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Dienstag, 24. Mai 2005, 13:32

Dieselmotor eigenbau

Hallo,

Ich bin momentan am Überlegen, ob es nicht möglich wäre einen echten kleinen Dieselmotor mit etwa 10 bis 20 cm³ zu bauen, keinen "Modelldiesel" wie man sie aus früheren Zeiten kennt mit Diethylether als Zündhilfe sondern mit echter Einspritzung.

Ich habe schon selbst einen Viertakt-Benzinmotor gebaut, hab also schon etwas erfahrung :)

Also hier ist der Plan:

Ich weiß, dass ich es bei diesen hubraumgrößen wohl kaum schaffen werde, dass der Diesel allein durch die Kompression zündet und hab mir deshalb gedacht, den Motor als Glühkopf Motor zu bauen. Das heißt der diesel wird auf den glühenden Zylinderkopf gespritzt wo er anschließend verdampft und durch den heißen Zylinderkopf schon bei einer Kompression von 5:1 zündet. Zum starten muss man natürlich "vorglühen", wenn er mal läuft sollte der Zylinderkopf selbstständig seine Temperatur halten.
Dieses prinzip kennt man zum Beispiel von den alten Lanz Bulldogs.

Jetzt bleibt nur die Frage, ob 2-takt oder 4-takt. Durch den leertakt beim 4-takter besteht halt eventuell die Gefahr, dass der Zylinderkopf nicht lange genug seine temperatur hällt und deswegen in leerlaufsituationen ausgeht. Beim 2-takter sollte das einfacher sein nur ist dieser wieder schwieriger zu bauen wegen dem Aufladevorgang und der Schlitzsteuerung.

Nun die Einspritzung: Ich habe mir gedacht eine kleine Kolbenpumpe zu bauen, die direkt auf der Kurbelwelle des Motors läuft und dadurch immer zum richtigen Zeitpunkt pumpt (beim 4-takter natürlich mit 2:1 Getriebe). Diese Pumpe soll einen Uberschuss an Kraftstoff pumpen und das was zu viel ist einfach wieder zurück in den Tank pumpen. Durch ein Druckventil wird ein Druck aufgebaut. Durch ein kleines weiteres Ventil kann man dann die Kraftstoffmenge regeln, die in den Zylinder eingespritzt wird und somit die Drehzahl regulieren (ich plane den Motor nicht schneller als wie 2000 U/min laufen zu lassen). Die Einspitzdüse muss natürlich sehr fein sein, denn die eingespritztem Kraftstoffmengen sind ja bei 10-20 cm³ relativ gering :)

Die restlichen Komponenten des Motors sind erstmal nicht so wichtig, da bin ich recht flexibel und eigentlich fallen mir immer Lösungen ein ;)

Ich plane das meiste des Motors aus Aluminium zu bauen. Laufbuchse, Kolben und Kolbenringe aus Gusseisen (wie bei meinem Benziner, das geht scheinbar am besten. Hatte vorher Aluminium Buchse und Kolben, aber die waren nach paar Laufstunden komplett verschlissen. Gusseisen hällt jetzt schon gute 50 Laufstunden ohne erkennbaren Abrieb), alle Achsen/Wellen aus Werkzeugstahl und die lager aus Bronze. Schwungräder aus normalem Bleistahl. Sollten Ventile zum Einsatz kommen dann Edelstahl (auch die Ventilführung)
Für den Zylinderkopf bräuchte ich halt ein Material das Wärme schlecht ableitet und dadurch der Zylinderkopf auf Betriebstemperatur bleibt.

Der Motor soll auf jedem fall ein Langsamläufer mit sehr langem Hub sein (Drehmomentstarker Stationärmotor wie mein bereits gebauter Benziner).

So jetzt was haltet ihr von der Idee, meint ihr das könnte klappen dass der dann auch läuft?
Mein größtes Bedenken ist halt das Zünden des Diesels, der Zylinderkopf darf halt beim Glühkopfmotor nicht gekühlt werden (vielleicht am besten sogar noch isolieren damit er die Temperatur hällt).

