnehmen und an ihrem Außendurchmesser so abdrehen, daß sie schön stramm ins Alurohr reinpassen (am Besten kleines Rohrstück als Lehre verwenden)

-EINE Bundbuchse ins Alurohr einpressen, ggf. auch einkleben (ist aber nicht so gut...), , ggf. noch den Bund auf den Rohrdurchmesser abdrehen, und fertig ist das Stevenrohr mit einem Lager...

-Die 5mm-Edelstahlwelle in der erforderlichen Länge absägen, dabei 15mm Überstand zur Aufnahme der Schiffsschraube mit berücksichtigen und natürlich auch den notwendigen Überstand im Rumpf!

-Am UW-Ende 15mm Gewinde in M5 oder M4 (wie gewünscht...) auf die Welle schneiden, aber auf der Drehmaschine, damit das Gewinde hinterher nicht taumelt.

-Das 10mm-Messingstück plandrehen auf ca. 7-8mm Länge, durchbohren und mit dem gleichen Gewinde wie das Wellenende versehen, so daß es auf die Welle aufgeschraubt werden kann.

-Das Messingstück SO FEST ES GEHT auf das Schiffsschrauben-Gewinde bis zum Anschlag aufschrauben, dabei mit Sekundenkleber sichern (aber erst auf den letzten Millimetern...)

So haben wir jetzt eine 5mm Edelstahl-Welle mit einem 8mm langem Gewinde für die Schraube und einem kleinen 10mm Messingring, der fest mit der Welle verbunden ist.

Weiter geht´s:
-Die Welle in der Drehmaschine aufnehmen und die Stirnflächen des Messingrings vorsichtig nachplanen, damit sie zur Welle Laufen.

-Der Außendurchmesser des Messing-Rings wird dann konisch gedreht, und zwar vom Durchmesser des Stevenrohrs zulaufend auf den Durchmesser der Schiffschrauben-Nabe.

-Jetzt kann man das Stevenrohr mal versuchsweise mit eingeschobener Welle und montierter Schraube in den Rumpf setzen und alles begutachten.

-Gegebenenfalls noch die Länge des Stevenrohrs und/oder der Welle korrigieren, das letzte Lager in das Rohr einpressen, und das wars...FERTIG! *stolz* *freu*

Ich baue meine Stevenrohre seit Jahren so, auch für leistungsstärkere Antriebe. Absolut dicht, laufruhig, billig, rostfrei, Länge kann man selbst bestimmen...

Die Lager lassen sich auch bei Bedarf leicht aus dem Rohr ausschlagen, so daß neue Lager eingesetzt werden können.
 
Arbeitsaufwand: Etwa 2 Stunden für eine komplette Schiffswelle.

Noch Fragen? Nur zu!

Viele Grüße

Torsten
[SIZE=4]www.zuendapp.net - die grösste Zündapp-Community im Internet! :ok:[/SIZE]

7

Donnerstag, 8. August 2002, 22:04

Re: Motorenbefestigung?


DANKE sehr ausführlich! is halt RCline!

Nun brauch ich nur noch eine Drehbank [wink1]
Aber mal sehn...


Letzte Änderung: Burghard Gruszla - 08.08.02 22:04:35