Wäre super dankbar für Meinungen und Tipps :)


mfG
Alex

2

Donnerstag, 26. Mai 2005, 20:27

Hallo Alex

Ich finde dein Projekt schonmal toatal interressant. Das mit dem Warmhalten des Zylinderkopfes ist doch eine gute Idee. Aber um echten Diesel mit dem hohen Druck einzuspritzen wird es bestimmt schwierig. Die Einspritzpumpe braucht dann bestimmt mehr Energie als der Motor überhaupt bringt.
Hab davon aber ansich nicht viel Ahnung, waren nur meine ersten Gedanken als ich das hier gelesen hab..
Wenn die Verdichtung nicht ausreicht um Diesel zu verwenden kann man ja uch erstmal mit anderen Flüssigkeiten anfangen, zb. Diesel-Benzingemisch oder so und sich dann langsam an immer weiter vorwagen. Eine Große Schwungmaße bringt bestimmt auch schon einiges.

Dein Selbstgebauter Benzinmotor würde mich ja auch interressieren. Hast du Bilder davon oder ein Video wie er läuft?

Kilian

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kili« (26. Mai 2005, 20:30)


3

Donnerstag, 26. Mai 2005, 21:03

Hi,

Also ich glaub nicht, dass die einspritzpumpe sehr viel kraft benötigen würde. Ich hab da an eine Bohrung von etwa 5 Millimeter mit einem hub von 0,5 bis 1 Millimeter gedacht, dass sollte sehr wenig kraft beanspruchen und dennoch genügend Kraftstoff pumpen. Einspritzdruck stell ich mir so mit 50 bar vor, also eher ein geringer Druck. Die Buchse und den Kolben würde ich auch aus Gusseisen drehen, natürlich bei dieser größe ohne kolbenring mit einem spiel von etwa 0,01 Millimeter.

Du hast auch recht, dass Schwungmasse das aller wichtigste ist bei solchen Langsamläufern. Mein Eigenbaubenzinmotor hat schon ein 800 Gramm schweres Schwungrad :)
Hier ein paar Bilder, ich hoffe man kann etwas erkennen (die grundplatte ist provisorisch :)):





4

Freitag, 27. Mai 2005, 14:33

Der Motor sieht ja richtig gut aus!!!!

Zum Diesel: Du brauchst doch viel Kompression. Warum dann ohne Kolbenring? Durch die 0,01 mm Spiel geht dir doch bei dem Bisschen Hubraum alles verloren, oder? Ist doch bestimmt nicht so viel mehr Aufwand da nen Ring reinzumachen.

Du könntest ja auch deinen Benzinmotor verwenden und dafür nur einen neuen Zylinderkopf bauen. Vielleicht funktioniert das schon.

Viel Erfolg weiterhin!

Kilian

5

Freitag, 27. Mai 2005, 16:39

Hi,

ich könnte auch was zum Thema beisteuern: hab nämlich noch eine altes Modellmotroenbuch zu liegen. In der DDR und(oder?) Russland wurde auch mit Selbstzündern experimentiert. Vielleicht könnte ich die Bilder und den Text mal hier reinstellen. :ok:.

S.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Rotmilan« (27. Mai 2005, 16:40)


6

Freitag, 27. Mai 2005, 17:32

Hi Kilian,

selbstverständlich würde ich bei dem Arbeitskolben des Diesels Kolbenringe anfertigen, aber bei der Einspritzpumpe (kleine Kolbenpumpe) ist das nicht nötig.
Der Arbeitskolben hat auch ein größeres spiel von etwa 0,025 mm, alles andere führt nur zu einem Klemmen des Kolbens. Der winzige Kolben der Einspritzpumpe kann jedoch ein spiel von 0,01 mm vertragen und bei diesen winzigen dimensionen (bohrung maximal 5 mm) ist es praktisch unmöglich einen Kolbenring aufzuziehen. Da auch eine Flüssigkeit gepumpt wird sind kleinere Undichtigkeiten hier egal.
Meinen Benzinmotor werde ich sicher nicht umbauen. Er läuft gerade so wunderbar, hat bei ~800 U/min einen saugeilen sound 8) und ist belastungsmäßig nicht für Dieselbetrieb ausgelegt. Der bleibt erstmal wie er ist nur den Tank, die Elektronik und die ganze Basisplatte werde ich mal noch "verschönern" :)

Simon: Bist du sicher, dass es sich bei diesen Selbstzündern nicht um den klassischen Modelldiesel handelt, der ein Diesel/Äther/Öl gemisch "vergast" und dann nur durch die Kompression zündet, wobei man die Kompression mit einer Schraube im Zylinderkopf noch verstellen kann?

7

Freitag, 27. Mai 2005, 20:44

Nein, es waren sowjetische Dieselmotoren für Flugmodelle, mit Einspritzpume und Vorglühung.
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8

Sonntag, 29. Mai 2005, 23:19

Simon: das klingt ja sehr interessant, kannst du das vielleicht hier irgendwie reinstellen?

Rest: nachdem keiner einen wirklichen grund nennen konnte, dass es nicht funktionieren würde, werde ich wohl blad mit dem bau des motors beginnen. ich denke mal nach einigen monaten entwicklung wird das ding schon laufen. am schwierigsten ist wohl die einspritzanlage und die laufgarnitur. alles andere wird schon irgendwie klappen :)

also vielen dank nochmal :)

mfG
Alex

9

Montag, 30. Mai 2005, 06:56

Moin,

ja ich werds versuchen

P.S: Es wäre nett, wenn du die Bilder verkleinern würdest, denn horizontal srollen nervt:no:
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hollowman4

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10

Montag, 30. Mai 2005, 14:04

:nuts: GEIL :) Wie kommt man auf solch eine Idee...... :D Ja die Lust an der freude ...
@Simon
Die Bilder sind doch nur 640*480
Mfg Sven
Es geht immer Schneller. :nuts:
Hier mal eine dankeschön an das Forum ihr alle seid echt spitze :heart: :ok: .

11

Montag, 30. Mai 2005, 19:57

Vorher waren sie größer...
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cortex

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12

Dienstag, 31. Mai 2005, 03:02

Hi!

Das is doch mal ne geile Aktion! :ok:
spontane Dinge, die mir beim lesen durch den Kopf gingen..
Ich könnte mir vorstellen, dass es evtl. zu Spannungsproblemen bei den vielen versch. Materialien kommt. Bei den höheren Drücken und Temperaturen eines Diesels wären Risse im Alublock und/oder undichte Stellen ein Problem.
Nebenbei würde Alu die Wärme wieder "zu gut" ableiten, was der Selbstzündung evtl. wieder entgegenwirkt.
Womit wir beim Kopf ankommen *g*
Wie wärs mit Guss? Die "großen" Freiräume im Material sollten nicht nur Schwingungen gut dämpfen, sondern auch isolierend (und als Laufbuchse selbstschmierend) wirken.

Direkteinspritzung, Ein-/Auslassventile, Brennraumentleerung mittels Resoauspuff, Tauchschmierung.. und nix Schlitzsteuerung *träum*
Aber ohne zusätzliche Luftmengenregelung wird man wohl auf einen eher schmalen Drehzahlbereich beschränkt bleiben.

Gruß
Martin
[SIZE=1]SU-26xp
Blade MCX2
Blade 120 SR
Twister 3D Storm (+ Blade 400 3D als Ersatzteil-/Ausweich-/Experimentiermodell)
DX6i, Twister Set-Funke[/SIZE]

13

Dienstag, 31. Mai 2005, 10:05

Hi,

Also so heiß werden die dinger nicht, glaub mir. Wenn ich meinen Benziner mal ne halbe Stunde unter Last laufen hab (wenn ich z.B. einen generator antreibe) wird er mit meiner kleinen Kühlung nicht heißer als wie 90 Grad oder so. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Diesel recht viel heißer werden würde. Den Zylindermantel mache ich deswegen auf jeden fall aus Alu mit einer eingeklebten gusseisernen Buchse. Zylinderkopf vermutlich auch aber mit einer abgetrennten gut isolierten Brennkammer, die die Wärme schlecht ableitet und in die der Kraftstoff gespritzt wird. Notfalls noch mit einer Teflondichtung isolieren, dann sollte es mit einer zu guten Wärmeableitung eigentlich keine Probleme geben. Guss ist für die Brennkammer kein gutes Material, da es Wärme doch relativ gut leitet und ab einer Temperatur von etwa 300 Grad ziemlich schnell zu oxidieren beginnt und deswegen Schicht für Schicht abblättert. Ich dachte daher eher an ein dünnes edelstahlblech.
Dicht wird das Ding schon, man muss halt nur aufpassen, dass man alles sehr sorgfältig rausdreht. Der Benziner ist ja auch 100% dicht auch wenn er heiß ist.
Schmierung ist weder bei einem 2-Takter noch bei einem 4-Takter ein Problem. Ich bau da immer kleine Tropföler, die direkt auf den Kolben tropfen. Das Prinzip funktioniert bei meinem Benziner super. Buchse und Kolben sind immer nass mit Öl. Die Kurbelwelle ist mit wartungsfreien Kugellagern gelagert und das Pleuellager auf der Kurbelwelle bekommt etwas Fett, das reicht locker. Alle anderen beweglichen Teile wie Ventile, Nockenwelle und Kipphebel bekommen halt alle vor dem start einen Tropfen Öl so mit Ölfläschchen ab, bis jetzt hat sich selbst nach einer kompletten stunde Laufzeit ohne Pause noch nix gefressen.
Bei einem 2-Takter wäre es halt schwierig, einen offenen Kurbeltrieb zu bauen außer man läd ihn mit einem kleinen Kompressor auf aber das ist nicht so ganz einfach. Es ist wirklich tatsache, dass ein 4-Takter wesentlich einfacher zum selberbauen ist als wie ein 2-Takter. Wenn man es mal geschafft hat ein kleines 2:1 Getriebe zu bauen schafft man es auch wieder und wieder :D
Außerdem muss man ja nur das Auslassventil ansteuern. Einlassventil kann man ja wie bei meinem Benziner immer Atmosphärisch betreiben, da spart man sich eine 2te Nocke, einen Kipphebel und eine Stößelstange :)
Ich werd wohl mal die nächsten Monate einen Bauplan zeichnen und dann gegen Herbst mit dem Bau beginnen. In meinem Benziner stecken ca. 300 Arbeitsstunden, also werden es bei dem Diesel wohl 400-450 werden so aus dem Bauch raus.

mfG
Alex

domi76

RCLine User

Wohnort: daheim

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14

Dienstag, 31. Mai 2005, 22:51

hat jemand von euch zufällig gute links zu motoren-selbstbau ?

15

Mittwoch, 1. Juni 2005, 11:55

Vielleicht könnte man hier mal anfragen...
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16

Mittwoch, 1. Juni 2005, 12:28

Klasse Seiten :ok:

Das ist der einzigste Diesel, den ich dort gefunden habe:
http://www.modell.portali.de/laser.htm

Laser-80 Diesel,
gebaut von
A.G.C. Sales Ltd. Hemel Heampstead, England
im Jahre 99

Gruß
Mike

Stehende9

RCLine User

Wohnort: A-8250 Vorau

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17

Samstag, 4. Juni 2005, 10:43

Hallo Alex,

dein Eigenbaumotor ist wirklich coool 8) . Der Modellmotoren-Pionier Gustaf Eisfeld hat 1937 einen 15ccm Diesel mit Einspritzpumpe als Einzelstück gebaut - der Motor geriet für Flugmodelle zu schwer - funktioniert hat er aber offenbar schon - hab' davon aber nur ein Bild

und ein paar Zeilen Text

18

Samstag, 4. Juni 2005, 12:41

Ich glaub, der war auch in meinem Buch...
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19

Donnerstag, 9. Juni 2005, 00:20

Moin!

Das Projekt hört sich nicht schlecht an. Willst du die Kraftstoffeinspritzung komplett mechanisch machen und die Einspritzdüse selbst herstellen? Willst Du direkt in den Zylinder einspritzen?

Gruß Thomas

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »TheConeOfFire« (9. Juni 2005, 00:23)


steftn

RCLine Neu User

Wohnort: Bayern

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20

Montag, 7. November 2005, 22:32

Servus

Eigentlich könntest du dir doch die Einspritzpumpe sparen, indem du das Diesel ganz normal vergast, und dann den Motor zuführst, siehe Lanz-Glühkopfmotor (der spritzt schon beim unteren Totpunkt ein, damit das Diesel lang genug zeit hat zu vergasen)

Außerdem, desto langsamer der Motor läuft, desto sicherer zündet doch das Gemisch. Du könntest vielleicht den Motor ganz normal mit Benzin starten, und dann auf Diesel umstellen, siehe Lanz Halbdiesel.

Ok, servus.
Suche Informationen zu einen Gallmotor und Mehlstaubmotor.
Wie baut man sich einen Asynchrongenerator (Käfigläufer), der im Inselbetrieb laufen soll?